Die schönsten Tauchgebiete in Kroatien

Warum nicht mal wieder den Wasserspiegel von unten betrachten? Ganz gleich ob ihr versierte Taucher oder Anfänger seid, in Kroatien findet ihr mit Sicherheit genau die Tauchreviere, die zu euch passen. Natürlich gibt es dort auch fantastische Ecken zum Schnorcheln. Mit seinen felsigen Ufern, den vielen Schiffswracks und dem glasklaren Wasser ist die kroatische Adriaküste ein echtes Unterwasserparadies. Hier stellen wir euch die schönsten Tauchspots in Kroatien vor.

Bevor es losgeht: Organisatorisches und Wissenswertes

Wer nicht wegen der Kinder auf die Schulferien angewiesen ist, besucht Kroatien am besten von Mai bis Mitte Juli oder von Mitte September bis Oktober. In der Nebensaison ist es an den Stränden viel ruhiger und ihr profitiert von den günstigeren Hotelpreisen. Sogar im April könnt ihr mit einem guten Fasttrockenanzug bei Wassertemperaturen von rund 15º C schon tauchen. Allerdings tritt in diesem Monat regelmäßig eine Algenblüte auf, wodurch die Sicht etwas eingeschränkt ist. Im Juni beträgt die Wassertemperatur schon 21º C und steigt bis Juli/August auf etwa 24º C. In diesen beiden Monaten reicht ein Nasstauchanzug von 5-7 mm völlig aus. Damit ihr die vielen interessanten Tiere in den Felsspalten gut erkennen könnt lohnt es sich, eine Lampe mitzubringen.

Individualtaucher werden von der kroatischen Regierung zur Kasse gebeten: Für den vorgeschriebenen Tauchausweis und die Tauchgenehmigung zum Tauchen mit Pressluftflaschen zahlt ihr beim Hafenamt um die 350 €. Die Papiere sind dann zwar ein Jahr lang gültig und schließen auch euren Tauchbuddy mit ein – aber so etwas lohnt sich nur für Langzeiturlauber. Da die interessantesten Tauchspots ohnehin meistens nur per Boot zu erreichen sind, ist es wesentlich günstiger, wenn ihr an geführten Tauchausflügen teilnehmt. Das kostet in Kroatien nicht viel. Es gibt dort einige Tauchbasen unter deutscher Leitung und viele Tauchlehrer sprechen Deutsch. Übrigens werden bei den diversen Tauchschulen auch Kurse und Exkursionen für Kinder – natürlich mit Leihequipment – angeboten. Leihausrüstung, Flaschen etc. sind zumeist in den Angebotspreisen inbegriffen.

Taucher in Kroatien

Falls ihr euch dazu entscheidet, auf eigene Faust die kroatische Unterwasserwelt unsicher zu machen: In Kroatien ist nirgendwo die Unterwasserjagd mit der Harpune gestattet. Selbst wenn ihr manchmal einen Einheimischen mit Harpune sehen solltet, ist es besser euch daran zu halten, weil Zuwiderhandlungen streng bestraft werden. Über besondere Vorschriften in eurer Region oder eventuelle Sperrzonen informiert ihr euch am besten beim Hafenamt. Dekompressionskammern gibt es in Pula, Zadar, Rijeka, Dubrovnik und Split. Und hier noch für alle Fälle zwei wichtige Telefonnummern: Unter 122 erreicht ihr in ganz Kroatien die Seenotrettung. 9155 ist der Taucher-Notruf. Ihr wolltet eigentlich nur ein bisschen schnorcheln? Dazu braucht ihr natürlich keine Genehmigung. Aber die Sperrzonen solltet ihr trotzdem kennen, wenn ihr weitere Touren machen möchtet.

Wracktauchen in Kroatien: Orte für Profis und Anfänger

Tipp 1: DAS Highlight in Kroatien für erfahrene Taucher: Wrack der Baron Gautsch

Seit dem ersten Weltkrieg ist der Eisengehalt des Meerwassers an der kroatischen Adriaküste gewaltig angestiegen: Es wimmelt dort geradezu vor versunkenen Schiffen. Das Wrack der Baron Gautsch wird oft „Titanic des Mittelmeers“ genannt – zum einen wegen seiner tragischen Geschichte und zum anderen, weil es einst ein Luxusdampfer war. Nachdem das Schiff zu Beginn des ersten Weltkriegs Truppen nach Kotor transportiert hatte, lief die Baron Gautsch am 13.08.1914 mit Zivilisten beladen von Losinj am Anfang der Kvarner Bucht aus. Nördlich der Brionischen Inseln erreichte sie mit voller Fahrt ein soeben von der eigenen Marine gelegtes Minenfeld und sank innerhalb von ein paar Minuten. Das Unglück wurde vertuscht, um die Moral der Bevölkerung nicht zu schwächen. 

 

Das Wrack des ehemaligen Luxus-Passagierdampfers der österreichischen Handelsmarine gilt unter Tauchern als das Kroatien-Highlight Nummer 1. Mit seinen stattlichen 84 Metern Länge liegt es in einer Tiefe von 28 bis 40 Metern und ragt aufrecht 12 Meter weit aus seinem sandigen Grab. Sein hundertjähriger Dornröschenschlaf hat ihm eine dicke Decke aus Schwämmen und Wasserpflanzen beschert, die von unzähligen Meeresbewohnern besiedelt ist. Schon ab 20 Meter Tiefe könnt ihr die Umrisse der Baron Gautsch erkennen. Unten angekommen schwimmt ihr durch die Laufgänge des Oberdecks und könnt sogar durch die Salons der beiden oberen Decks tauchen. Als neue Besatzung haben sich im Inneren des Wracks Drachenköpfe, Meerbarben, Aale und Dorsche angesiedelt. Mönchsfische, Sardinen- und Makrelenschwärme umkreisen den Schiffsrumpf und lassen sich von Besuchern nicht besonders beeindrucken. 

Heute gilt die Baron Gautsch als Kulturdenkmal und Individualtaucher benötigen eine spezielle Genehmigung, um sie zu besichtigen. Wenn ihr den Tauchgang mit den Diving Guides einer Tauchbasis macht, braucht ihr natürlich keine Erlaubnis – die hat dann schon die Tauchschule besorgt. Das Wrack liegt an der Westküste Istriens. Von der Tauchbasis in Rovinj zwischen Porec und Pula erreicht ihr den Tauchspot mit dem Schnellboot in 30 bis 40 Minuten. Mit den älteren Booten der Tauchstationen in Pula oder Porec kann die Fahrt bis zu 1,5 Stunden dauern.

Tipp 2 : Grg bei Krk: Endlich ein Schiffswrack für Einsteiger!

Es ist einfach unfair, dass nahezu alle Wracks nur von erfahrenen Tauchern besucht werden dürfen. Tauchanfänger möchten sich schließlich auch einmal gruseln. Aber die meisten gesunkenen Schiffe liegen mehr als 30 Meter tief – und um so tief zu tauchen, müsst ihr schon einiges gelernt haben. Wir haben für euch letztendlich ein Einsteiger-taugliches Wrack ausfindig gemacht. Es liegt in einer geschützten Bucht bei bei dem Dörfchen Silo im Nord-Osten der Insel Krk. Ihr findet es nur etwa 50 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von 6 bis 32 Metern. Bei guten Sichtverhältnissen können sogar Schnorchler den Schiffsrumpf erkennen.

Und jetzt die Schauergeschichte: Am 7. Januar 1968 lief das griechische Frachtschiff Pelastis einen kleinen Hafen bei Senj am Ende der Kvarner Bucht an, um dort 500 m³ Holz zu laden. Ein Sturm zog auf und der Kapitän entschied sich, den unsicheren felsigen Hafen zu verlassen und in der Nähe von Crikvenica Anker zu werfen. Fest verankert und mit laufenden Maschinen fühlte er sich dort sicherer. Die Sturmböen erreichten aber bald Geschwindigkeiten von 200 km/h und der Anker riss sich los. Nach zweistündigem Kampf gegen die Elemente zerschellte das Schiff bei Krk an den Felsen. Die Matrosen sprangen vorher über Bord. Kapitän Theodoros Belesis wollte sein Schiff aber um keinen Preis aufgeben. Deshalb nennt man das Wrack der Pelastis in der Gegend um Silo „Grg“. Es bedeutet „der Grieche“.

Schon auf 15 Metern Tiefe trefft ihr auf große Fischschwärme, die sich bei dem Wrack angesiedelt haben. In den Belüftungsrohren im Heckbereich sitzen große Congeraale und im Bugbereich haben zahllose Röhrenwürmer ein neues Zuhause gefunden und wedeln mit ihren filigranen Fähnchen. Die Pelastis wird von den nahe gelegenen Tauchbasen auf Krk und einer Tauchschule in Silo angefahren. 


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Tipp 3: Hotspot für Schnorchler: die Blaue Grotte auf der Insel Cres vor Krk

Rabac in KroatienVon der sagenhaften Blauen Grotte oder Blauen Lagune auf der Insel Cres habt ihr bestimmt schon gehört. Und nicht nur ihr…. Deshalb solltet ihr dort nur am frühen Morgen oder außerhalb der Saison Schnorcheln gehen. Dann genießt ihr die Unterwasserlandschaft mit ihren tollen Farben unbehelligt vom Touristentrubel. Innerhalb der Grotte ist das Wasser nur etwa 2 Meter tief. Trotzdem solltet ihr nicht tiefer als 5 Meter weit hineintauchen. Das wird jedenfalls den frischgebackenen Tiefseetauchern empfohlen, die hier mit ihren Diving Guides ihre ersten Erfahrungen im Open Water Diving machen. 

Wenn ihr nördlich der Lagune in Richtung Lubenice einen passenden Einstieg ins Wasser findet, wird euer Schnorchel-Ausflug besonders interessant. Ihr werdet dann mit der Strömung die schräg verlaufenden Felswände entlang getragen und entdeckt in Spalten und Höhlen Lippfische oder Drachenköpfe. Schwämme, gelbe Weichkorallen und kleine Fische dekorieren die Felsen bis ihr die Blaue Grotte erreicht.

Die besten Tauchspots in Kroatien

Ganz klar, Kroatien ist ein Paradies für Taucher. Aber wo findet ihr euer ganz persönliches Tauchparadies? Wer mit Nicht-Tauchern unterwegs ist, sollte dafür sorgen, dass die anderen sich während seinen Tauchgängen auf ihre Weise amüsieren können. In Kroatien ist das kein Problem: Außer Stränden und kristallklarem Wasser gibt es spannende Kulturzeugnisse, Wanderwege durch einzigartige Naturparks und schön gelegene Bars oder Restaurants für die Abendstunden. Hier die beliebtesten Tauchgebiete Kroatiens:

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Kvarner Bucht: Tauchgründe für jedes Niveau

In der windgeschützten Kvarner Bucht fängt der Sommer früh an und hört spät auf. Das Wasser ist besonders klar mit Sichtweiten bis zu 30 Metern. Hier liegen die besten Tauchbasen Kroatiens – viele davon noch dazu unter deutscher Leitung. Die Insel Krk hat neben ihren Attraktionen an Land zahlreiche spannende Tauchreviere in Tiefen von 5 bis zu 40 Metern zu bieten und eignet sich sowohl für Profis als auch für Einsteiger. Rund um Silba, Rab und Ist sind die Tauchbedingungen ähnlich. Tauchbasen findet ihr überall dort, wo es gute Tauchspots in der Nähe gibt. Um die beiden Inseln Cres und Losinj liegen verschiedene Wracks: der Torpedozerstörer TA36, die Lina, die Vis und die Tihany. Sie werden von den Tauchschulen hauptsächlich mit erfahrenen Tauchern besucht. Das gilt auch für die meisten Höhlen auf der Insel Premuda. 

Wracktauchen, Vis

Dalmatien: der Leckerbissen für Profis

Ab der Tiefe von 30 Metern können sich die Tauchgründe rund um Zadar in puncto Artenvielfalt und Farbenpracht problemlos mit dem Roten Meer messen. Riesige Gorgonienfelder, mehrstöckige Höhlen, antike Wracks und Amphoren, Katzenhaie und Stachelrochen, Klippenbarsche und Steckmuscheln – rund um die Inselchen vor Zadar geben sich Natur und Geschichte ein Stelldichein. Der Haken daran sind die häufig recht starken Strömungen, die zeitweilig auftreten. Hier solltet ihr wirklich nur mit einem ortskundigen Diving Guide tauchen. Um den Naturpark Lastovo Archipel ist das Tauchen weniger riskant und die Sicht im türkisblauen Wasser kann hier bis zu 50 Meter betragen – also auch eine tolle Ecke für Schnorchler. Bei der Kaperninsel Kaprije vor Sibenik liegt auf etwa 45 Metern Tiefe das schön bewachsene Wrack der Francesca da Rimini inmitten von Fahnenbarsch-Schwärmen: ein lohnender Tauchgang für erfahrene Taucher. An den Babuljasi-Inselchen vor Zut bei Biograd gibt es endlose blau-violette Gorgonienfelder, Riesen-Drachenköpfe, Katzenhaie und Conger-Aale zu beobachten. Sie werden von den Tauchbasen aus Biograd angefahren. Wenn eure Begleitung Lust auf Monte-Carlo-Ambiente hat, könnt ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das geschichtsträchtige Städtchen Trogir hat einen tollen Yachthafen und zieht im Sommer die Luxus-Yachten der Schönen und Reichen an. Dort erwartet euch glasklares Wasser, eine ungeheurer Fischreichtum und eine gute Tauchbasis.

Katzen hai in Kroatien

Tauchgründe für Tauch-Einsteiger und Schnorchler

Wer mit der Familie zum Tauchen nach Kroatien fahrt, sucht wahrscheinlich auch Tauchgründe, die gut für Kinder und Anfänger geeignet sind. Auf der Halbinsel bei Sveta Marina beispielsweise, gibt es unterwasser jede Menge zu entdecken. Ganz in der Nähe liegt das Wrack Lina, das mit dem Boot angefahren wird. Und wer Lust auf Unterwasser-Höhlen hat, kann von Sveti Marina aus an einem Tauchgang zur Nikolai-Grotte teilnehmen. Auch bei Rabac gibt es spannende Unterwasserlandschaften in relativ flachem Wasser. Die Skvaranska-Steilwand ist wunderschön bewachsen und bietet kleineren Fischen einen geschützten Lebensraum. Ein Highlight bei Rabac ist der Rote Felsen, an dem auch oft der Abschluss-Tauchgang der Anfänger-Kurse abgehalten wird. Wer sich schon etwas tiefer wagen darf, kann am Kap Rakovica auf knapp 30 Metern antike Amphoren entdecken. Bei Porec liegt übrigens noch ein Wrack in relativ flachem Wasser: die Coriolanus. Das dampfgetriebene Minensuchschiff lief 1940 in der Nähe von Novigrad auf eine Mine und liegt jetzt in 11 bis 25 Metern Tiefe – also ein Wrack, das auch für weniger geübte Taucher geeignet ist.

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