Laos

Reis ist Leben – Laos hautnah – ein Reisebericht

Reis ist das Hauptnahrungsmittel der asiatischen Küche – so viel weiß man bei uns in Europa über die kleinen weißen Körner. Wer mehr erfahren möchte und ein bisschen Dreck nicht scheut, kann Reisbauer für einen halben Tag werden. „Reis ist Leben“ so heißt das Programm der Living Land Company, einer Organisation zur Erhaltung traditioneller Lebensweisen und Einkommenssicherung der einheimischen, laotischen Bevölkerung in Luang Prabang.

Im Januar diesen Jahres war es endlich soweit: Der Besuch bei einer Freundin in Luang Prabang stand auf meinem Reiseplan. Die charmante Stadt im Norden Laos an den Ufern des Nam Ou und Mekong hat mich schon bei meinem ersten Besuch vor einigen Jahren in ihren Bann gezogen. Die Zeit scheint fast still zu stehen und man wähnt sich fernab der sonst üblichen Hektik des 21. Jahrhunderts. Es gibt keine Hochhäuser, stattdessen prägen Fahrräder und die für Asien obligatorischen Roller das Straßenbild. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt lassen sich bequem zu Fuß erkunden. Allerdings ist das Wort Stadt schon fast übertrieben – bei uns würde man Luang Prabang als größeres Dorf bezeichnen, aber genau das macht den Reiz aus. Der Nachtmarkt ist noch immer von lokalem Handwerk geprägt und in den Geschäften bekommt man lokal gefertigte Produkte statt der üblichen chinesischen Massenware.

Schirme Laos

Das ist auch das Thema meines halbtägigen Ausflugs zur Living Land Company. Unsere kleine Gruppe von 10 Besuchern aus aller Welt wird Reisbauer für einen halben Tag. Auf spielerische Art und Weise lernen wir, wie Reis angebaut wird. Als erstes heißt es Schuhe ausziehen und Hosen hochkrempeln, denn wir gehen gleich aufs Feld. Mr. Lee, unser Guide, zählt die 13 Schritte von der Auswahl der guten Reissamen bis zum kochfertigen Reiskorn und weiter zum Reismehl auf. Verschmitzt ergänzt er Schritt 14, das Essen, denn dass 13 für Europäer eine Unglückszahl ist, weiß man mittlerweile auch in Laos.

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit und so geht es auch gleich los. Mit Hilfe von Eis, Salz und Wasser trennen wir die guten von den schlechten Reiskörnern und beginnen mit der Aussaat. Die daraus wachsenden Setzlinge pflanzen wir nach strenger Anleitung in das zuvor von Hand gepflügte Feld. Mr. Lee stimmt ein laotisches Bauernlied an und fordert uns zum Mitsingen auf – wir enden mit „Old McDonald had a farm“. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem im Terrassenbau sorgt für die richtige Wassermenge zu jeder Zeit. Ist das Getreide reif, geht es mit der Sense an die Ernte. Nach dem Trocknen und Bündeln wird der Reis aus den Ähren geschlagen – ein echter Knochenjob. Mit einer Art Fächer versuchen wir anschließend ausreichend Wind zur Trennung von Spreu und Reis zu erzeugen – das ist ganz schön anstrengend. Übrig bleiben die Reiskörner, die nun eingelagert oder weiterverarbeitet werden können.

 

Trennung der guten von den schlechten Reiskörner

Die handbetriebene Mühle sei das beliebteste Fitnessgerät der Gemeinschaft, erzählt uns Mr. Lee lachend. Nach ein paar Versuchen einhändig und am Ende sogar auf einem Bein balancierend stimmen wir ihm zu – wir hatten viel Spaß, sind aber auch ziemlich k.o. Das Aussieben des Mehls erfordert viel Geschick und ist traditionell Frauensache, aber auch in Laos schreitet die Emanzipation heran und so lernen es nun auch die Männer des Dorfes. Wir freuen uns auf Schritt 14 und schauen in die Küche. Klebreis, denn solchen haben wir heute angebaut, geerntet und verarbeitet, wird in einem Bastkörbchen gedämpft. Aus dem Reismehl backen die Frauen Kräcker und Kekse. Alles schmeckt anders und sollte unbedingt probiert werden. Mein Fazit nach einem halben Tag als Reisbauer: Ein Knochenjob, der vielfältiger ist, als ich es mir vorgestellt habe.

Reisprodukte Laos

Übrigens, das Abenteuer eignet sich hervorragend auch für Familien. Kinder sind herzlich willkommen und können überall mithelfen. Es gibt es auch einen Kräutergarten und wer mehr über die faszinierenden Traditionen der Laoten erfahren möchte, kann z.B. bei Ock Pop Tok einen Batikkurs besuchen oder einen der zahlreichen Kochkurse von Tamarind absolvieren.

Laos ist immer wieder eine Reise wert – ich freue mich schon aufs nächste Mal!

Tipp zur Anreise: Seit einigen Monaten fliegt Silk Air, eine Tochtergesellschaft von Singapore Airlines, mehrmals pro Woche von Singapur via Vientiane nach Luang Prabang. Dies ermöglichte die Kombination der einzigartigen Metropole Singapur mit dem charmanten Laos – eine fantastische Reiseroute voller Gegensätze.

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