Wasserfälle, Vulkane und Polarlichter: Urlaubsguide Island

Eine Landschaft, die von Feuer und Eis geformt wurde – ganz in der Nähe des Polarkreises. Naturliebhaber schwärmen von der spektakulären Natur mit den unzähligen Wasserfällen, Gletschern und berühmten heißen Quellen. Island ist so schön, dass es einfach jedem gefällt. Probiert es aus!

 


Allgemeine Informationen


Lage: Island liegt westlich von Norwegen und südöstlich von Grönland.


Anreise: Die Flugdauer beträgt zwischen drei und vier Stunden, dann landet ihr auf dem internationalen Flughafen in Keflavik (50 km von Reykjavik). Der Flughafentransfer mit dem Flybus oder dem Airport Express dauert circa 45 Minuten.


Einreise: Reisepass oder Personalausweis genügt. Visum braucht ihr keines.


Sprache: Hier wird isländisch gesprochen. Allerdings verstehen die meisten Isländer auch Englisch.


Währung: Die Währung heißt Isländische Krone. Jetzt ist Kopfrechnen angesagt: 1 € entspricht zurzeit ungefähr 125 ISK.


Beste Reisezeit: Hochsaison Juni bis August. Beste Zeit um Polarlichter zu sehen: Oktober bis Februar/ März.

 

 

Ein Roadtrip entlang der Ringstraße

Am meisten sieht man von Island, wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist. Am besten, ihr haltet euch an die Ringstraße. Sie führt auf 1.400 km einmal um die Insel herum, ist größtenteils asphaltiert und einfach zu befahren. Perfekt, falls ihr eine Rundreise plant. Wie lange die dauert, liegt an euch. Wenn ihr euch ungefähr eine Woche Zeit nehmt, könnt ihr ganz schön viel auf dieser wunderbaren Insel entdecken. Aber macht langsam, denn auf Island gilt ein Tempolimit von 90km/h auf asphaltierten Straßen!

Entspannt ist es, wenn ihr pro Tag so etwa 200 Kilometer zurücklegt, das heißt täglich eine Fahrzeit von etwa drei Stunden. Dann könnte eure Strecke ungefähr so aussehen: Reykjavik – Vik – Höfn –Egilsstadir – Husavik – Akureyri  -Reykjavik.

Das erste Teilstück funktioniert auch als Tagestrip von Reykjavik aus. Und wer nicht Autofahren kann oder möchte: Alternativ zum Mietwagen bietet Island ein sehr gut ausgebautes Busnetz, das alle größeren Orte umfasst.

Highlights entlang und nahe der Ringstraße

Vik: Der südlichste Ort Islands beeindruckt vor allem mit seinem Strand aus schwarzer Lava. Mit lediglich 300 Einwohnern ist Vik ja eigentlich nur ein Dorf. Aber eines, das von wunderschöner Natur umgeben ist. Sehenswert hier ist die Felsformation Reynisdrangar. Man sagt, dass diese Felsen vulkanischen Ursprungs, versteinerte Trolle sind. Wer ein Souvenir mitnehmen möchte, findet im Ort einen kleinen Laden, der hübsche Mitbringsel anbietet.

Die Gletscherlagune Jökulsárlón ist ein beeindruckender Naturschauplatz. Sie liegt im Südosten Islands und grenzt an den gleichnamigen Nationalpark. Die Lagune ist eigentlich ein Gletschersee mit Eisbergen, der durch einen kleinen Fluss mit dem Meer verbunden ist. Ein einmaliges Naturschauspiel, das man am besten auf einer Zodiac-Tour erkundet. Mit ein bisschen Glück bekommt ihr auch ein paar süße Robben zu Gesicht. Da diese Tour gerade in den Sommermonaten sehr beliebt ist, sollte ihr schon möglichst früh da sein. 

Husavik, im Norden des Landes, ist die Walbeobachtungshauptstadt Islands. In der vorgelagerten Bucht Skjelfandi sind die Bedingungen für Wale ideal, daher halten sie sich hier sehr gerne auf. Vor allem Minkwale, Buckelwale, Tümmler und Pottwale bekommt man bei den unvergesslichen Whale-Watching Touren zu sehen. Los geht´s am Hafen –  im Sommer zugleich der Hot-Spot des Ortes, wo sich auch das Walmuseum befindet. 

Akurery ist eine hübsche Kleinstadt im Norden Islands – etwa fünf Stunden von Reykjavik entfernt. Kunstinteressierte finden hier viele Museen und Ausstellungen. Außerdem ist Akurery ein guter Startpunkt für Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten, die sich hier oben auf der Insel tummeln. Ganz in der Nähe: Die Grassodenhäuser von Laufas. Sie wurden im 19. Jahrhundert erbaut und zeigen, wie die Isländer früher gewohnt haben.

Circa 90 Kilometer von Akurery entfernt liegt der See Myvatn. Lasst euch vom Namen nicht abschrecken  – Myvatn heißt Mückensee auf Deutsch. Und tatsächlich tummeln sich hier ab Ende Juni riesige Mückenschwärme auf dem Wasser. (Aber nicht alle Arten stechen J) Deshalb leben hier auch so viele Vögel, die freuen sich über die Mücken. Abgesehen von den lästigen kleinen Plagegeistern ist die Gegend rund um den See toll zum Wandern oder Reiten geeignet.

Der Wasserfall Godafoss liegt etwa auf halber Strecke von Akurery nach Myvatn – und somit im Nordosten Islands. Hier stürzen sich tosende Wassermassen auf einer Breite von 30 Metern aus 12 Metern Höhe in die Tiefe. Da das Wasser so beeindruckend türkis ist, zählt der Godafoss zu den schönsten Wasserfällen Islands.

Die Schlucht Jökulsargljufur ist so etwas wie der isländische Grand Canyon. Hier liegen die drei Wasserfälle Dettifoss, Selfoss und Havragilsfoss.  Vor allem die Wassermassen die den Dettifoss-Wasserfall auf einer Breite von 100 Metern herabstürzen sind sehr imposant.  

Island-Insider sind übrigens der Meinung, dass sich die wahre Schönheit der Insel erst abseits der Ringstraße und der hier genannten Sehenswürdigkeiten offenbart. Also setzt auch mal den Blinker, wagt euch auf die kleinen Nebenstraßen und entdeckt eure eigenen Island-Highlights. Wir freuen uns auf eure Tipps!  

Die Inselhauptstadt Reykjavik

Die nördlichste Hauptstadt der Erde hat circa 120.000 Einwohner und ist durch ihre Größe so übersichtlich, dass man sie gut zu Fuß erkunden kann. Diese Highlights solltet ihr auf keinen Fall verpassen:

Hallgrimskirche: Die größte Kirche Islands thront auf einem Hügel über der Stadt und erinnert von außen an einen Gletscher. Für einen perfekten Rundumblick kann man den Kirchturm besteigen.

Harpa: Das moderne Opern- und Konzerthaus wurde erst 2011 eröffnet und beeindruckt durch seine moderne Architektur. Die Fassade wurde vom Künstler Olafur Eliasson gestaltet und ist wirklich eine Besonderheit. Kein Wunder, dass Harpa, auf Deutsch Harfe, als neues Wahrzeichen der Stadt gilt. 

Ganz in der Nähe am Meer: Die Skulptur Sun Voyager. Sie erinnert an ein Wikingerboot und ist vor allem bei Sonnenauf- und untergängen ein beliebtes Fotomotiv.  

Noch ein architektonisches Glanzstück: Der Warmwasserspeicher mit Aussichtsplattform Perlan. Hier hat man ebenfalls einen tollen Blick über die Stadt. Feinschmecker können den auch vom Restaurant aus genießen, das sich innerhalb von zwei Stunden einmal herum dreht.

Hauptsadt Island Reykjavic

Wenn das Wetter mal wirklich scheußlich ist, kann man sich die Zeit auch sehr gut in einem der zahlreichen Museen vertreiben. Da wären zum Beispiel:  Das Isländische Nationalmuseum, das Reykjavik Art Museum oder das Schifffahrtsmuseum. Wem das alles zu brav ist, der fühlt sich sicher im Islandic Punk Museum gut aufgehoben.  

Shoppen und Kaffee trinken lässt es sich hervorragend in der Hauptgeschäftsstraße Laugavegur. Hier kann man sich zum Beispiel mit wetterfester, warmer Kleidung eindecken, wenn man für den anstehenden Roadtrip noch die passende Ausstattung benötigt.  

Drei Sehenswürdigkeiten auf einen Streich: Der Golden Circle

Der Golden Circle ist DER klassische Tagesausflug von Reykjavik aus. So bekommt ihr an einem Tag gleich drei Sehenswürdigkeiten zu sehen.  Ein bisschen Autofahren muss man allerdings schon – die Länge der Strecke beträgt insgesamt etwa 300 Kilometer. Dann habt ihr den Gullni Hringurinn, den goldenen Ring, erkundet. 

Erstes Highlight der Tour ist der Nationalpark Thingvellir, wo sich auch das gleichnamige Parlament befindet. Hier fand vor über 1000 Jahren die erste Parlamentsversammlung statt. Der Ort hat noch eine Besonderheit: Hier seid ihr sozusagen zwischen den Kontinenten unterwegs, denn in Thingvellir treffen sich die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte. 

Zweite Station: Der berühmte Geysir, der allen anderen den Namen gegeben hat. Allerdings ist er nicht mehr aktiv. Wer einen aktiven Geysir sehen möchte, besucht einfach den nahegelegenen Strokkur, der zuverlässig seine Wasserfontänen in die Luft schießt.

Gullvoss ist die dritte Station auf der Golde Circle Tour.  Für viele Islands Besucher ist dieser Wasserfall der schönste Islands. Er ist von Reykjavik aus schnell zu erreichen. Mit welcher Macht hier der Fluss Hvirta in die Tiefe stürzt, ist wirklich ein einmaliges Schauspiel!

Hot Pots: Relaxen und Wellness in der heißen Quelle

Hot Pots sind heiße Naturquellen. Und von diesen „heißen Töpfen“  gibt es richtig viele, quer über die ganze Insel verteilt. Manche sind nur einfache badewannengroße Löcher im Boden, einige wurden auch ausgebaut und haben Stege, Umkleidekabinen und Leitern. Hier ein paar besonders schöne:  

Am bekanntesten ist die Blaue Lagune bei Reykjavik: Ein badewannenwarmer Salzwassersee mitten in einem Lavafeld. Hier entspannt man gerne,  denn die Temperatur des Wassers liegt zwischen 37 und 42 Grad. Die knallblaue Farbe hat er durch Kieselalgen, die Nährstoffe enthalten, die gut gegen Hautkrankheiten sind. 

Reykjadalur, etwa 40 Kilometer östlich von Reykjavik, ist etwas ganz Besonderes: Ein heißer Fluss, der beim Herunterfließen immer weiter abkühlt. Er startet an der Quelle mit etwa 100 Grad und wenn man unten hinein fasst, ist er kalt. Faszinierend!  

Myvatn Nature Bath im Nordosten des Landes ist ein Geheimtipp! Nicht so touristisch wie die Blaue Lagune, dafür mit richtig schön schwefelig-gesundem Wasser.  

Hot Pots findet ihr auch auf der Halbinsel der Westfjorde zum Beispiel in Krossnesslaug im Norden. Entspannen mit Blick auf grüne Wiesen und hohe Berge ist wirklich etwas Besonderes.

Island zur Nebensaison

85% aller Touristen kommen im Sommer nach Island. Dementsprechend voll ist es dann auf der kleinen Insel. Dabei lohnt sich ein Island-Trip zu jeder Jahreszeit. Im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger werden, oder auch im Herbst, wenn die Blätter so wunderschön verfärbt sind. Was noch für eine Reise in der Nebensaison spricht, ist natürlich der Preis. Ein Islandbesuch ist teuer, da freut man sich, wenn man was sparen kann. Und auch im Winter spricht einiges für eine Reise dorthin: Von September bis April kann man die bunten Polarlichter bestaunen. Die Wasserfälle wandeln sich zu Eispalästen und das Land liegt verzaubert unter einer dicken Schneedecke. Da kann man super eine Fahrt mit dem Husky-Schlitten unternehmen und sich danach in einem Hot-Pot wieder richtig schön aufwärmen. 

Winter in Island

Isländisches Essen und Getränke

Was ihr bestimmt schon mal gesehen oder probiert habt: Skyr – der isländische Joghurt, den es mittlerweile bei uns auch in jedem Supermarkt gibt. Aber eigentlich essen die Isländer gerne deftig. Vor allem viel Fleisch wie Lamm oder Hammel kommt häufig auf den Tisch. Eine Spezialität ist zum Beispiel Hangikjöt, das geräucherte Lammfleisch. Und natürlich Fisch. Davon gibt es hier ja mehr als genug. Gut verträglich und lecker: Geräucherter oder eingelegter Hering. Eher nichts für zarte Gemüter ist der fermentierte Hai, da er stark nach Ammoniak schmeckt. Auch auf Svio, einen halben Schafskopf, können sicher die Allermeisten von euch gut verzichten.

Getrunken wird Wein, isländisches Bier, viel Kaffee und ab und zu auch mal der isländische Schnaps Brennivin.

 

 

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