Fasching in aller Welt: Venedig

Faschingsbräuche aus aller Welt

Ob in Deutschland, der Schweiz, Brasilien, Indien oder anderswo auf dieser Welt – Karneval ist ein Fest der Freude und des Verkleidens. Wenigstens an drei Tagen im Jahr regieren Spaß und Schabernack. Doch mit welchen Bräuchen feiern die verschiedenen Kulturen die närrische Zeit genau?

Karneval in Brasilien

Pure Lebensfreude verströmen brasilianische Tänzerinnen und Tänzer beim weltberühmten Straßenkarneval in Rio de Janeiro, dem „Sambadrome“. Dieser größte Karnevalsumzug der Welt entstand aus der Idee von Sambaschulen, die damit ihren Schülern die Gelegenheit geben wollten, zu zeigen was sie können. So werden einmal jährlich am Faschingssonntag und Rosenmontag Umzüge veranstaltet, die mit ihren ausgefallenen Kostümen und Tanzeinlagen riesige Menschenmengen mit tausenden von Touristen zu einer großen, bunten Party locken.

Das indische Holi Fest

„Holi Hai“ in Indien

 

Karneval in Indien

Auch Indien begeht mit der Feier „Holi“ ein mit dem Karneval vergleichbares Fest, das zwischen zwei und zehn Tagen dauert. Zu Ehren der Götter Khrishna und Kama feiert das ganze Land bei Vollmond zwischen Februar und März das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Bei dieser Form des Karnevals spielen Farben eine wichtige Rolle. Bei dem Ausruf „Holi Hai“ bewerfen sich die Festteilnehmer gegenseitig mit farbigem Pulver und bespritzen sich mit Wasser. Da für diese Zeit die Kastenregeln aufgehoben sind, können alle Hindus diese Feier mit ausgelassenen Tänzen, festlichen Mahlzeiten und diversen Bräuchen genießen. Neben der Feier des Frühlingsbeginns wird so auch der Sieg des Guten über das Böse gefeiert. Symbolischer Höhepunkt des Festes ist das Verbrennen einer Strohpuppe über einem Lagerfeuer als Erinnerung an die Vernichtung der Dämonin „Holika“.

Karneval auf Teneriffa

Für die meisten Urlauber ist Teneriffa einfach ein Ziel in der Sonne. Und wer Faschingsmuffel ist und hofft auf der Kanareninsel dem närrischen Treiben entgehen zu können, muss enttäuscht werden. Auf der spanischen Insel findet nämlich der, nach Brasilien, zweitgrößte Karnevalsumzug der Welt statt.
Bereits ab Januar beginnen die ersten Vorbereitungen für das bunte Fest. Die Karnevals- und die Kinderkönigin werden gewählt. Auf riesigen, bunten Umzügen und sogar mit einem eigenen Kinderumzug, werden die prunkvoll gewandeten Gewinnerinnen dem Publikum präsentiert. Hauptorte der Feierlichkeiten sind Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz, wo der kanarische Karneval mit einem großen Feuerwerk endet.
► Mehr Infos über Karneval auf Teneriffa 2016

Karneval in Venedig

Im Gegensatz zu dem lebhaften, lauten Treiben in Brasilien oder Indien ist der berühmte Karneval in Venedig eine eher ruhige Angelegenheit. Er beeindruckt weniger durch Ausgelassenheit als durch historischen Masken und Kostüme aus dem Spätbarock, die jedes Jahr Besucherströme in die Stadt ziehen. Doch ist der Karneval hier keine traurige Angelegenheit. Es gibt zahlreiche musikalische Veranstaltungen, Maskenprämierungen und vieles mehr. Mit eine der typischsten Veranstaltungen ist der „volo dell`angelo“, der „Flug des Engels“, bei dem jedes Jahr eine bekannte Persönlichkeit vom Campanile di Giotto  fliegt – und sicher auf dem Platz davor wieder landet.

Basler Fasnacht

„Die dreei schenschte Dägg“ in Basel (Foto von Moritz Frei/ shutterstock)

 

Basler Fasnacht

Die Basler Fasnacht dauert 72 Stunden und wird von den aktiv Teilnehmenden auch „die dreei schenschte Dägg“ genannt. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um Punkt 4:00 Uhr morgens mit dem sogenannten „Morgestraich“. Von diesem Zeitpunkt an beherrschen die Feiernden die Basler Innenstadt. Am auffälligsten sind die Pfeifer- und Tambouren-Cliquen. Diese spielen bei ihrem Gang durch die Innenstadt Märsche, mit Piccoloflöten und Basler Trommeln. Da die Cliquen auf ihrem Weg durch die Stadt keinen bestimmten Routen folgen, kommt es immer mal vor, dass sich der Weg mehrerer Cliquen kreuzt und es zu einem bunten Durcheinander kommt. Viele Kneipen und Restaurants in der Innenstadt haben die gesamten 72 Fasnachtsstunden geöffnet und bieten die traditionellen Speisen an: Mehlsuppe, Zwiebel- oder Käsewähe sorgen dafür, dass den Feiernden nicht die Kraft ausgeht. Mit dem „Entstraich“ endet das lustige Treiben.

Karneval und Fasching in Deutschland

Kölner Karneval – Kölle Alaaf

Die „Jecken“ sind los! Der Kölner Rosenmontagsumzug ist weltbekannt. Er hat eine Länge von sechs bis sieben Kilometern und dauert über vier Stunden. Seit 1823 steht jeder Umzug unter einem besonderen Motto. Durch dieses Motto ergibt sich die entsprechende Gestaltung der Festwagen. Immer dabei ist das „Kölner Dreigestirn“, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau.

Helau in Mainz – Mainzer Fastnacht

Auch der Mainzer Fastnacht ist weit bekannt für seinen großen Rosenmontagsumzug mit prachtvoll geschmückten Wagen. Untrennbar mit der Mainzer Fastnacht verbunden ist zudem politischer Spott aller Art. In Prunksitzungen in Säalen werden Büttenreden vorgetragen und das politische Treiben wird zur Zielscheibe närrischer Kritik. Auf den Mainzer Prunksitzungen gibt es auch den typischen „Narhallamarsch“, der beim Einzug und Auszug der Narren für Stimmung im Saal sorgt. Traditionsfiguren dieser Mainzer Saalfastnacht sind die Figuren „Bajazz“ und „Till“. Seit der Ausstrahlung der Fastnachtssitzung im Fernsehen in „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“, ist die Mainzer Fastnacht berühmt.

Mainzer Fastnacht

Mainzer Fastnacht

Schellenrühren in Bayern

Auch in Bayern werden eine Vielzahl von Traditionen gepflegt. Allerdings ganz anders als in Köln oder Mainz. Beim „Schellenrühren“ im Karwendel verjagen gruselige Gestalten mit großen Kuhglocken auf dem Rücken, einer Holzmaske auf dem Gesicht und einer zünftigen Lederhose mit viel Lärm und Geläut den Winter. Da der Fasching in die Skisaison fällt, wird in Bayern auch Skifasching gefeiert. In Lenggries oder am Spitzingsee kann man mehr oder weniger originell verkleidete Skifahrer auf der Piste bestaunen. Das auch die Franken ein lustiges Volk sind, stellt man zur Faschingszeit in Dietfurt an der Altmühl unter Beweis. Dann wird der Ort zu „Bayrisch-China“. Aus den Dietfurtern werden Chinesen und wer die Augen offen hält, kann sogar den „Kaiser von China“ im lustigen Treiben ausmachen.

►► Faschingsurlaub 2017: Hier geht’s zu den Angeboten.

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