Jeep-Safari auf Gozo, Malta

Auf Jeep-Safari auf Gozo: Ein Erfahrungsbericht

„Nach Gozo fahren die Malteser gerne für ein Wochenende, das ist wie Urlaub“, sagte unser Guide, als er uns zu einer Jeep-Safari auf Maltas Nachbarinsel abholte. „Es ist so ruhig dort, es wird euch gefallen. Ich zeige euch die schönsten Ecken“, erklärte er uns. Unsere Neugier war geweckt. Denn der Ausflug war für einen halben Tag geplant. Und wie viel kann man schon von einer ganzen Insel binnen sechs Stunden sehen? Wie ich später herausfinden sollte: sehr viel. Denn eine Jeep-Safari ist wirklich ideal, um auch zu entlegenen Spots abseits der Haupt-Sehenswürdigkeiten Gozos zu gelangen. Was wir auf unserer Tour entdecken durften, verrate ich euch hier.

Team auf Jeep-Safari auf Gozo

Jay-ar (m.), Victoria (r.) und ich freuen uns schon richtig auf Gozo.

Unsere Tour startete um 8 Uhr morgens vor dem LABRANDA Riviera im Norden Maltas. Jetzt hieß es: Rauf auf die Ladefläche des Jeeps, gut festhalten – und los geht’s! Mit der Fähre setzten wir nach Gozo über. Unterwegs bot sich uns ein herrlicher Ausblick auf Maltas kleine Nachbarinsel Comino.

Doch viel Zeit zum Schwärmen blieb uns nicht, denn nach nur 20 Minuten waren wir am Fährterminal von Mgarr angekommen. Unsere weitere Route habe ich euch in dieser Karte markiert:

Erst einmal den Ausblick genießen

Von Mgarr (A) aus fuhr uns der Jeep zuerst zur Calypso Cave (B), also der „Höhle der Calypso“, einer Nymphe aus der Odyssee. Doch leider kann das Innere der Höhle aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr besichtigt werden. Der Zwischenstopp hatte aber dennoch einen Sinn: Inzwischen dient der Spot als großartiger Aussichtspunkt auf Gozos Ramla Bay. Zu unseren Füßen erstreckte sich die Küste der Insel mit ihrem rötlichen Sand. 

Ramla Bay, Gozo, Malta

Der Ausblick von Calypso Cave auf die Ramla Bay ist atemberaubend.

Ich war in dem Moment etwas neidisch auf die Badenden unten am Strand – doch wir wollten ja möglichst viel von Gozo sehen. Und das sollte sich schon sehr bald bezahlt machen.

Gutes kann so einfach sein

Unterwegs zum nächsten Stopp machte unser Fahrer aber kurz am Straßenrand halt. An der Küste breiteten sich nämlich Gozos Salzterrassen (C) aus. Er erzählt uns, dass die in den Fels gehauenen Quader noch aus der Römerzeit stammen. Zur Salzgewinnung wird einfach Meerwasser in die Formen gefüllt – und etwa eine Woche abgewartet. Durch die starke Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser. Was aber zurückbleibt, ist wertvolles Meersalz. Das wird dann eingesammelt, in Säckchen gefüllt und noch einmal separat getrocknet, damit die Restfeuchtigkeit entweicht. Nicht nur ein schöner Fotospot, sondern auch eine gute Gelegenheit, um sich mit den kleinen Säckchen als Mitbringsel für daheim einzudecken.

Salzterrassen Gozo

Beeindruckendes römisches Erbe.

Eine Oase der Ruhe

Gozo ist ähnlich wie Malta sehr trocken und felsig, man findet kaum Schatten. Umso überraschter waren wir über unseren nächsten Halt bei einem Tal namens Ghasri Valley (D). Die Fahrt dorthin war sehr holprig und zum ersten Mal verstanden wir, warum für eine Gozo-Erkundungstour ein Jeep von Vorteil ist – kein Auto würde offroad hier durchkommen. Gut durchgeschüttelt stiegen wir also an einem scheinbar besonders kargen Spot aus. Unser Guide schickte uns dann eine steile in den Fels gehauene Treppe hinab. Und mit jedem Schritt wurden unsere Augen größer. Am Fuße des Valleys angekommen, eröffnete sich uns das Paradies: Genau hier befand sich nämlich eine schmale, höchstens 30 Meter breite Schlucht, durch die vom Meer landeinwärts Wasser eindrang. Das vermeintliche Flussbett bestand aus runden Kieseln und bildete einen Strand mitten im Tal. Das Wasser schimmerte saphirblau und smaragdgrün. Dieses schattige Plätzchen haben sowohl meine Kollegen als auch ich sofort ins Herz geschlossen – nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch wegen der Abgeschiedenheit. Außer uns war kaum jemand da und die Stille mutete fast schon andächtig an.

Ghasri Valley, Jeep-Safari, Gozo, Malta

Eine wahre Schönheit: Ghasri Valley.

Erst später erfuhren wir, dass man dem Flusslauf landauswärts folgen kann. Dort befände sich ein bei Tauchern beliebter Spot: eine große Unterwasserhöhle namens Cathedral Cave. Schweren Herzens mussten wir schließlich Abschied nehmen: Denn auf uns wartete jetzt ein ehemaliges Highlight der Insel.

Ein Fenster, das keines mehr ist

Hier in Dwejra im Westen Gozos stand noch bis März 2017 eine der Top-Attraktionen: das sogenannte „Azure Window“ (E), also das „Blaue Fenster“, eine Gesteinsformation mit einer Art „Guckloch“, durch die man die Landschaft dahinter sehen konnte – eben genauso wie bei einem Fenster. Doch diese Sehenswürdigkeit gibt es nicht mehr, nachdem ein heftiger Sturm die Felsen einstürzen ließ. Unser Guide erzählt uns: „Für die Bewohner von Gozo war diese Nachricht ein Schock, keiner konnte es recht glauben. Einige sind bei Wind und Wetter hingefahren, um sich selbst davon zu überzeugen. Danach fühlte es sich für viele fast so an, als wäre jemand gestorben. Mit dem Azure Window haben wir auf Gozo so etwas wie einen Verwandten verloren.“

Broken Azure Window, Gozo

Keine Spur mehr vom sogenannten „Azure Window“.

Ob mit oder ohne Fenster – die Landschaft in dieser Ecke Gozos ist dennoch einzigartig. Nicht umsonst fand hier bereits der ein oder andere Filmdreh statt.

Eine weitere Attraktion des Spots versteckt sich übrigens im Wasser. Wer dorthin gelangen möchte, muss Felsen herunterklettern und anschließend einige Meter durchs flache Wasser waten. Anschließend erkennt man eine Art „Loch“ im Meeresboden, einen natürlichen Pool an der Steilwand der Küste.

Und da merkte ich: Dies hier war das Blue Hole, ein beliebtes Tauchrevier. Es ist etwa 15 Meter tief und war auch an diesem Tag gut besucht. Doch nicht nur Taucher tummelten sich hier in organisierten Gruppen – auch einige Badegäste ruhten sich auf einem Felsvorsprung außerhalb des Wassers aus. Auf jeden Fall eine der ungewöhnlichsten Bademöglichkeiten, bei denen ich jemals war.

Blue Hole, Broken Azur Window, Gozo

Kein „Fenster“ mehr, dafür aber eine tiefe Höhle im Meer.

Badestopp in Xlendi

Gegen Mittag hieß es dann: Zeit für Erfrischung! Dazu brachte uns der Guide nach Xlendi (F), einem kleinen Ferienort mit einer langgezogenen, glasklaren Bucht. Direkt am Ufer fand sich eine Reihe an Restaurants. Doch uns zog es sprichwörtlich einen Schritt weiter ins Wasser. Das tat bei den Temperaturen richtig gut! Nun konnte es Richtung Mittagessen gehen.

Xlendi war eine Station während unserer Jeep-Safari auf Gozo

Die Bucht von Xlendi ist auch für Kinder geeignet.

Mittagspause in Victoria

Von Xlendi aus waren es nur wenige Fahrminuten nach Victoria (G), der Hauptstadt Gozos. Und die hatte sich richtig herausgeputzt. Natürlich weniger für unsere Ankunft. Auf Malta hat jede Stadt mindestens einen Schutzpatron, zu dessen Feiertag in der Stadt ein großes Fest stattfindet. In Victoria stand gerade Sankt Georg, der Drachentöter, im Fokus. Überall im Zentrum wehten große Banner und Flaggen. Kunstvolle Statuen zierten die Wege und Plätze. „Die Malteser finden immer einen Grund zum Feiern. Und feiern können sie richtig gut“, erklärte uns der Guide.

Hauptstadt von Gozo, Victoria

Der Straßenschmuck für das Heiligenfest hüllt Victoria in kräftiges Rot und glänzendes Gold.

Wir hatten etwas Zeit, uns umzusehen, bevor wir unseren Platz im Restaurant nahe der (sehenswerten) Zitadelle einnahmen. Serviert wurden Pasta als Vorspeise, gebratenes Hähnchen als Hauptgang und köstliches Eis zum Dessert. Das tat richtig gut nach dem aufregenden Vormittag! 

Anschließend stiegen wir zur Zitadelle hinauf und genossen den fantastischen Ausblick über Victoria und Gozo, bevor wir für den letzten Stopp wieder in den Jeep stiegen.

Panorama von der Zitadelle von Victoria, Gozo, Malta

Der Ausblick von Victorias Zitadelle war phänomenal.

Ein Hauch von Blauer Lagune

Das klare Wasser Maltas hat ja ohnehin schon mein Herz gewinnen können. Doch die Hondoq ir-Rummien Bay (H) ließ erst richtiges Karibik-Feeling in mir aufkommen. In hellem Türkis schimmerte das Meer, die Wassertemperatur war angenehm kühl. Nachdem wir an dem kleinen Strand ein schönes Plätzchen ergattert hatten, eröffnete sich uns ein wunderbarer Ausblick auf Comino und Malta. Nur Sonnenschutz gibt es hier keinen, sodass ihr bei einem längeren Aufenthalt nicht vergessen solltet, euch einzucremen und eine Kopfbedeckung aufzuziehen. 

Der letzte Stopp unserer Jeep-Safari auf Gozo: Hondoq ir-Rummien Bay

Türkises Wasser und atemberaubende Kulisse verspricht wahre Badefreuden an der Hondoq ir-Rummien Bay.

Ein wirklich gelungener Abschluss unserer Jeep-Safari auf Gozo! Glücklich und angefüllt mit vielen neuen Eindrücken fuhren wir anschließend wieder zurück zum Fährterminal. Dies ist eine Tour, die ich jederzeit wieder machen würde und die auch zu den Top-Aktivitäten im Malta-Urlaub zählt.

Wenn ihr jetzt auch Lust darauf bekommen habt, dann informiert euch bei MeetingPoint in eurem Hotel über alle Optionen. Denn die Gozo-Safari ist nämlich auch mit dem Quad möglich. Das bringt noch einmal eine Extraportion Action in die Tour rein. Und wer sich lieber fahren lässt, bleibt eben beim Jeep so wie wir. Unsere Tour könnt ihr euch hier noch einmal im Video ansehen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte die Buchstaben des captcha Bildes im Eingabefeld eintippen

Bitte gib die fünf Buchstaben in die Box ein