Familienurlaub Bali Singapur

Reisebericht: Familienurlaub mit Kleinkind – Ab nach Singapur und Bali

Unsere Kollegin Silvi hat das Fernweh gepackt und ihre langersehnte Reise nach Singapur und  Bali in Angriff genommen. Diesmal war es eine ganz besondere Reise – das erste mal in die Ferne mit Kind. Welche Erfahrungen sie gemacht und welche Ratschläge sie für Familien mit Kindern hat, erfahrt ihr jetzt:

Warum Asien, Singapur und Bali?

Das waren die ersten Fragen, die unsere Familien, Verwandte und Freunde uns gestellt haben, als wir unser nächstes Reiseziel angekündigt haben. Es ist ja nicht unbedingt der Normalfall, eine Fernreise bis ans andere Ende der Welt mit einem 1 1/2 jährigen Kind zu machen.

Auf die Idee nach Bali zu reisen, sind mein Mann und ich gekommen, als wir 2011 in Thailand als Pärchen einen Rucksackurlaub gemacht haben. Wir waren beide von der asiatische Kultur, dem Essen und der Gastfreundschaftlichkeit begeistert und wollten unbedingt mehr davon entdecken.

Bali, das „Paradies auf Erden“ wie es zu recht genannt wird, gilt als Malaria-frei und verfügt über einen guten medizinisch Standard. Wir konnten uns deshalb kein besseres Fernreiseziel in Asien für unseren kleinen Sohn vorstellen. Als wir die Entscheidung getroffen haben, dass wir endlich bereit sind zu dritt nach Bali zu fliegen, hat die zeitaufwändige Freizeit Beschäftigung angefangen: recherchieren und planen.

Urlaub mit Kindern ist kein Flitterurlaub zu zweit. Das merken frisch gebackene Eltern spätestens bei der ersten Reise. Um den Stress so gering wie möglich zu halten und den Erholungsfaktor zu erhöhen, ist es wichtig, alles im Voraus so gut wie möglich zu planen und zu buchen.

Ein direkter Flug in den Urlaubsort ist nicht nur entspannter, sondern auch zeitsparender. Es gibt nichts Schöneres, als in den Flieger zu steigen und zu wissen, dass man nach einigen Stunden am Zielort landet. Leider gibt es von München aus keine direkten Flüge nach Bali  und so sind wir auf Singapur als Umsteigeort gekommen. Singapur war auch schon immer ein Must See auf unsere Reiseliste – ein perfekter Stopover!

Singapur: Luxus, Service und Sauberkeit

Unsere Reise begann Ende Mai in Singapur. Vom ersten Moment an als in wir den Singapore Airlines Flieger stiegen, war das Urlaubsfeeling da. Der Service und der Umgang mit allen Kindern an Bord war ausgezeichnet. Die gesamte Crew hat sich wahnsinnig viel Mühe gegeben, damit wir uns wohl fühlen. Und das haben wir auch. Unser Sohn hat beim Hinflug 7 Stunden im einem Babycot geschlafen. Auf der Rückreise, die Nachts stattgefunden hat, wurde uns eine 3er Reihe zugewiesen. So konnte der Kleine wieder ca.10 Stunden schlafen. So konnten wir nicht nur unser Essen in Ruhe genießen, sondern sogar auch ein paar Filme schauen.

Wir sind früh morgens gelandet, die Grenzkontrollen gingen sehr schnell, so dass wir den ganzen Tag vor uns hatten. Es gibt viele Möglichkeiten vom Flughafen in das Zentrum der Stadt zu kommen. Wir haben uns für das Taxi entschieden. Die Preise sind transparent und fair. Auch hier muss man sagen, dass alles super organisiert und serviceorientiert ablief. Einfach anstehen bis man an der Reihe ist, der Taxifahrer hilft einem mit einem Lächeln das Gepäck einzuladen, gibt einem auch noch eine kleine Stadttour auf dem Weg ins Hotel und fährt sehr sicher.

 

Bevor unsere Reise weiter nach Bali ging, haben wir drei Übernachtungen in Singapur geplant: zwei im Mandarin Oriental und eine im Marina Bay Sands Hotel. Wie wir vor Ort beim Check-In erfahren haben, sind die Zimmer meistens erst ab 12 Uhr bereit. Mein Rat hier für alle Eltern: Koffer abgeben, Badehose anziehen und am Pool chillen bis das Zimmer fertig ist. Man bekommt dann einfach eine SMS aufs Handy.

Am Nachmittag haben wir die Stadt mit dem Kinderwagen zu erforscht. Kinderwagen können kostenlos bei jeder Airline mitgenommen werden. Die ganze Infrastruktur der Stadt ist wunderbar für Spaziergänge  geeignet. Es gibt auch viele Aufzüge und genügend Platz auf den Gehwegen.

Little India

Essen und Wickelmöglichkeiten gibt es überall. Wir sind auch viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Dabei hat es sich bewährt, immer ein Jäckchen oder Hemd dabei zu haben. Dank der Klimaanlage ist es zwar angenehm kühl, jedoch kann man sich so auch ganz schnell erkälten, vor allem die Kinder. Die Menschen in Singapur waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Unser Sohn wurde dauernd angelächelt und wir haben uns überall  willkommen und gut aufgehoben gefühlt.

Von der Sehenswürdigkeiten in Singapur würde ich den Zoo empfehlen. Viele Hotels bieten ein kostenloses Shuttle dorthin an. Der Zoo ist sehr gepflegt und es gibt viel zu entdecken. Ein Highlight dort sind die Orang-Utans, die sich frei durch den Zoo bewegen. Es ist sogar möglich, zu gewissen Zeiten ein Foto mit den Tieren zu machen. Für größere Kinder ist sicherlich der Erlebnispark auf Sentosa Island einen Besuch wert.

Auf der Rückweg von Bali nach Deutschland haben wir wieder einen Zwischenstopp in Singapur gemacht. Wir haben dazu zwei Nächte im Hotel Oasia gebucht. Das Hotel hat eine sehr gute Lage um die Stadt weiter zu entdecken. Man hat sogar die Möglichkeit, direkt mit dem Hotelaufzug zur U-Bahn Haltestelle zu gelangen. Rundherum waren viele preiswerte Malls und die berühmteste Shopping Meile (Orchard Road) war auch ganz in der Nähe.

Bali: Tempel, Strand und Reisfelder

Ich muss gleich zu Beginn sagen, dass Bali ganz anders war, als ich es mir vorgestellt habe. Im direkten Vergleich zu Singapur stellt Bali fast das Gegenteil dar. Die Bevölkerung war jedoch genauso kinderfreundlich und hilfsbereit.

Wir sind mit Garuda Airlines weiter nach Denpasar geflogen. Die Flugzeiten waren gut und das Kind hat die gesamte Flugzeit geschlafen. Nachdem ich im Vorfeld ein paar Reiseberichte gelesen hatte, wusste ich, dass es nach der Landung ein bisschen chaotisch sein wird. Zum Glück hat sich alles aber im Rahmen gehalten. Trotzdem war der Ablauf umständlich im Vergleich zu dem, was wir in Singapur erlebt haben.

(Anmerkung der Redaktion: Seit über einem Jahr brauchen deutsche Staatsbürger kein Visum mehr zur Einreise! Daher geht die Einreise extrem schnell. Genauere Infos gibt es auch beim Auswärtigen Amt.)

Man muss daran denken, den passenden Betrag in Bar für das Visum dabei zu haben. Nachdem man das Visum bezahlt hat und die Pässe kontrolliert wurden, muss man sich erneut anstellen, um die Ein- und Ausreisebescheinigungen zu bekommen. Anschließend werden die Koffer, inkl. Kinderwagen wieder neu kontrolliert (wie am Flughafen bevor man eingestiegen ist). Dann geht man durch einen Duty Free Laden in den Ankunftsbereich. Hier kann es chaotisch werden: es ist voll und laut. Kofferträger drängen sich einem auf um mit dem Gepäck zu helfen. Zahlreiche Taxifahrer sprechen einen an, im ersten Moment fühlt man sich leicht überrollt und orientierungslos.

Wir haben jedoch glücklicherweise bei der Urlaubsplanung „Bali Baby Hire“ entdeckt. Dort kann man unter anderem einen Transfer inkl. Kindersitz vom Flughafen ins Hotel im Voraus buchen. Das war eine der besten Entscheidungen in diesen Urlaub.

Der Verkehr in Bali ist extrem unübersichtlich. Die Straßen sind voll mit Autos, Mopeds und Taxis. Man erkennt keine klare Regeln, es gibt nur hier und da eine Ampel. Es ist ein Wunder, das trotzdem so wenig passiert. Unser Fahrer Agoes war super im Umgang mit dem Kind und hat sehr gut Englisch gesprochen. Unser Sohn hat ihn gleich gemocht und überhaupt nicht protestiert, als er in den Kindersitz gesetzt wurde. Dank des Kindersitzes konnte ich ruhig bleiben bis wir unser Ziel erreicht haben.

Wir wollten erstmal in ein Hotel, das nicht so weit vom Flughafen entfernt ist. Und so verbrachten wir die ersten Nächte im Royal Beach Seminyak Hotel. Die Gartenanlage ist wunderschön und der einzige Grund zu meckern war, dass wir da nicht länger geblieben sind. Es waren noch andere Familien da und die Kinder hatten gemeinsam sehr viel Spaß im Pool. Das Meer an der Westküste ist ein bisschen zu wild zum Baden für den Kleinen. Der Strand ist jedoch schön weitläufig und nicht überfüllt, so dass man dort wunderbar spazieren und spielen kann. Das Frühstücksbuffet im Hotel muss ich auch noch erwähnen. Es war nicht übermäßig groß, aber alles was es gab, hat sehr lecker geschmeckt.

Royal Beach Seminyak Hotel auf Bali

Nachdem wir uns in diesem Land akklimatisiert haben, ging unsere Reise weiter ins Landesinnere Richtung Ubud. Der Transfer zwischen den Hotels hat wieder unser Baby Bali Hire Fahrer gemacht und wir waren erneut sehr zufrieden. Er war wieder überpünktlich und die angegebenen Transferzeiten haben auch gestimmt. Das Hotel für die nächsten Nächte war in Ordnung, aber leider kann ich es trotzdem für Familien nicht weiterempfehlen. Ubud war die Enttäuschung in Bali für mich. Ich habe ein Künstler Ortschaft erwartet, eine Oase der Ruhe und Entspannung, wo man ungestört sich eine Stunde Yoga gönnen kann. Ich empfand es aber leider als sehr laut, dreckig und von Massentourismus geprägt. Wir haben dennoch ein paar schöne Wanderungen durch die Reisfelder von Ubud zu den Ortschaften in der Nähe gemacht. Mit dem Kinderwagen kann man in Bali eher nichts anfangen. Die Gehwege sind zu schmal und holprig. Über Baby Bali Hire haben wir eine Rucksack Kraxs ausgeliehen. Damit ist man viel besser bedient.

Reisefeld Bali

Da wir in den Hotels nur Frühstück gebucht haben, bin ich vor unsere Reise bei der Recherche auf die Seite „Little Bali Love“ gestoßen. Dort sind viele familienfreundliche Restaurants aufgelistet. Die Restaurants sind nicht die günstigsten, aber dafür war das Essen lecker und das Ambiente wirklich sehr kinderfreundlich.

Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten in Ubud und der Nachbarschaft besichtigt haben, haben wir einen Tagesausflug mit unserem Fahrer Agoes gebucht. Wir sind erstmal nach Pura Ulun Danu Bratan, der Tempel am See gefahren. Der Tempel liegt in einer wunderschönen Anlage. Agoes hat sich immer wieder intuitiv um das Kind gekümmert und angeboten Fotos von uns zu machen.

Auf dem Rückweg haben wir zahlreiche typisch balinesische Reisfelder gesehen, eine große Portion Erdbeeren vom Feld gekauft und den Kopi Luwak (Katzenkaffee) probiert. Dann sind wir in den botanischen Garten gefahren. Zu guter Letzt, haben wir noch Goa Gajah, die Elefantenhöhle, besucht. Es gibt noch viele weitere schöne Orte zu sehen, aber wir wollten uns noch etwas für den nächsten Besuch übrig lassen.

Elefantenhöhle

Die letzte Woche in Bali verbrachten wir in Sanur. Dort waren wir hauptsächlich am Strand. Wir wollten auch ein bisschen mehr von der Kultur in Bali erfahren. Daher haben wir unsere letzte Unterkunft bei einer balinesischen Gastfamilie gebucht. Die Erfahrung war sehr interessant, allerdings lag das Haus nicht direkt am Strand und so mussten wir jeden Tag mit dem Auto hin- und zurückfahren. Der Strand in Sanur ist sehr gut für Kleinkinder geeignet. Das Wasser ist warm und flach und es gibt überall Liegestühle zu Mieten.

Sanur Strand

Meine letzten Tipps für die Bali Reise: aufpassen mit dem Bankautomaten (wenig Geld), das Moskitospray fleißig benutzen, vor allem am Abend und in der Nacht. Die balinesische Massage ist auch sehr empfehlenswert.

Uns hat den Urlaub sehr gut gefallen und wir werden sicherlich noch einmal zurückkehren.

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►► Bali-Urlaub: Hier geht’s zu den Angeboten.

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