Weihnachten – Bräuche und Traditionen weltweit

Bei uns bringt das Christkind am Abend des 24. Dezember die Geschenke. Wir haben einen prächtig geschmückten Weihnachtsbaum, essen Würstchen mit Kartoffelsalat, Fondue oder andere Köstlichkeiten. Der eine oder andere schafft es dann vielleicht gerade noch in die Christmette. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus?

Finnland: Wer findet die Weihnachtsmandel?

Weihnachten im Land des Weihnachtmannes ist etwas Besonderes. Bereits Wochen vorher geht es los: Finnische Kinder verkleiden sich als Elfen oder Wichtel und ziehen durch die Straßen. Am 24. Dezember gibt es zum Mittagessen Weihnachtsbrei mit Zucker und Zimt, in den eine Mandel eingerührt wird. Wer sie findet, wird in nächster Zeit viel Glück haben. Die Bescherung ist wie bei uns dann am 24. abends. Nur dass die Finnen vorher – natürlich – in die Sauna gehen. Tradition ist Tradition.

Weihnachtsgans

Nicht überall gibt es eine Gans zu Weihnachten.

Neuseeland: Barbecue statt Weihnachtsgans

Weihnachtsparty am Strand? Das ist in Neuseeland ganz normal. Kein Wunder, dort ist zu Weihnachten Hochsommer mit Temperaturen von bis zu 30 Grad. Geschenke gibt es wie den USA am Morgen des 25.12. Und wenn dann alle ausgepackt haben, geht´s auf zum Weihnachtsbarbecue an den Strand. Für den Nachtisch in der Kühlbox dabei: Pavlova, eine richtig süße Weihnachtsspezialität, bei der es sich um ein Baiser mit Kiwi und Sahnefüllung handelt.

Island: Die 13 Weihnachtszwerge von den Bergen

Heims um ból, helg eru jól  – so singt man „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf Isländisch. Doch vorher kommen noch die 13 Weihnachtsmänner zu Besuch zu den Kindern. Jeden Tag schaut ein anderer vorbei und lässt ein kleines Geschenk da. Am 23.12. ist Sankt Thorlakus Tag. An diesem Tag wird der Baum geschmückt und traditionell Skata gegessen – ein scharf zubereiteter Rochen. Der 24. läuft in etwas so ab wie bei uns: es wird gegessen und die Geschenke werden ausgepackt. Und dann, typisch für die nördlichen Länder, tanzt die ganze Familie um den Weihnachtsbaum.

Weihnachten in Neuseeland und in Island

In Neuseeland kann man Weihnachten am Strand feiern, während in Island gleich 13 Weihnachtsmänner zu Besuch kommen.

Polen: Oplatek als Symbol des Teilens

In Polen wird am 24. Dezember tagsüber gefastet. Und wenn die ersten Sterne am Himmel stehen, beginnt das große Festmahl mit der Familie. Die gastfreundlichen Polen stellen dabei auch immer einen Teller für einen unerwarteten Besucher hin – egal ob er kommt oder nicht. Zu essen gibt es traditionell zwölf verschiedene Speisen. Eine für jeden Monat. Außerdem bekommt jeder eine Oblate, die auf Polnisch oplatek heißt, und von der man als Symbol des Teilens jedem Familienmitglied etwas abgibt.

Großbritannien: Christmas Cracker für Alle

Am 24. Dezember liegen die Geschenke zwar schon unter dem Baum – ausgepackt werden sie aber erst am 25. Dann macht man es sich gemütlich und schaut im Fernsehen die jährliche Weihnachtsbotschaft der Queen. Und am Abend wird geschlemmt:  Traditionell gibt es Truthahn oder Roastbeef mit Bratkartoffeln und Rosenkohl. Nicht fehlen dürfen auch die Christmas Cracker. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Kekse, sondern um bunte Knallbonbons, die mit kleinen Geschenken gefüllt sind.

geschenke

Wann es Geschenke gibt ist in jedem Land unterschiedlich.

Griechenland: Geschenke gibt´s erst am 1. Januar

Griechische Kinder müssen sich in Geduld üben – denn Geschenke gibt es in Griechenland erst am 1. Januar. Aber gefeiert wird am 24. Dezember trotzdem. Denn da laufen die Kleinsten von Haus zu Haus und singen das Weihnachtslied Kalanda. Am Abend werden überall große Weihnachtsfeuer entzündet. Und auch während der kommenden 12 Tage lodern überall öffentliche Feuer um die bösen Kobolde in Schach zu halten. Als Alternative zum Weihnachtsbaum stellen viele Griechen ein Schiffchen mit Lichterketten auf die Fensterbank.

Mexiko: Fiesta mit Tanz und Musik

Die Mexikaner starten schon Mitte Dezember mit den Feierlichkeiten. Da finden jeden Tag die Posadas statt, bei denen ein als Maria und Josef verkleidetes Paar von Haus zu Haus läuft. Nach zweimaligem Klopfen werden sie schließlich eingelassen anschließend wird kräftig gefeiert. Am nächsten Tag ist dann eine andere Familie der Gastgeber. So geht es weiter bis Heiligabend. Ungewohnt für uns: Der Weihnachtsbaum ist meist aus Plastik und steht auch gerne mal in schrillen Farben im Wohnzimmer.

Weichnachten in Mexiko und Russland

In Mexiko geht es bunt zu. In Russland ist Kutja ein traditionelles Weihnachtsgericht.

Russland: Weihnachtsfest am 6. Januar

Orthodoxe Russen feiern ihr Weihnachtsfest erst am 6. Januar. Zuvor wird für die körperliche und geistige Reinigung 40 Tage gefastet. Da die Fastenzeit erst um Mitternacht endet, beginnt das Festmahl am 6. Januar zunächst ohne tierische Produkte. Stattdessen gibt es Kutja, einen Getreidebrei mit Rosinen und Nüssen. Dazu werden Salate, Bohnen, Kraut und Eintöpfe gereicht. Wie in Polen, müssen es insgesamt 12 Gerichte sein. Eines für jeden Apostel. Da die Russen sich an Silvester beschenken, gibt es zum Weihnachtsfest keine Bescherung mehr.

Indien: Weihnachten mit Krippen-Kunstwerken

Etwa 2,5 Prozent der Inder sind katholisch – und feiern daher auch Weihnachten. Und das läuft ähnlich ab wie bei uns. Allerdings gibt es keinen Weihnachtsbaum, sondern es werden Bananenstauden, Mangobäume oder was eben da ist geschmückt. Außerdem wird Weihnachten mit vielen bunten Lichterketten, indisch angehauchten Versionen von „Jingle Bells“ und leckeren Süßigkeiten begangen. Auch eine Krippe darf nicht fehlen. Viele Inder stellen sie ins Fenster und teilweise entbrennt ein wahrer Wettbewerb um die schönste Krippe.

Schöne Krippe

Wer hat die schönste Krippe?

Spanien: Wer gewinnt in der Weihnachtslotterie?

Die spanische Weihnachtslotterie gilt als größte Lotterie der Welt, da hier die Gewinnsummen außergewöhnlich hoch sind. Entsprechend groß ist die Spannung, wenn es zur Auslosung geht. Am 24.12 wird ausgiebig mit der Familie getafelt. Aber nicht unter dem Weihnachtsbaum. Die Spanier schmücken lieber alles mit Lichterketten und stellen eine Krippe auf. Geschenke gibt es erst am 6. Januar. Sie werden von den Heiligen drei Königen gebracht. Genau wie wir, gehen auch die Spanier gerne auf Weihnachtsmärkte, die vor allem in Großstädten wie Madrid oder Barcelona sehr sehenswert sind.  

 

Wie verbringt ihr Weihnachten in der Regel? Habt ihr schon einmal Weihnachten in einem anderen Land erlebt?

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