Vulkanasche-Folgen: Stellungnahme zu häufig gestellten Fragen

Die Situation im April 2010

Im April 2010 herrschte im europäischen Luftraum eine noch nie da gewesene Ausnahmesituation: Aufgrund der Sperrung des Luftraumes nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull konnten wir unsere Gäste in dieser Zeit erst zeitverzögert nach Hause bringen, was mit einem verlängerten Aufenthalt am Urlaubsort einherging.

Während der Aufarbeitung der dadurch entstandenen Zusatzkosten - Hotelübernachtungen ebenso wie Sonderflüge mit zusätzlich eingesetzten Maschinen - sind nun häufig Fragen aufgetreten, die wir an dieser Stelle beantworten möchten.


Wie wurde der Reisevertrag gekündigt?

Es ist in Äußerungen und Kommentaren, die uns erreicht haben, die Rede davon, dass im Rahmen der Geltendmachung von Nachforderungen auf die Kündigung des Reisevertrages wegen höherer Gewalt Bezug genommen wird. Die Rahmenbedingungen, in denen diese stattgefunden haben, führten allerdings zu Unklarheiten. Daher wollen wir den Vorgang hier kurz skizzieren.

Die Kündigung des Reisevertrags wegen höherer Gewalt haben wir mittels unseres Kundeninformationsschreibens erklärt. Dieses ließen wir vor Ort über unsere Reiseleitung an unsere betroffenen Kunden aushändigen. Außerdem wurde das Schreiben an den hierfür vorgesehenen Stellen ausgehängt. Unsere Reiseleiter bestätigen, dafür gesorgt zu haben, dass alle unsere Gäste Kenntnis von diesem Schreiben erhielten.


Welche Kosten übernimmt FTI?

Im Kundeninformationsschreiben behielten wir uns vor, Mehrkosten für die Zusatzübernachtungen weiterzubelasten. Ein solcher Anspruch des Reiseveranstalters auf Ersatz der Mehrkosten ergibt sich aus den gesetzlichen Vorschriften zur Kündigung wegen höherer Gewalt. Außerdem haben wir darin mitgeteilt, dass wir die bereits entstandenen Mehrkosten für die erste Übernachtung entgegen der gesetzlichen Vorschriften kulanzhalber übernehmen werden.

Somit wurde mit der Aushändigung beziehungsweise dem Aushang des Schreibens durch unsere Reiseleitung konkludent die Kündigung gemäß § 651 j BGB erklärt. Die angefallenen Mehrkosten für die Rückbeförderung sind dieser Vorschrift zufolge zur Hälfte zu teilen, die weiteren Mehrkosten sind vom Reisenden zu tragen. Selbstverständlich stehen wir zu unserer Zusage, die Mehrkosten für die erste Übernachtung kulanzhalber zu übernehmen und haben diese auch nicht weiterbelastet.

Wie wurden allerdings von einigen Gästen darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Kommunikation vor Ort der Eindruck entstanden sei, der Reiseveranstalter übernehme kulanzhalber alle Kosten.

Wir bedauern sehr, wenn es diesbezüglich zu Missverständnissen gekommen ist. Die Zusage bezog sich nur auf die Übernahme der Kosten für die erste Zusatznacht im gebuchten Hotel. Es war uns wichtig, unseren Gästen hierdurch eine gewisse Sicherheit zu vermitteln - beispielsweise um zu verhindern, dass sie sich aus dem Stand heraus eine neue Unterkunft zu einem möglicherweise überhöhten Preis suchen müssen. Für alle weiteren Kosten für zusätzliche Übernachtungen sind wir in die finanzielle Vorleistung gegangen. Dies gilt auch für die Kosten der eingesetzten Sonderflüge.

In Anbetracht der ohnehin schwierigen Lage, in der sich unsere Kunden befanden, vor allem der Ungewissheit darüber, wann eine Rückreise nach Hause wieder möglich sein würde, ging es uns vorrangig darum, diese nicht noch mit weiteren Schwierigkeiten und vor allem auch Kosten vor Ort zu belasten.

Deshalb entschlossen wir uns ganz bewusst - und übrigens entgegen der Vorgehensweise einiger anderer Reiseveranstalter - dazu, unseren Leistungsträgern gegenüber hinsichtlich der entstandenen Mehrkosten zunächst in finanzielle Vorleistung zu treten.

Unsere Gäste haben wir auf diese Weise vor möglicherweise überhöhten Forderungen geschützt und ihnen weitere Unannehmlichkeiten ersparen können. Ein Verzicht auf die (teilweise) Weiterbelastung der Mehrkosten wurde hierdurch jedoch nicht erklärt, darauf haben wir unsere Gäste hingewiesen.


Wieso gibt es eine Rechnung für den Rückflug, obwohl ein Pauschalpaket gebucht wurde?

Die in Rechnung gestellten Rückflugkosten sind leider nicht im ursprünglichen Pauschalreisepreis enthalten beziehungsweise nicht durch die ersparten Aufwendungen des annullierten Rückfluges abgedeckt. Dies liegt darin begründet, dass uns die Fluggesellschaften aufgrund des außergewöhnlichen Ereignisses der Vulkanasche-Wolke die bestehenden Verträge über die Rückbeförderung unserer Gäste ebenfalls wegen höherer Gewalt gekündigt haben.

Um unsere Gäste aus dem Zielgebiet zurückzubefördern, mussten die Rückflüge erneut bei den Fluggesellschaften eingekauft werden. Da unmittelbar nach Aufhebung des Flugverbotes eine Vielzahl von Flügen leer in die Zielgebiete fliegen musste, um unsere Gäste dort abzuholen, waren die Einkaufspreise für diese Flüge teurer als die ursprünglich gebuchten Rückflüge. Zusätzlich war die Nachfrage für einen schnellen und effizienten Ersatztransport enorm hoch, was die Einkaufspreise ebenfalls in die Höhe trieb.

Der Gesetzgeber hat in diesen Fällen vorgesehen, dass die Mehrkosten für den Rücktransport im Falle von Ereignissen, die keine der Vertragsparteien zu vertreten hat, von beiden Parteien jeweils zur Hälfte zu tragen sind. Wir sind gegenüber unseren Leistungsträgern bezüglich des auf unsere Gäste entfallenden Mehrkostenanteils in Vorleistung getreten, um eine schnelle und reibungslose Rückbeförderung zu ermöglichen.

Bei allen Rechnungen bezüglich der Flug-Mehrkosten wurden bereits die ersparten Aufwendungen für den annullierten Rückflug berücksichtigt. Diese reinen Mehrkosten sind wie oben beschrieben zwischen den Gästen und dem Reiseveranstalter zu teilen.


Kurze Zusammenfassung

Wir bedauern sehr, dass viele unserer Gäste von den Flugausfällen aufgrund der Vulkanasche-Wolke des Eyjafjallajökull betroffen waren. Vor dem Hintergrund dieser sehr schwierigen Situation haben wir uns als verantwortlicher Reiseveranstalter bemüht, unsere Gäste bestmöglich zu unterstützen.

Unser Bestreben war es, den unfreiwillig verlängerten Aufenthalt möglichst unkompliziert und effizient zu gestalten. Vor allem galt es, eine angemessene Unterbringung und Verpflegung währenddessen zu gewährleisten - sowie eine schnelle und sichere Rückkehr in die Heimat soweit und sobald die Situation dies erlaubte. 

Die somit zusätzlich in Anspruch genommenen Transfer-, Übernachtungs- und Verpflegungsleistungen haben naturgemäß erhebliche Zusatzkosten verursacht. Aber auch die Rückflüge sowie alternativen Transportmittel mussten bei den Fluggesellschaften neu beschafft werden, nachdem diese die ursprünglichen Rückflüge wegen höherer Gewalt storniert hatten. Auch hierdurch entstanden uns hohe Mehrkosten.

In Anbetracht der Vielzahl an betroffenen Gäste und der damit einhergehenden außerordentlich hohen Belastung unserer Firma können wir leider nicht darauf verzichten, unsere Gäste an den entstandenen Mehrkosten im gesetzlich vorgesehenen Rahmen zu beteiligen.

Die gesetzliche Verpflichtung unserer Gäste zur Übernahme der Mehrkosten in der Destination sowie der hälftigen Mehrkosten, die im Rahmen der Rückbeförderung entstanden sind, ergibt sich aus § 651 j Abs. 2 S. 2 und S. 3 BGB. Wie beschrieben haben wir entgegen diesen gesetzlichen Vorschriften kulanzhalber die Kosten für die erste Zusatzübernachtung übernommen.


Kontakt

Bei weiteren Fragen rund um das Thema steht Ihnen unsere Service-Telefonnummer 089 / 2525 1426 zur Verfügung. Sie können uns auch gerne unter kundenservice(at)fti.de eine E-Mail zukommen lassen und wir rufen Sie so schnell wie möglich zurück.

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