Essen und trinken auf Fuerteventura

Fuerteventura: Meine Lieblingsgerichte und Restaurant-Tipps

Die kanarische Küche hat einiges an Leckereien und Spezialitäten zu bieten. Doch die wenigsten wissen, was überhaupt typisch kanarisch ist. Spanische Tapas, Paella…?! Aus diese Grund möchten wir euch die kanarische Küche etwas näher bringen und ein paar leckere Empfehlungen für Gerichte und Restaurants auf Fuerteventura mitgeben.

Die Kanaren gehören zwar zu Spanien, kulinarisch unterscheiden sie sich aber doch stark vom Festland. Durch die Verbundenheit zum Meer und die vielen Häfen, sind Fischgerichte ein wichtiger Bestandteil der Küche geworden. Aber auch Fleischgerichte, Paella und verschiedenste Tapas sind hier leckere Spezialitäten. 

Kanarische Kartoffeln (Papas Arrugadas) – Einfach & Lecker

Papas Arrugadas

Was in der kanarischen Küche auf keinen Fall fehlen darf? Papas Arrugadas in Mojo – kanarische Kartoffeln mit einer Meersalzkruste und einer rötlich-pikanten Knoblauch-Sauce. Und das am besten alles mit einheimischen Gewürzen und regionalen Produkten zubereitet. Auf Fuerteventura werden vor allem Kartoffeln, Tomaten und Getreide auf sogenannten „Anbauterrassen“ angebaut, deshalb gibt es in den meisten Restaurants auf der Insel dieses Gericht. An den Salzkrusten-Kartoffeln und der leckeren roten Sauce kommen Reisende auf Fuerteventura nicht vorbei!

Die Kartoffeln sind ziemlich einfach zubereitet. Die Mojo-Sauce macht jeder Einheimische nach eigenem Belieben. Demnach kann sie unterschiedlich hell oder dunkel sein und scharf oder weniger scharf. Die Hauptzutaten zum Nachmachen: Frische Paprikaschoten, Tomaten Knoblauch, Meersalz, Essig, Öl, Chillischoten, Pfeffer, Oregano, Rotweinessig und Paprikapulver. Am besten serviert zu gekochten Kartoffeln oder Brot.

Kichererbseneintopf (Ropa Vieja) – Vielfältiger Eintopf für Kichererbsenfans

Ropa Vieja in einem Restaurant auf Fuerteventura

Es gibt verschiedene Varianten des Gerichts: Grundzutat sind fast immer Kichererbsen und der Rest bleibt meist Überraschung. Ropa Vieja gehört eindeutig zu den Gerichten, die bei einer spanischen Tapas nicht fehlen sollten – vor allem nicht für Kirchererbsenfans. Es gibt den Eintopf sowohl vegetarisch mit Kichererbsen, Auberginen, Karotten, Tomaten und Paprika, als auch mit Rindfleisch, Huhn, Meeresfrüchten und Co. In Kuba ist das Gericht eher eine Hauptspeise und zählt dort als Nationalgericht – auf den Kanaren gehört es zu den Vorspeisen. Übersetzt heißt das Gericht übrigens „Alte Wäsche“, schmeckt aber nach allem anderem als das…!

Ziegenkäse – Perfekt für Käseliebhaber

Ziegenkäse auf Fuerteventura

Die wichtigste Spezialität von Fuerteventura, die auch in die ganze Welt exportiert wird, ist der Ziegenkäse. Er wird so gut wie in jedem kanarischen Restaurant serviert und um diesen kommt ihr als Reisende auf keinen Fall herum. Auch wenn ihr nicht so gerne Ziegenkäse mögt, solltet ihr dem kanarischen Käse auf jeden Fall eine Chance geben, denn dieser ist bei bestimmten Sorten viel milder als deutscher oder österreichischer Ziegenkäse. Er wird häufig mit Serrano-Schinken und Brot als Tapas serviert. Der Käse zählt zu Fuerteventuras wichtigsten Exportgütern und falls ihr direkt mal bei der Insel vorbei kommt, solltet ihr ihn definitiv probieren oder zumindest seine Herstellung auf einer Ziegenfarm verfolgen!

Paella – Ein spanisches Traditionsgericht

Paella mit Fisch

Paella ist eigentlich ein traditionelles Gericht aus der spanischen Region Valencia. Oftmals wird aber Paella als spanisches Nationalgericht deklariert und so findet man die Reispfanne auch auf den Kanaren wieder. Paella kann eigentlich immer und überall gegessen werden. Üblicherweise wird sie gegen 15 Uhr gegessen. Das Reisgericht wird klassisch mit Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen, Petersilie, Safran, Hähnchenfleisch und Muscheln zubereitet. Häufig wird das Reisgericht in einer großen Pfanne gebraten und serviert. Wenn ihr Meeresfrüchte liebt, solltet ihr unbedingt eine Paella mit Muscheln, Gambas und Calamari bestellen. Wer die Reispfanne selbst zubereiten möchte, sollte auf den richtigen Reis achten. Es gibt nämlich speziellen Paella-Reis, einen sogenannten Rundkornreis oder Mittelkornreis. Die Sorte Bomba aus Valencia ist hierfür besonders gut geeignet – im Notfall hilft aber auch Risotto-Reis!

Nugat-Creme-Dessert (Maripepa) & süßer Espresso – Für zuckrige Naschkatzen

Nugat-Creme-Dessert

Nach der ganzen Vorspeise/Hauptspeise ist eine süße Nachspeise gefragt. Auf Fuerteventura ist Maripepa, ein Nugat-Creme-Dessert sehr beliebt. Häufig wird sie im Glas zum Herauslöffeln serviert, in der Mitte ist meist ein Keks versteckt. Spanier bestellen nach dem Essen übrigens immer eine Tasse Kaffee (Spanier trinken gerne auch abends Kaffee!). Falls ihr probierfreudig seid und euren Kaffee gerne auch etwas süßer trinkt, solltet ihr den Kaffee Cortado leche y leche ausprobieren. Es handelt sich dabei um einen starken Espresso, der mit sehr süßer Kondensmilch und aufgeschäumter Milch in einem kleinen Glas serviert wird. Die Süße mildert die Säure des Kaffees und gibt euch einen großen Energieschub… Perfekt für das Nachmittags- oder Essenstief!

Ziegenfleisch (Cabrito Compuesto) – Fleisch der besonderen Art

Gericht mit Ziegenfleisch auf Fuerteventura

Auf Fuerteventura gibt es zahlreiche Ziegenfarmen. Neben dem Ziegenkäse ist die kanarische Insel vor allem für ihr Ziegenfleisch bekannt. Das Fleisch wird üblicherweise in einem Wein-Knoblauch-Sud eingelegt und anschließend in der Pfanne gebraten – häufig werden noch Mandeln und Kümmel sowie Paprika hinzugefügt. Wenn das Fleisch richtig zubereitet ist, schmeckt es sehr angenehm und ist schön zart. Der Geschmack ist dann eine Mischung aus Rind, Lamm und Hühnchen. Das Ziegenfleisch kann auf verschiedene Art und Weisen zubereitet werden und wird meist neben den Salzkrusten-Kartoffeln und typischer Tapas serviert.

Meine Restaurant-Tipps auf Fuerteventura

Auf Fuerteventura gibt es eine Reihe an guten Restaurants. Während meiner Reise durfte ich viele Spezialitäten probieren. Geschmeckt hat es mir überall aber das ein oder andere Restaurant ist dann doch heraus gestochen. Hier sind meine Top 3: 

1. Waikiki Bar in Corralejo

Snacks zum Cocktail

Diese kleine Strand-Bar Waikiki ist einzigartig: Sie ist nämlich die einzige, bei der ihr direkt am Strand sitzen könnt! Am schönsten ist es hier gegen Abend und bei Sonnenuntergang, dann habt ihr nämlich einen wunderschönen Blick auf die unbewohnte Insel Lobos. Ein Cocktail kostet hier ca. 6 Euro (Stand Oktober 2018) und leckere Snacks gibt’s kostenlos dazu. Im Oktober ist es angenehm ruhig und es herrscht eine entspannte Atmosphäre. Mir hat es wirklich gut gefallen!

2. El Horno in Villaverde

Im Landsinneren im Süden der Insel liegt im verschlafenem Dorf Villaverde das Restaurante El Horno (Ctra. Gral, 44, Villaverde, Mittwochs geschlossen). „El Horno“ ist bekannt für seine kanarische Fleischküche und heißt im Spanischen übersetzt „der Ofen/Grill“. Die Spezialität des Restaurants sind demnach alle im Holzofen zubereitete, wie zum Beispiel Ziegenfleisch, Rindfleisch, Lamm oder Kaninchen.

Gericht mit Ziegenfleisch auf Fuerteventura

Zur Vorspeise gibt es selbstgemachtes Weißbrot mit Anis und Alioli (Knoblauchsauce). Es gibt eine große Auswahl an Hauptgerichten mit Fisch und Fleisch – meist ist hier noch Reis, Gemüse und Salzkartoffeln dabei. Die Produkte stammen direkt aus der Region. Als Nachspeise habt ihr die Wahl aus einer Vielzahl an selbstgemachten Leckereien, wie warmes Schokotörtchen, Leche frita und Maripepa.

Alle Karten gibt’s auch in verschiedenen Sprachen und die Bedienungen sprechen selbst verschiedene Sprachen. Das heißt aber nicht, dass das Restaurant touristisch überlaufen ist. Ganz im Gegenteil: Hier essen vor allem Einheimische! Nachmittags ab 14:30 Uhr ist hier immer viel los, deshalb sollte hier vorab reserviert werden, um draußen auf der Veranda noch einen Tisch zu ergattern. Für reichlich Parkplätze ist gesorgt.

3. La Jaira in Puerto del Rosario

Cocos Gambas auf FuerteventuraEtwas unscheinbar von außen, liegt das „La Jaira“ wenige Gehminuten vom Zentrum in der Inselhauptstadt Puerto del Rosario. Das Lokal überzeugt nicht nur mit seiner gemütlichen Inneneinrichtung, sondern vor allem mit ihrer exklusiven und leckeren kanarischen Küche! Auch hier stammen alle Produkte aus der Region: Fisch, Käse, Salz, Öl und und und. Die Preis-Leistung ist unschlagbar und so zahlt man für das Menü des Tages – bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise – 12 Euro inklusive Getränk!

Unser Tipp: Am besten kein Hauptgericht bestellen, sondern viele verschiedene Tapas. Da profitiert ihr von der Gerichtevielfalt und könnt euch kleine Häppchen bestellen und mit euren Mitreisenden teilen. Dieses kleine Restaurant ist ein absoluter Geheimtipp. Ihr solltet auf jeden Fall zuvor reservieren oder pünktlich kommen. Das Lokal wird von Demian geleitet, der die Gerichte euch persönlich an den Tisch bringt und auch erklärt, was hier für Zutaten verwendet wurden. Das ganze Service-Team ist hier sehr zuvorkommend und aufmerksam. Und wenn ihr einmal angefangen habt zu essen, dann könnt ihr hier nicht mehr so schnell wieder aufhören oder wer kann schon leckerem selbstgemachtem Brot mit Orangen-Öl, Kokos-Salz, Avocado-Hummus und frittierten Garnelen mit leckerer Mango-Sauce widerstehen?! Zum Schluss braucht ihr für euren vollgeschlagenen Magen auf jeden Fall noch einen Espresso oder Kaffee, der hier wirklich ausgezeichnet schmeckt! Also solltet ihr einmal in der Hauptstadt von Fuerteventura vorbeikommen, empfehlen wir euch dieses nette Restaurant, das mit seiner tollen Küche dazu beiträgt – nochmal nach Fuerteventura zu reisen…


Und was ihr außerdem auf keinen Fall verpassen solltet:

  • Canela Café in Lajares: Im „Surferdorf“ Lajares leben zahlreiche Künstler und Surfer. Neben hippen Märkten gibt es hier auch zahlreiche Restaurants und Cafés, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind. Für Veganer und Vegetarier lohnt sich ein Besuch im „Canela Café“. „Canela“ heißt übersetzt Zimt. Neben süßen Leckereien gibt es hier besonders guten Kaffee und vegane sowie vegetarische Snacks für Zwischendurch.
  • Caleta de Fuste: Es handelt sich hierbei um einen recht touristischen Ort mit vielen britischen Touristen und britischen Pubs. Die Hafenpromenade ist aber sehr schön zum Flanieren und die dazugehörigen Cafés und Restaurants bieten tolle Gerichte an. Hier solltet ihr auf jeden Fall einmal kurz vorbeischauen und einen Kaffee an der Promenade trinken. 
  • Kaktusmarmelade aus Betancuria: Auf der Insel Fuerteventura gibt es nicht nur tausende von Aloe Vera-Pflanzen, sondern auch zahlreiche Palmen und Kakteen, die hier sehr gut gedeihen. Aus den Früchten der Kakteen kann man leckere Kaktusmarmelade zubereiten, was auch einige Einheimische häufig tun. Wer seinen Verwandten zu Hause ein brauchbares Souvenir mitnehmen möchte, sollte dies in Betancuria tun und hier eine Kaktusmarmelade kaufen, denn hier sind sie am besten!
  • Meersalz von den Salinas de La Carmen: Auf der kanarischen Insel gibt es viele Meersalz-Salinen, bei denen Meersalz in Salzbecken produziert wird und hier ist es möglich die Salze direkt vor Ort zu kaufen.
  • Aloe Vera Saftkur: Auf Fuerteventura gibt es einige Aloe Vera Farmen, auf denen Aloe Vera Pflanzen biologisch angebaut und weiter zu Kosmetik-Produkten verarbeitet werden. Beispielsweise gibt es auch verschiedene Aloe Vera-Saftkuren zu kaufen, die angeblich die Darmflora stärken und Allergien vorbeugen sollen.

Ihr wollt nun selbst die Gerichte vor Ort austesten und so richtig auf Fuerteventura schlemmen gehen? Dann lest euch zuvor noch unseren Beitrag „Fuerteventura: Urlaub auf einer außergewöhnlichen Insel“ durch, damit ihr wisst, was euch alles auf der kanarischen Insel erwartet. 

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