Reisebericht: BUNT! BEGEISTERND! BRASILIEN!

Unsere Lateinamerika Experten Kira und Franzi waren im November in Brasilien unterwegs und haben sich das Land und unser Hotelangebot einmal genauer angesehen. Zu erzählen gibt es jetzt natürlich einiges: 

Urlaub in Brasilien

Die Reise nach Brasilien dauert ein paar Flugstunden, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Beim Anflug am frühen Abend in Rio de Janeiro leuchten bereits die ersten Lichter dieser beeindruckenden Metropole und die tiefrote Sonne geht hinter den Hügeln unter. Nach der Landung geht alles schnell, das Gepäck kommt und beim Ausgang warten viele hoffnungsvolle Gesichter auf die lieben Verwandten und Freunde – ob wohl auch jemand auf uns wartet?

Ja, unser Reiseleiter Alexander steht mit einem Schild mit unseren Namen darauf direkt beim Ausgang und lächelt uns freundlich an. „Bem-vindo“ sagt er mit tiefer Stimme und nimmt uns die Koffer ab. Während der Fahrt zum Hotel an der Copacabana erzählt er uns erste Geschichten über diese kontrastreiche Stadt. Neu und extra für die Olympischen Spiele wurde eine Straßenbahn gebaut, davon profitieren aber natürlich auch die Einheimischen und können so dem Verkehr etwas ausweichen und diesen gleichzeitig entlasten. Weiter gibt es neue Museen und auch der Hafen wurde renoviert, dort befindet sich heute das längste Graffiti der Welt. 

Graffiti Brasilien

Straßenkunst ist in Brasilien ein ständiger Begleiter: die Capoeira-Tänzer beeindrucken mit ihren Kämpfen nicht nur die Touristen. Die Körperbeherrschung und die akrobatischen Elemente führen zu einer großartigen Vorführung und erzählen Geschichten über die frühere Zeit in Brasilien, als die Sklaven nach Brasilien kamen. So wie Capoeira hat auch der Samba eine große und spezielle Bedeutung in Brasilien. Zum Karneval im Februar strömen tausende Einheimische und Touristen zum „Sambódromo“, um dem Spektakel zu folgen und durch die farbigen Kostüme, den üppigen Kopfschmuck und die laute Samba-Musik in eine andere Welt entführt zu werden.

Im Hotel angekommen werden wir freundlich begrüßt und nach den üblichen Formalitäten auf unser Zimmer begleitet. Im 30. Stock, mit Blick auf die Copacabana und einem Begrüßungscocktail – so darf es immer sein. Die lange Reise und die Zeitverschiebung zehrt aber noch etwas an unseren Kräften und so legen wie uns erschöpft und gespannt schlafen.

Ausblick Brasilien

RIO DE JANEIRO –
ein Blick aus dem Fenster lässt keine Zweifel aufkommen

Vor uns die Copacabana und entlang der Fußgängerzone joggen die Einwohner zu jeder Uhrzeit und bei jedem Wetter. Der Ruf der schönen Brasilianer und Brasilianerinnen kommt demnach nicht von irgendwo. Es wird auf die Figur und einen gesunden Lebensstil geachtet.

Heute besuchen wir die schönsten Hotels an der Copacabana und in Ipanema.
Ipanema gilt als Trendviertel, dort wo sich die Schönen und Reichen am liebsten treffen, genüsslich Cocktails trinken und Feste der Superlative feiern. Und weil das so ist, steht auch direkt am Anfang von Ipanema das 5* Luxushotel Fasano. Eingerichtet durch den Künstler Philippe Starck wirkt das Hotel zeitlos und gleichzeitig modern. Rio de Janeiro bietet für alle Bedürfnisse und jedes Budget genau die richtige Unterkunft.

Am Abend erkunden wir das Nachtleben. Bei einem typischen Abendessen in einer Churrascaria kommen wir in den Genuss von lokalen Fleischspezialitäten, welche am Spieß direkt am Tisch serviert werden. Die Beilagen kann man sich selbst am großzügigen Buffet aussuchen und es wird Fleisch serviert, bis auch der letzte am Tisch keinen Bissen mehr runter bringt. Gut gestärkt geht es weiter zu einer Tanzshow in dem, für gute Discos und Bars bekannte, Viertel Lapa. Überall sitzen Einheimische und Touristen in den Bars und den kleinen Cafés entlang der Straßen und Gassen. In unserem Tanzlokal angekommen werden wir herzlich begrüßt und an unseren Tisch begleitet. Die Stimmung ist gut und alle sind auf die Tanzeinlagen gespannt. Uns wurde nicht zu viel versprochen: Mitreissende Rhythmen und hervorragende Tänzer stellen ihr Können zur Show. Zum Schluss können ausgewählte Publikumsmitglieder ebenfalls auf der Bühne ein, vielleicht noch schlummerndes, Talent zum Besten geben. Mein Talent schlummert noch heute und Kira wollte nicht gleich alle vor den Kopf stoßen.

Der nächste Tag steht im Zeichen der berühmten Sehenswürdigkeiten von Rio de Janeiro. Wir lassen uns die Ausflüge zur Christus Statute (Corcovado) und zum Zuckerhut nicht durch den Nebel oder den Regen vermiesen. Alexander, unser Reiseleiter, hat zum Glück Fotos von den schönen Tagen gemacht und so können wir uns die Umgebung bestens vorstellen. Denn trotz den „Fensterplätzen“ ist die Sicht heute doch eher schlecht.

Sehenswürdigkeiten Brasilien

Weiter besuchen wir das ehemalige Fischerdorf Buzios. Die Ortschaft dient für viele „Cariocas“ (Einheimische aus Rio de Janeiro) als zweiter Wohnsitz. An langen Wochenenden, während den Ferien oder für Feste, Buzios bietet viel Unterhaltung und entzückt durch die vielen kleinen Buchten und Strandabschnitte. Die vielen kleinen Pousadas sind entzückende Unterkünfte und bieten eine erholsame Zeit. Buzios ist ideal als Badeverlängerungsort nach intensiven Tagen in der hektischen Stadt Rio de Janeiro. Charakteristisch für Buzios sind auch die vielen, liebevoll bemalten Wassertaxis mit welchen die Gäste zu den verschiedenen Stränden gebracht werden. Mit etwas Glück können auch direkt an der Hauptpromenade Fischer entdeckt werden und das heutige Abendessen eingekauft werden.

Fischer Brasilien

Und schon heißt es Abschied nehmen. „Adeus Rio de Janeiro“ und „Olá“ Iguazu. Mit der LATAM geht es direkt zum Drei-Ländereck wo Brasilien, Argentinien und Paraguay aneinander grenzen.

Drei-Ländereck: Brasilien, Argentinien und Paraguay

Iguazu ist bekannt für die Wasserfälle, welche von der brasilianischen sowie der argentinischen Seite aus besucht werden können. Beide Seiten sind auf Grund der verschiedenen Blickwinkel beeindruckend und sehenswert. Paraguay wird unter anderem als Einkaufsparadies bezeichnet und so können sogar Einkaufstouren organisiert werden. Es gibt zwei Hotels, welche sich direkt im Nationalpark befinden: Das Belmond Das Cataratas auf der brasilianischen Seite sowie das Sheraton Iguazu auf der argentinischen Seite. Das Belmond entzückt durch das ständig renovierte Herrschaftshaus mit viel Charme und Luxus wobei das Sheraton den wohl schönsten Blick auf die Wasserfälle bietet.

Wasserfall Brasilien

Wasserfall BrasilienEs ist zudem sinnvoll, den Besuch der Fälle im Voraus zu organisieren und eine Privattour oder eine Gruppentour zu buchen. So können bei den Eintritten zu den Parks die langen Warteschlangen umgangen werden und auch beim Grenzübergang können Wartezeiten verkürzt werden.

Die nächsten zwei Tage stehen also ganz im Zeichen der Wasserfälle. Es braucht nicht viele Worte, wenn man vor oder direkt an den Fällen steht. Mit voller Wucht prassen diese in die Tiefe und je nach Wind können zahlreiche Regenböge gesichtet werden. Die argentinische Seite kann auf verschiedenen Pfaden erkundet werden und die großen, sowie kleinen Fällen ganz nah bestaunt werden. Ein kleiner Zug fährt zudem Richtung Teufelsschlucht. Nach einer ca. 10-minütigen Fahrt führt ein Steg über den Iguazu Fluss bis hin zur Schlucht. Auf der brasilianischen Seite werden die Wasserfälle zuerst aus der Ferne betrachtet, und auf einem Steg gelangt man bis direkt vor die Fälle. Je nach Wind ist ein Regenschutz von Vorteil oder man genießt die Abkühlung an heißen Tagen. Weiter können auch Bootsausflüge in die Wasserfälle sowie Helikopter-Rundflüge gebucht werden.

Wasserfälle Brasilien

Aber auch die schönsten Momente gehen einmal zu Ende. Wir besuchen noch den Vogelpark von Iguazu, welcher sich unweit vom Nationalpark auf der brasilianischen Seite befindet. Eine großzügige Anlage mit vielen verschiedenen Vogelarten zum Entdecken. Und nach diesen letzten Eindrücken werden wir zum Flughafen gebracht, wo unsere Reise via São Paulo nach Manaus führt.

Manaus, das Tor zum Amazonas, ist in den letzten Jahren enorm gewachsen und zählt heute rund zwei Millionen Einwohner. Die Blütezeit erlebte Manaus zwischen 1870 und 1910, als der dort heimische Kautschuk-Baum an Bedeutung gewann und ein regelrechter Boom auf der ganzen Welt ausbrach. Wir kommen mitten in der Nacht an und werden direkt in unser Hotel gebracht. Das Tropical Manaus ist ein beliebtes Hotel für Vor-oder Nachübernachtungen der Amazonas-Touren. Ein mächtiges Hotel, viel dunkles Holz und man kann nur erahnen wie prunkvoll die früher hier gefeierten Feste gewesen sein müssen. Am nächsten Morgen werden wir von unserem Reiseleiter im Hotel abgeholt. Es ist Regensaison in Manaus und so zieht ein Sturm auf. Starke Winde reißen ganze Äste von den Bäumen und die Wellen auf dem sonst eher ruhigen Rio Negro machen das Anlegen der MV Desafio zur Geduldsprobe.

Zum Glück behält unser Reiseleiter Ruhe und erzählt uns die wildesten Geschichte über Manaus, die Blütezeit und den heutigen Alltag. Heute ist vor allem das Opernhaus, in welchem sogar Pavarotti einmal auftrat, bekannt. Ein eleganter Bau mit viel Liebe zum Detail und regelmässigen Konzerten lockt immer wieder Besucher aus der ganzen Welt an. Aber auch der lokale Markt ist ein Besuch wert. Neben verschiedensten Früchten, Gemüsen und Gewürzen gibt es ein riesiges Fleisch- und Fischangebot. Und wer noch ein paar Mitbringsel für die Lieben zu Hause sucht, findet bestimmt das passende im Souvenirmarkt.

Märkte Brasilien

Nun zurück zu unserem Bootsauflug – Die beste Art und Weise den Amazonas zu erkunden ist auf einem Schiff. So können auch abgelegene Orte besucht und die eindrückliche Flora und Fauna bestaunt werden. Von Manaus aus fährt das Schiff entlang des Rio Negro bis zum „Meeting of the Waters“, wo der Rio Negro mit dem Amazonas zusammenfließt. Auf Grund von unterschiedlichen Wassertemperaturen, Strömungen und Wassermenge fließen die Flüsse nur langsam ineinander.

Amazonas

Mehrere Kilometer lang verlaufen die Flüsse nebeneinander, was wegen der unterschiedlichen Farbe der Flüsse zu einem eindrücklichen Naturschauspiel führt. Mit etwas Glück können dort auch die Rosa Delfine gesichtet werden. Es werden viele Mythen und Geschichten über diese Delfine erzählt; was weiß wohl Ihr Reiseleiter zu  berichten? Weiter führt die Fahrt flussaufwärts auf dem Amazonas in Richtung Peru. Uns reicht die Zeit leider nicht und so kehren wir zurück nach Manaus und weiter in unsere Dschungel-Lodge. Eine weitere Möglichkeit das Amazonasgebiet zu entdecken und bestimmt auch ein großes Abenteuer. Viele der Lodges bieten unterschiedliche Ausflüge am Tag und einige sogar am Abend an. Die Umgebung kann mit einem Kanu oder zu Fuss entdeckt werden oder es wird ein erholsamer Tag inmitten der Tropen eingeplant. Am Morgen wecken die Vögel mit ihrem fröhlichen Pfeifen und am Abend kann man zahlreiche Frösche hören. Der Reiseleiter oder Ranger erzählt gerne noch mehr über die hier lebenden Tierarten und verschiedenen Pflanzen.

 

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon verlassen wir Manaus bereits wieder und fliegen weiter nach Salvador de Bahia. Ich weiss aber nicht, woher die Redewendung „die Zeit vergeht wie im Flug“ kommt, denn unser Flug nach Salvador dauert eine gefühlte Ewigkeit – Zwischenlandung in Belém, Zwischenlandung in Fortaleza und dann endlich Salvador. Hier erhält ein „Direktflug“ eine ganz andere Bedeutung. Erschöpft lassen wir uns ins Bett fallen und sind auf die nächsten und gleichzeitig letzten Tage unserer Reise gespannt.

Im Jahr 1501 kam der erste Seefahrer nach Brasilien und genau gesagt nach Salvador de Bahia. Bereits im Jahre 1551 wurden die ersten Sklaven aus Angola nach Salvador gebracht und das erklärt auch, wieso heute noch ca. 80% der Bevölkerung von Salvador afrikanischer Abstammung ist. Ein geführter Stadtrundgang in Salvador de Bahia ist fast schon Pflicht. Die Geschichte von Salvador ist lange und von vielen verschiedenen Einflüssen geprägt. Dies zeigt sich sowohl in der Architektur, aber auch in dem Lebensstil und der Kultur der Einheimischen. So gibt es in Salvador noch heute viele Feiertage für die afrikanisch stämmigen Bewohner. Während einem Spaziergang durch die Altstadt kommt das Gefühl auf, in einer anderen Zeit zu sein. Farbige, kleine Häuser in den verwinkelten Gassen versprühen einen speziellen Charme und erzählen ganze Geschichten.

Häuser in Brasilien

Wer nach einer intensiven Rundreise in Brasilien noch etwas Zeit übrig hat und zudem noch ein wenig Ruhe geniessen möchte, fährt am besten von Salvador ca. 2 Stunden nach Norden, nach Praia do Forte. Rund um Praia do Forte gibt es verschiedene Hotels und Resorts. Das Städtchen lädt zum Flanieren ein und es können noch die letzten Souvenirs gekauft werden. Der Rest der Zeit kann gemütlich am Pool des Hotels oder direkt am Strand genossen werden. Auch wir lassen die letzten Tage Revue passieren, bevor wir zurück nach Salvador gebracht werden und dort dann unseren Rückflug nach Europa antreten.

Brasilien – ein Land der Superlative! Es war bestimmt nicht unser letzter Besuch in diesem eindrücklichen Land. Die Lebensfreude, die Gasfreundschaft und die verschiedenen Kulturen haben auch uns in den Bann gezogen.

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