Milch und kekse an weihnachten

Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Ein opulentes Essen mit Weihnachtsgans, ein prachtvoll geschmückter Christbaum, besinnliche Stunden mit der Familie und viel Kerzenschein – Dinge, die hierzulande an den Weihnachtstagen Tradition haben und die „das Fest der Liebe“ für viele zur schönsten Zeit des Jahres werden lassen.

Vielleicht habt ihr euch ja schon mal gefragt, ob Weihnachten überall so festlich zelebriert wird wie in Deutschland? Bei weitem nicht, denn weltweit gibt es unzählige Weihnachtsbräuche, die für uns eher ungewöhnlich sind und bisweilen etwas skurril wirken. Bereit, euren weihnachtlichen Horizont zu erweitern? Ho! Ho! Ho!

  1. Griechenland: Weihnachten meets Silvester
  2. Neuseeland: BBQ and Beach 
  3. Mexiko: Wo Weihnachten Fiesta verspricht
  4. Spanien: Weihnachtliches Lotto-Fieber
  5. Polen: Kommt noch Jemand?
  6. Japan: Feiern mit Colonel Sanders
  7. Vereinigtes Königreich: Cracker und Fußball

Griechenland: Weihnachten meets Silvester

Auch im orthodox geprägten Griechenland spielt Weihnachten eine sehr wichtige Rolle, wobei das größte „Familienfest“ für die Hellenen Ostern ist. Am 24. Dezember unterscheidet sich das Weihnachtsfest kaum von den deutschen Festtagen: Die Familie kommt zusammen, Kinder singen Weihnachtslieder und ein großes Festmahl (das meistens auf Truthahn besteht) wird aufgetischt.

Ein Weihnachtsbaum steht übrigens nicht zwangsläufig in jedem griechischen Haushalt, denn auch ein mit Lichterketten geschmücktes Miniaturschiff stellt in Griechenland eine festliche Weihnachtsdekoration dar.

Wunderkerze an Silvester

Wo hierzulande nach dem Abendessen mit dem Geschenke auspacken der (zumindest für die Kinder) schönste Teil des Heiligen Abends beginnt, passiert in Griechenland genau gar nichts. Offensichtlich wollen die Griechen ihren Nachwuchs in Askese schulen, denn in Griechenland müssen die Kinder auf Silvester warten, bis sie endlich ihre Geschenke bekommen.

Da Silvester als Symbol für den Neuanfang in Griechenland traditionell einen hohen Stellenwert hat, beschenkt man sich in der Nacht zum 1. Januar – eine Bescherung um Mitternacht hat schließlich auch was …

Neuseeland: BBQ and Beach

Ihr könnt es euch bestimmt auch nur schwer vorstellen, Weihnachten bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 30 Grad zu feiern, oder? In Neuseeland ist das allerdings Realität, denn wie überall auf der Südhalbkugel der Erde fallen die Weihnachtstage in die Sommerzeit. Die Neuseeländer machen aus dieser „Not“ eine Tugend und verlegen das Festgeschehen kurzerhand an die Strände des Landes.

BBQ in Neuseeland

Hier wird bei einem Barbecue mit Freunden und Familien Weihnachten gefeiert, wobei natürlich stilecht mit Bier angestoßen wird.

Nach dem Grillen folgt der Nachtisch, der in der Kühlbox mitgebracht wurde – der Pavlova!Die Baisertorte mit Kiwis und anderen Früchten wird an Weihnachten traditionell verputzt und kann es trotz fehlenden Zimtaromas durchaus mit deutschen Plätzchen und Lebkuchen aufnehmen.

Mexiko: Wo Weihnachten Fiesta verspricht

Im erzkatholischen Lateinamerika ist Weihnachten einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Dass die typische Latino-Lebensfreude auch vor den Festtagen nicht Halt macht, könnt ihr mit Blick auf die Weihnachtszimmer in Mexiko sehen. Schrille Farben und bunte Dekorationen dominieren hier, auch der Weihnachtsbaum wird farbenfroh in Szene gesetzt.

Typisch für das mexikanische Weihnachten ist sein früher Beginn, den streng genommen beginnen die Feierlichkeiten schon Mitte Dezember. Bei den Posadas, wie diese Feste heißen, laufen an neun aufeinanderfolgenden Tagen (die Zahl steht für die Schwangerschaft Marias) als Maria und Josef verkleidete Kinder von Haus zu Haus.

Pinata in Mexiko an Weihnachten

Als Rahmenprogramm werden Lieder geträllert und Piñatas malträtiert. Angesichts dieses „Vorspiels“ ist es also kein Wunder, dass die Feiertage dann mit einer besonders großen Fiesta gefeiert werden.

Spanien: Weihnachtliches Lotto-Fieber

Spanien feiert nicht nur alljährlich Weihnachten, sondern auch „El Gordo“, den Dicken… Nein, die Rede ist nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom Hauptpreis der Weihnachtslotterie, die für ihre außergewöhnlich „dicke“ Gewinnsumme bekannt ist und jedes Jahr zwei Tage vor Weihnachten stattfindet.

Im nationalen Bewusstsein der Spanier gilt die im TV übertragene Ziehung (die gefühlt eine Ewigkeit dauert) als das Ereignis, das die Festtage einläutet. Nicht selten werden dabei Einschaltquoten von über 50 Prozent erzielt.

An Weihnachten geht es bei den Spaniern sehr familiär zu. Nicht selten kommt die gesamte Familie zusammen, um den traditionellen Weihnachtsfisch zu verspeisen. Einen Weihnachtsbaum werdet ihr auf der Iberischen Halbinsel allerdings vergeblich suchen, Spanier sorgen mittels unzähliger Lichterketten für weihnachtliche Stimmung im Haus.

Polen: Kommt noch jemand?

In Polen genießt der Heilige Abend einen herausragenden Stellenwert – wenig verwunderlich in einem der katholischsten Länder Europas. Der Abend ist bei unseren Nachbarn auch als „Wigilia“ (vom lateinischen Wort für „wachen“) bekannt, was zum Ausdruck bringen soll, dass die Familie wie eine Kirchengemeinschaft über Christus wacht.

weihnachtsbaum im Garten

Die Familienköche des Landes dürften an diesem Tag schon sehr früh aufstehen, schließlich gilt es bis zum Abend ein 12-Gerichte-Buffett (die Zahl steht sowohl für die Apostel Christi als auch für die Monate des Jahres) zu zaubern. Das Essen beginnt erst, wenn die ersten Sterne am Himmel zu sehen sind.

Zwei typisch polnische Weihnachtsbräuche stehen symbolisch für die Nächstenliebe: Jeder Anwesende bekommt eine Oblate, die mit den anderen Familienmitgliedern als Symbol der Verbundenheit geteilt wird. Außerdem stellen die Polen immer einen Teller für unerwartete Besucher auf dem Tisch bereit – egal ob dieser erscheint oder nicht …

Japan: Feiern mit Colonel Sanders

Als nicht christlich geprägte Gesellschaft haben die Japaner mit Heiligabend eher nicht so viel am Hut, auch der 25. und 26.12. sind keine Feiertage. Das hält allerdings niemanden davon ab, eine bizarre Weihnachtstradition zu pflegen. Denn am Heiligen Abend bilden sich vor den KFC-Filialen des Landes lange Schlangen und Sitzplätze sind seit Anfang Dezember komplett reserviert – ja, ihr habt richtig gelesen: Die Rede ist tatsächlich vom international agierenden „Hähnchenbrater“ aus den USA.

In den KFC-Stores, die stilecht dekoriert sind (Figuren des Firmengründers „Colonel“ Harald David Sanders in Weihnachtsmann-Optik), bekommt man an Weihnachten für circa 20 Euro ein Menü bestehend aus einem Cesar-Salad, einem Eimer mit sogenannten Hühnchen-Teilen und einem Schokokuchen.

Der Ursprung dieser Tradition reicht übrigens in die 70er Jahre zurück, als sich eine Werbekampagne mit dem Slogan „An Weihnachten KFC“ die Kombination aus Fast-Food und Weihnachten in den Köpfen der japanischen Bevölkerung festsetzte. Der damaligen Auffassung nach glichen die Menüs einem typischen Festtagsessen in den USA. Nun ja…

Vereinigtes Königreich: Cracker und Fußball

Euch dürfte sicher schon bekannt sein, dass der Weihnachtsabend im angelsächsischen Sprachraum nicht so wichtig ist wie der Morgen des 25. Dezember. Dann heißt es „Morgenstund hat Weihnacht im Mund“ und die Familie tauscht Geschenke aus. Die Briten haben darüber hinaus noch Rituale die sich von den USA und Australien unterscheiden.

 

An jenem Morgen hält die Queen eine Weihnachtsansprache ehe die gemeinsamen Vorbereitungen für das Abendessen beginnen. Die Briten, die ja nicht unbedingt für ihre brillante Küche bekannt sind, lassen sich am Weihnachtstag nicht lumpen und zaubern Truthahn oder Roastbeef mit verschiedenen Beilagen auf den Tisch. Nach dem Essen tauscht man traditionell Christmas Cracker aus, bei denen es sich nicht wie der Name vermuten lässt um Gebäck handelt, sondern um kleine Knallbonbons. Diese sind mit Geschenken gefüllt.

Eine typisch englische Tradition ist der sogenannte „Boxing Day“ (Geschenkschachteltag) am 26. Dezember, an dem Angestellte früher die Geschenke von ihren Arbeitgebern erhielten. Da die englische Fußballliga keine Winterpause hat, ist alljährlich an diesem Tag ein Spieltag terminiert. Oftmals finden am „Boxing Day“ besonders prestigeträchtige Spiele oder Lokalderbys statt, sodass die Fans nur so in die Stadien strömen – an diesen Tag herrscht im wahrsten Sinne Festtagsatmosphäre.

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