Die 5 schönsten Städte in Frankreich: viel Charme und gutes Essen

Frankreich ist ein vielfältiges Reiseland, das besonders bei Individualreisenden sehr beliebt ist. An den Küsten gibt es Traumstrände und im Landesinneren faszinierende Berglandschaften. Für Gourmets bietet jede Region eigene Spezialitäten, die es zu verkosten gilt. Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Küche und eine Mahlzeit mit Freunden kann gerne etwas länger dauern. Vor allem die Städte bieten aber auch sehr viel Kultur und Geschichte, die darauf warten von euch entdeckt zu werden. Bienvenue im Land des „Savoir Vivre“.

Wenn man eine Städtereise nach Frankreich plant, denkt jeder zunächst an Paris und den Eiffelturm. Die Stadt der Liebe ist natürlich immer eine Reise wert, aber es gibt noch viele andere Städte, die es wert sind von euch erkundet zu werden. Mediterranes Flair in Nizza und Marseille, mondäne Bauten und Weingüter in Bordeaux, Fachwerk und deutsches Erbe in Straßburg.

1. Straßburg: Choucroute und Fachwerkhäuser

Wir beginnen unsere Reise im Osten des Landes in der Region Elsass. Die Stadt, die heute das Europaparlament beherbergt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem Straßburger Münster mutet sehr deutsch an, wobei das malerischste Viertel der Stadt ausgerechnet „Petite France“ heißt. Hier kann es vor allem im Sommer auch mal recht voll werden.

Fachwerkhäuser in Strassburg

Besonders sehenswert ist das Zentrum der Stadt, das auch „Grande Ile“ genannt wird. Dieses wurde komplett zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Während einer Dinnerkreuzfahrt auf der Ill und durch die Kanäle der Altstadt, bilden die vielen angestrahlten Sehenswürdigkeiten die Traumkulisse für ein typisches Abendessen.

Wenn ihr dann am nächsten Morgen durch die Stadt bummelt, solltet ihr unbedingt an einer Bäckerei stoppen und den köstlichen Guglhupf oder andere typisch elsässische Leckereien probieren.

Für eure weiteren Abendessen empfehlen sich die typischen Brasserien (auf Deutsch: Brauerei) wo ihr euch ein Choucroute Garnie schmecken lassen solltet. Das ist Sauerkraut mit Kartoffeln. Dazu wird traditionell gepöckeltes Schweinefleisch serviert. Es gibt aber auch die Variante Choucroute de la mer, bei der statt Fleisch Fisch auf den Teller kommt. Eine weitere typisch elsässische Spezialität sind die Flammkuchen, die überall in der Stadt angeboten werden. Dazu solltet ihr einen Riesling oder Gewürztraminer aus der Region trinken.

Wenn euch nach Action zumute ist, könnt ihr auch einen Abstecher in den Europapark in Rust machen. Der größte Freizeitparks Deutschlands ist nur 30 Minuten mit dem Auto entfernt. 

Tipp: In der Adventszeit wird die Stadt schön geschmückt und auf dem Münsterplatz wird ein großer Weihnachtsmarkt aufgebaut. Dieser ist einer der schönsten im Land und immer mehr Städte in Frankreich übernehmen diese Tradition.

2. Paris: Die Stadt der Liebe

Paris, wer träumt nicht davon einmal auf dem Eiffelturm zu stehen oder über die Champs-Elysées zu schlendern. Die französische Hauptstadt ist immer eine Reise wert.

Die Stadt ist aufgeteilt in 20 Arrondissements und jedes hat sein eigenes Flair. Die Arrondissements 1-4 rund um das Rathaus und die Kathedrale Notre-Dame bilden den ältesten Teil des Zentrums. Hier liegt auch der Louvre, eines der bedeutendsten Museen der Welt. Wenn ihr alle Ausstellungen besuchen wollt, braucht ihr mehrere Tage. Mittwochs, Freitags und Samstags ist das Museum bis 21: 45 Uhr geöffnet und zur Nocturne sind nicht so viele Menschen unterwegs. So habt ihr auch eine Chance die Mona Lisa in Ruhe anzuschauen. Am ersten Samstag im Monat ist der Eintritt frei.

Louvre in Paris

Nach dem Museumsbesuch könnt ihr dann im Marais bummeln gehen. Viele kleine Boutiquen und Straßencafés bilden einen Kontrast zu eurem Kulturprogramm. In diesem Viertel befindet sich auch die Rue des Rosiers, das Zentrum des jüdischen Viertels. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es hier eine Auswahl an Bäckereien und Imbissläden.

Im 5. und 6. Arrondissement auf dem Rive Gauche, dem linken Seineufer, befindet sich das Quartier Latin. Durch die Nähe zur Universität Sorbonne ist es traditionell das Viertel der Intellektuellen. So ist es gut verständlich, dass die Brasserie „Les Deux Magots“ das Stammlokal von vielen bekannte Personen war. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir haben hier häufig diskutiert.

Am Ufer der Seine liegt das Musée d’Orsay, dessen Bau schon ein architektonisches Meisterwerk ist. Im Inneren bestaunt ihr Werke von Van Gogh, Monet und vielen anderen Impressionisten. Auch in diesem Museum gibt es Nocturnes und am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Gegenüber in den Tuilleries befindet sich mit dem Musée de l’Orangerie eine Dépendance des Musée d’Orsay in der ehemaligen Orangerie des Louvre. Dieses Museum wurde speziell umgebaut, um die berühmten Seerosen von Monet ins perfekte Licht zu rücken. Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei.

Vom Musée d’Orsay ist es nur ein kleiner Spaziergang bis zum Eiffelturm im 7. Arrondissement. Über den wurde ja schon so viel geschrieben, so dass wir gleich weiter gehen ins 8., das wieder auf dem rechten Seineufer liegt. Dieses Arrondissement beherbergt den Triumphbogen und die Champs-Elysées, sowie auch den Elysée Palast, den Sitz des französischen Präsidenten.

Eiffelturm in Paris bei Sonnenuntergang

So gelangt ihr schließlich ins 9. Arrondissement, wo ihr die Opéra Garnier bestaunen könnt. In dem Prachtbau gibt es eine Decke, die von Marc Chagall gestaltet wurde.

Wenn ihr nach dem Trubel der Stadt etwas Ruhe braucht, empfiehlt sich ein Abstecher zur grünen Lunge der Stadt, dem Friedhof Père Lachaise (20. Arrondissement). Am Eingang wird ein Plan verkauft, der euch zu den Gräbern der Berühmtheiten führt, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Wenn ihr schon mal im Osten der Stadt seid, gönnt euch mit einer Bootsfahrt auf dem Canal St. Martin eine besondere Besichtigungstour. Die Boote fahren von der Bastille bis zum Bassin de la Villette. Vom dort ist es nicht weit zum Parc des Buttes Chaumont. Hier wurde eine künstliche Landschaft mit Felsklippen und einem kleinen See geschaffen.

Chaumont sur loire in Paris

Ein völlig anderes Paris entdeckt ihr in Belleville (20.) und rund um die Metrostation Danube (19.). Mitten in der Stadt lauft ihr hier durch Straßen mit alten Einfamilienhäusern. Diese Viertel werden von den Parisern gerne als „Paris Village“ (das dörfliche Paris) bezeichnet.

Nach den versteckten Schönheiten der Stadt solltet ihr unbedingt noch einen Spaziergang auf dem Montmartre und dort zur Kirche Sacré Coeur unternehmen. In diesem Viertel gibt es auch einen der letzten Weinberge von Paris zu sehen.

Montmatre in Paris

Essen gehen ist in Paris nicht immer günstig es gibt aber viele Bistros, die euch für relativ wenig Geld gute Hausmannskost, oft Spezialitäten aus der Auvergne, servieren. Diese sind zwar gerne mal nicht besonders einladend eingerichtet, aber das Essen dort schmeckt vorzüglich. Beobachtet am besten wohin die Einheimischen essen gehen.

Für eure Abendunterhaltung empfiehlt sich das Viertel rund um die Bastille, wo das Leben erst nachts so richtig in Fahrt kommt.

Ein Highlight für euer Abendprogramm ist der Besuch eines der Cabarets. Ihr könnt diese mit Dinner & Show oder nur Show buchen. Eine Vorreservierung ist aber zwingend erforderlich. Das Moulin Rouge ist das bekannteste. Hier wurde der berühmte Cancan geboren. Wer es extravaganter mag besucht das Lido auf den Champs-Elysées, bekannt für die spektakulären Kostüme der Tänzer. Die aktuelle Show wurde vom dem Designer des Cirque du Soleil entworfen. Ein anderes bekanntes Theater ist das Crazy Horse, das damit wirbt, dass seine Tänzer die am wenigsten bekleideten der Pariser Cabarets sind. Ihr wollt es authentischer? Dann bucht für euch die Show mit vielen Bezügen zu Paris im Paradis Latin.

Natürlich könnt ihr Paris im Schnelldurchlauf mit der Metro besichtigen, aber viel schöner ist es, sich Zeit zu nehmen und das Flair bei diversen Rundgängen zu genießen. Nehmt euch lieber einen Tag mehr Zeit und lasst euch treiben. Sicherlich stimmt ihr dann in das berühmte Lied von Ella Fitzgerald mit ein und singt I love Paris….

Tipp: Im Juli und August verwandeln sich die Ufer der Seine und das Bassin de la Villette in einen riesigen Stadtstrand mit großem Sport- und Freizeitangebot. Einen besonderen Badespaß genießt ihr ganzjährig im Piscine Joséphine Baker, das sich auf einem Schiff auf der Seine befindet. Im Sommer auch bei geöffnetem Dach.
Natürlich haben wir auch passenden Angebote für Paris parat. Neben Hotels und Flügen gibt es auch fertige Reisepakete.

3. Nantes: Geheimtipp an der der Loire

Von der Seine führt uns unsere Reise an die Loire. Kurz bevor diese in den Atlantik mündet, fließt diese durch eine Stadt, die nicht so oft besucht wird. Nantes war lange Zeit die Hauptstadt der Bretagne. Da die Bretonen den Regierenden in Paris aber zu aufmüpfig wurden, hat man kurzerhand ein neues Département Loire-Atlantique eingerichtet und die Bretagne geteilt.

Die Naschkatzen unter euch werden hier ein Paradies finden. Nantes ist bekannt für Bonbons, wie die Berlingots oder Rigolettes. Aber auch Gebäck, wie die kleinen Rührkuchen Gâteaux Nantais oder Butterkekse von LU (angeblich wurden diese hier erfunden) kommen aus der Stadt. Wer es herzhafter mag, kann sich zur Canard (Ente) Nantaise einen Feldsalat schmecken lassen. Abgerundet wird jede Mahlzeit mit dem typischen Muscadet der Region.

Blick auf die Stadt Nante in Frankreich

Und was gibt es zu sehen? Hauptattraktion ist das Schloss der Herzöge der Bretagne, das ab dem 13. Jahrhundert Sitz der Herrscher der Bretagne war. Heute befindet sich hier das Museum der Stadt, deren Geschichte eng mit dem Herrscherhaus verbunden ist. Es finden aber auch immer Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und diverse Veranstaltungen statt. Nach dem Schloss geht es zur Kathedrale. Das Gewölbe von St.Pierre-et-St.Paul ist höher als das von Notre-Dame in Paris.

Die Stadt wurde im 2.Weltkrieg weitgehend zerstört, aber man hat beim Wiederaufbau darauf geachtet die Altstadt möglichst originalgetreu wieder aufzubauen. Bei einem Rundgang entlang der „Grünen Linie“ werdet ihr zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten geführt. Wenn ihr nicht so viel laufen wollt, könnt ihr euch an einer von  123 Stationen ein Fahrrad für eure Besichtigungstour mieten.

Nicht nur für Kinder interessant sind die imaginären Welten der „Machines de Nantes“. Inspiriert von Jules Verne, der in Nantes geboren wurde, und Leonardo da Vinci wurden hier kuriose Geräte geschaffen. So könnt ihr auf dem Karussell der Meereswelten fahren oder aber auf einem 12 Meter hohen Elefanten über die Hafenpromenade reiten. Hier werden Mechanik und Technik anschaulich erklärt. Ein Spaß für die ganze Familie.

Brunnen am Place Royal in Nantes

Bei jeder Städtereise sollte ja auch mal Zeit zum Entspannen sein. Dafür bietet sich eine Bootsfahrt auf der Erdre an, einem Fluss, der hier in die Loire mündet. Euer Schiff gleitet vorbei an Villen und kleinen Schlösser. Die Tour wird auch mit einem inkludierten Essen angeboten.

Tipp: Wenn ihr im Anschluss an eure Städtetour noch einen Badeaufenthalt am Meer plant, empfiehlt sich La Baule auf der Halbinsel Guérande mit einem Traumstrand von 9 km Länge. Der charmante Badeort gehört zu den schönsten Frankreichs. Auf der Halbinsel wird mit dem Sel de Guérande eine weitere Spezialität angeboten.

4. Bordeaux: Wein und Kultur

Unser nächster Stopp auf unserer kleinen Rundreise führt uns weiter in den Süden. Bordeaux liegt am Ufer der Garonne, ca. 60 km vom Atlantik entfernt und ist das Zentrum des gleichnamigen Weinanbaugebiets. Der Wein hat die Stadt reich gemacht, was sich an den vielen monumentalen Gebäuden im Zentrum zeigt.

Weinanbaugebiet in Bordeaux

Die berühmten Weindörfer liegen außerhalb der Stadt, aber ein Besuch bei mindestens einem Winzer gehört zu einem Besuch der Stadt. Namen wie Margaux, Pauillac und St. Émilion lösen bei Weinkennern wahre Begeisterungsstürme aus. Wenn ihr mehr über Wein erfahren wollt, solltet ihr die Cité du Vin besuchen. Dort dreht sich Alles um das Kulturgut Wein.

Fast die Hälfte des Zentrums (insgesamt eine Fläche von 1.810 ha) wurden zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Einer der schönsten Plätze der Stadt ist der Place de la Bourse, dessen Gebäudeensemble das Wahrzeichen von Bordeaux ist. Auf dem Platz wurde der größte Miroir d’eau der Welt angelegt. Aus dem 2 cm tiefen Wasser steigt Nebel auf und kleine Fontänen sorgen für Erfrischung. Gerade im Sommer ist das eine willkommene Abkühlung.

La Bourse ist ein beliebter Platz in Bordeaux

Shopaholics finden ihren Traum in der Rue Sainte-Cathérine, die Auswahl an Boutiquen scheut nicht den Vergleich mit Paris.

Ihr interessiert euch für moderne Architektur? Dann solltet ihr in den Stadteil Pessac fahren. Der Industrielle Henry Fugès wollte etwas Gutes tun und dafür sorgen, dass sich jeder, unabhängig seiner finanziellen Mittel, ein Haus leisten kann. Also beauftragte er den Stararchitekten Le Corbusier mit der Schaffung einer Siedlung und so entstanden 1929 etwa 50 Häuser, die heute zum UNSECO Weltkulturerbe gehören.

Eine etwas andere Attraktion ist das Darwin Ecosystème. In einer ehemalige Kaserne wurden Firmen, die sich dem Umweltschutz widmen, ein großer Biobauernhof und viele Alternative Künstler angesiedelt. Der Versuch, Stadtleben etwas grüner zu gestalten.

Die kulinarischen Spezialitäten der Stadt sind neben Wein, Wein und noch mehr Wein und die Austern aus dem nahe gelegenen Becken von Arcachon. Aus Pauillac kommt ein ganz besonderes Lammfleisch und in Bazas werden die Rinder von den Muttertieren auf der Weide groß gezogen. Zum Dessert gibt es  Cannelés, umhüllt von knusprigem Karamell und innen saftig und süß. Das sind kleine Kuchen, die süchtig machen. Mindestens genauso gut schmecken die Bouchons de Bordeaux, dünne Waffeln mit einer Füllung aus Mandeln und Rosinen.

Tipp: Etwas südlich von Bordeaux befindet sich im Sumpf von Les Landes Europas größter zusammenhängender Wald. Ein Paradies für Outdoorfans.

5. Marseille: Mediterrane Metropole

Die zweitgrößte Stadt Frankreichs litt lange Zeit unter einem zweifelhaften Ruf. Für viele Franzosen zählt sie eher zu Nordafrika als zu Frankreich. Aber genau das macht den Charme der ältesten Stadt Frankreichs aus. Seit bekannt wurde, dass Marseille im Jahr 2013 eine der Kulturhauptstädte Europas werden soll, hat sich hier sehr viel getan. Gegründet wurde die Stadt ca. 600 v. Chr. und der älteste Teil der Stadt liegt rund um den Vieux Port. Im Rahmen des Projekts Kulturhauptstadt wurde dieses Viertel vom Stararchitekten Sir Norman Foster und dem Landschaftsarchitekten Michel Desvigne neu gestaltet. Heute entdeckt ihr hier ein wunderschönes Viertel mit vielen Cafés und Restaurants. Sozusagen das Wohnzimmer der Stadt.

Auf einem 154 Meter hohen Hügel über der Stadt thront das Wahrzeichen, die Basilika Notre-Dame-de-la-Garde. Die leuchtend weiße Wallfahrtskirche ist in ihrem Inneren reich verziert mit byzantinischen Elementen. Ein weiterer Grund warum ihr diese Kirche besuchen solltet ist der spektakuläre Ausblick über die Stadt. Die Canebière (abgeleitet vom französischen Wort für Hanf) mit ihren Bauten im Haussmannschen Stil ist die Prachtstraße der Stadt mit vielen Geschäften. In der Bucht vor der Stadt liegen die Frioul-Inseln mit dem Château d’If, das nur im Roman „Der Graf von Monte Christo“ ein Gefängnis war.

Notre Dame de la Garde in Marseille

Noch eine Sehenswürdigkeit, die extra für das Jahr als Kulturhauptstadt errichtet wurde, ist das MuCEM. In diesem Museum, das den europäischen und anderen Zivilisationen des Mittelmeerraumes gewidmet ist, wird für ein besseres Verständnis der Völker geworben. Auch in Marseille hat Le Corbusier seine Spuren hinterlassen. Die Cité Radieuse wurde als Stadt in der Stadt konzipiert – mit 337 Wohnungen, einem Hotel, Schule und Geschäften. Für Fans der modernen Architektur ein Muss.

Im Viertel Noailles in der Nähe des Vieux Port werdet ihr fest stellen, warum Marseille als arabische Stadt gilt. Wie in einem Souk gibt es hier orientalische Gewürze und Gebäck zu kaufen. Wenn ihr auch die Umgebung auf aktive Weise erkunden wollt, könnt ihr zumindest Teile des 365 Kilometer langen Wanderwegs GR2013 ablaufen. Dieser führt durch Natur, Städte aber auch Industriegebiete und wurde ebenfalls für das Kulturhauptstadtjahr eingerichtet.

Blick vom alten Hafen in Marseille

Bei den kulinarischen Spezialitäten zeigt sich der Einfluss Nordafrikas. Natürlich wird am Meer viel Fisch gegessen und so ist es nicht verwunderlich, dass die bekannteste Spezialität die, Bouillabaisse, ein Fischeintopf ist. Panisses sind Plätzchen aus Kichererbsenteig. Wenn ihr lieber etwas Süßes haben wollt, probiert die Navettes (Schiffchen). Ein knuspriges Gebäck mit Orangenblütenwasser. Als Sundowner und zum Apéritif trinkt man hier den Anisschnaps Pastis.

Tipp: Ein besonderes Naturerlebnis erwartet euch im Nationalpark der Calanques. Zwischen Marseille und Cassis findet ihr hier Traumbuchten mit azurblauem Wasser und weißen Klippen. Um den Park zu erkunden gibt es ein weitverzweigtes Netz aus Wanderwegen, oder aber ihr bucht eine Bootstour.

6. Nizza: Italien trifft auf Frankreich

Von Marseille reisen wir nun an die Côte d’Azur und somit fast an die italienische Grenze. In traumhaft schöner Lage an der Bay des Anges (Engelsbucht) liegt die Hauptstadt dieser Küstenregion am Fuß der Seealpen. Nizza wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet und hat eine sehr bewegte Vergangenheit.

Blick auf die Küste von Nizza

Reste der römischen Siedlung Cemenelum könnt ihr im Stadtteil Cimiez hoch über der Altstadt erkunden. Hier gibt es auch einen wunderschönen Klostergarten und zwei kleine aber sehr interessante Museen. Das Chagall Museum zeigt einen repräsentativen Querschnitt des Schaffens des Künstlers, der lange in der Region gelebt hat. Einem weiteren bedeutenden Künstler, der hier gelebt hat, ist das Museum in der Villa des Arènes gewidmet: Henri Matisse.

Das Zentrum von Nizza bildet die Altstadt mit ihren engen Gassen, die ein bisschen an Italien erinnern. Am Rande der Altstadt Liegt der Cours Saleya. Auf dem Platz findet jeden Montag ein Antiquitätenmarkt statt. An den anderen Tagen könnt ihr hier den berühmten Blumenmarkt besuchen. Über der Altstadt thronte früher ein Schloss. Heute ist das Gelände ein botanischer Garten. Nachdem ihr die 214 Treppenstufen auf den Hügel erklommen habt, werdet ihr mit einem traumhaften Ausblick über die Stadt belohnt. Im Osten des Hügels liegt der malerische Hafen. Hier liegen oft die großen Jachten der Reichen.

Blumenmarkt Cours Saleya in Nizza

Die Einkaufsstraße Avenue Jean Médecin beginnt am Place Masséna und führt euch zum Bahnhof. Auf über 7 Kilometer Länge führt die prächtige Promenade des Anglais an der Bucht entlang. Der Name erinnert daran, dass Nizza Ende des 19. Jahrhunderts besonders bei reichen Briten ein sehr beliebter Urlaubsort war. Zu dieser Zeit verbrachte auch der russische Zar mit seiner Familie gerne ein paar Urlaubstage in der Stadt. Daran erinnert die Kathedrale Saint-Nicolas, die größte russisch-orthodoxe Kathedrale außerhalb Russlands. Hinter der Promenade des Anglais liegt ein Viertel mit vielen Prachtbauten. Hier befinden sich viele Hotels und Restaurants.

Nach einem Bummel durch die Stadt solltet ihr euch unbedingt ein Eis bei Fenocchio an der Place Rossetti gönnen. In den Spezialitäten der Küche Nizzas finden sich neben Fisch viele Kräuter und Gemüse. Ratatouille und Salade Niçoise kennt ihr wahrscheinlich schon. Als Snack zwischendurch eignet sich Socca, eine Art Pizza aus Kirchererbsenmehl. Sehr beliebt ist die „Pissaladière“, eine Tarte mit Zwiebeln, Sardellen und Oliven. Unbedingt probieren müsst ihr die „Petits Farcis“. Das sind kleine Gemüse mit einer Hackfleischfüllung. Dazu passen die “Beignets“ aus Zucchiniblüten. Etwas schwierig zu essen ohne sich die Kleidung schmutzig zu machen ist das Pan Bagnat. Das Sandwich wird belegt mit Tomaten, Zwiebeln, Ei, Thunfisch, Sardellen, Oliven, Knoblauch und viel Olivenöl. Fertig ist der ideale Snack für einen Strandtag. Als Hauptgang gibt es „doba a la nissarda“, eine Art Gulasch oder eine „Poche de Veau“ (gefüllter Kalbsbauch). Zum Dessert gibt es eine süße Tourte à la blette (Mangold).

 

Tipp: Nizza ist berühmt für seinen Karneval. Buntgeschmückte Wägen und Gruppen ziehen durch die Stadt. Statt Bonbons werden hier Blumen ins Volk geworfen. Im Juli findet das Nizza Jazz Festival statt, eines der größten Jazzfestivals in Europa. Viele der Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt.

„Leben wie Gott in Frankreich“ ist mehr als ein geflügeltes Wort und es gäbe noch viele weitere Städte, die wir hier aufführen könnten. Wenn ihr gerne Kultur mit shoppen und gutem Essen verbinden wollt, nehmt euch ein paar Tage Zeit und lasst euch treiben. Viele Städte haben in den letzten Jahren neue Tramlinien geschaffen oder bieten Leihfahrräder an. So könnt ihr euch stressfrei und ohne Auto in aller Ruhe umsehen. Einem unvergesslichen Wochenende steht also nichts mehr im Wege. Wenn euch nur noch das passende Hotel für euren Urlaub in Frankreich fehlt, findet ihr uns eine große Auswahl an tollen Angeboten.

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