Gebäude, Valletta

Valletta an einem Tag: Meine Tipps für einen perfekten Ausflug

Valletta gehört auf jeden Fall auf eure Bucketlist, wenn ihr auf Malta Urlaub macht. Denn viele der Hotspots der Stadt könnt ihr bequem zu Fuß an nur einem Tag ansehen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Valletta 2018 zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt wurde und bereits seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Stadt ist also nicht erst seit diesem Jahr ein Magnet für Besucher aus der ganzen Welt – denn hier findet ihr neben vielen architektonischen Highlights aus unterschiedlichen Epochen auch das blühende maltesische Leben und einen wahren kulturellen Schatz. Klar, dass meine Kollegen Victoria, Jay-ar und ich uns das nicht entgehen lassen konnten. Welche Besonderheiten wir dabei gesehen haben, verrate ich euch hier.

Vallettas Straßen unterteilen die Stadt in eine Art Schachbrettmuster. Das hat einerseits den Vorteil, dass man sich kaum verlaufen kann. Läuft man von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, hat man außerdem die Möglichkeit, einfach eine Parallelstraße zu nehmen und unterschiedliche Facetten der Stadt kennenzulernen – und dabei viele knallbunte Balkone und Türen zu entdecken. Die Route, die wir uns für eine Tour durch Valletta ausgesucht haben, zeige ich euch in dieser Karte:

Eigentlich startet jede Sightseeing-Tour durch Valletta am Tritonenbrunnen vor den Stadtmauern, deren Pracht man bei dieser Gelegenheit auch gleich bewundern kann. Hier halten nämlich die meisten Busverbindungen, die in Maltas Hauptstadt führen. Klar, dass auch wir hier beginnen mussten.

Tritonenbrunnen von Valletta, Malta

Hier beginnt jede Stadtbesichtigung: Am Tritonenbrunnen vor den Stadtmauern.

Drei bronzene Tritonen sind hier in dramatischen Posen dargestellt. Mit jeweils einem Arm halten sie eine Wasserschale hoch. Interessantes Detail: Alle drei Figuren schauen auf den Eingang zur Stadt – als würden sie uns sagen wollen: „Da müsst ihr jetzt rein!“ Und das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen.

Der Tritonenbrunnen bietet übrigens nicht nur bei Tag ein schönes Fotomotiv – nachts wird er bunt beleuchtet, was noch einmal eine ganz besondere Stimmung erzeugt.

Die romantischste Ecke der Stadt

Gleich nachdem wir die Stadtmauer passiert haben, führt unser Weg links eine lange Treppe hoch. Unser Guide verspricht uns: „Ich zeige euch jetzt die romantischste Ecke der Stadt!“. Und tatsächlich hat er uns nicht enttäuscht: Hastings Garden bietet neben einem fantastischen Ausblick auf Malta ein beschauliches Plätzchen für viele Turteltäubchen. Fast alle Bänke in dem Mauerpark sind von Liebespärchen besetzt, die ihre Zweisamkeit umgeben von Ruhe und Vogelgezwitscher genießen.

Ausblick von Hastings Garden, Valletta

Romantische Gefühle und ein herrlicher Ausblick – das erwartet euch in Hastings Garden.

Da wollen wir natürlich nicht lange stören, weshalb es uns nun direkt in den Kern der historischen Altstadt zieht.

Tief in die Geschichte Maltas eintauchen

Der imposante Großmeisterpalast (Grandmaster Palace) aus dem 17. Jahrhundert zählt nicht nur von außen zu den Schmuckstücken Vallettas. Obwohl sich darin der Amtssitz des Präsidenten befindet, sind Teile des Gebäudes öffentlich zugänglich. Und ein Besuch lohnt sich allemal, beherbergt der historische Bau nicht nur eine Vielzahl an prachtvollen Räumlichkeiten und Kunstgegenständen, sondern auch noch die als Museum gestaltete Waffenkammer mit fast 6.000 Ausstellungsstücken. Darunter befinden sich zahlreiche Waffen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sowie wertvolle Rüstungen der Ordensritter Maltas.

Flanieren in Valletta

Nach so schwerer kultureller Kost braucht es erst einmal etwas zur Zerstreuung. Wie gut, dass wir bereits auf der Republic Street stehen, der Prachtstraße Vallettas, die bereits am Stadttor hinter dem Tritonenbrunnen beginnt. Hier finden wir nicht nur zahlreiche Cafés und wunderschöne Ecken, sondern auch unzählige Shopping-Möglichkeiten. Zwischendurch einen Kaffee trinken und nach Souvenirs Ausschau halten geht hier also wunderbar. Doch unseren Appetit sparen wir uns für die nächste Station auf.

Impressionen aus Valletta

Einfach nur durch die Gassen Vallettas schlendern führt euch an vielen sehenswerten Ecken vorbei.

Kulinarischer Hotspot

Eines darf man wirklich nicht machen, wenn man vor dem is-Suq Tal-Belt, der Markthalle Vallettas, steht: hungrig hineingehen. In ihrem Inneren findet ihr viele kleine und größere Stände mit lokalen und internationalen Speisen. Der Markt wurde erst im Januar 2018 in dem historischen Gebäude eröffnet und ist sehr modern gehalten. Hier tummeln sich nicht nur Schaulustige wie wir – auch unter den Maltesern zählt der Markt zum neuesten Hotspot der Stadt.

Is-Suq Tal-Belt Markthalle, Valletta, Malta

Hier darf man wirklich nicht hungrig reingehen.

Glanz, Gloria und Caravaggio

Die Taschen und Bäuche mit Snacks gefüllt, sind wir bereit für den nächsten Prachtbau Vallettas: St. John’s Co-Cathedral. Auch wenn Kirchen eher nicht euer Ding sein sollten: Wer Sightseeing auf Malta macht, kommt an den vielen Gotteshäusern der Insel kaum vorbei. Allein jedes Dorf hat mindestens eine Kirche. Hingegen wirklich sehenswert, weil eine der schönsten, ist eindeutig die Konkathedrale – denn darin ist eine echte Rarität ausgestellt.

St. John's Co-Cathedral, Valletta, Malta

Ein Besuch in der St. John’s Co-Cathedral ist Pflicht.

Von außen wirkt die Konkathedrale eher schlicht. Doch ihr prunkvolles Innere hat uns schlicht überwältigt. Die Decken zieren detaillierte Fresken mit Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers. Kreativer Kopf hinter dem Gesamtkunstwerk war der kalabrische Künstlers Mattia Preti, der im Übrigen auch die komplizierten Schnitzereien an den Wänden geschaffen hat. Neben dem beeindruckenden Hauptschiff sehen wir uns noch die vielen Seitenkapellen an – jede ist individuell mit Büsten, Statuen, Dekorationen und Gemälden gestaltet. Am prunkvollsten finden wir aber den Altarraum mit gleich zwei Orgeln und einer Statuengruppe von der Taufe Jesus‘ durch Johannes den Täufer.

St. John's Co-Cathedral, Valletta, Malta

Die Kirche verzaubert mit beeindruckenden Details.

Sogar der Boden ist Kunst: Er besteht aus vielen Grabplatten – unter einigen verbergen sich tatsächlich Gräber, weiß unser Guide zu berichten, andere sind mehr als Gedenktafeln zu verstehen. Die Platten selbst bestehen aus Einlegearbeiten aus unterschiedlichem Marmor. 

Auch wenn die Konkathedrale an sich bereits eine Attraktion ist, so finden wir in einem Nebenraum einen (weiteren) echten Schatz: gleich zwei der bedeutsamsten Gemälde von Caravaggio, die er während seiner Zeit auf Malta gemalt hat. „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ lenkt dabei natürlich durch die Bildkomposition, die Effekte von Licht und Schatten sowie die brutale Szene alle Blicke auf sich. Dem Gemälde gegenüber hängt „Heiliger Hieronymus beim Schreiben“.

Gärten auf zwei Etagen

Nach unserem Besuch in der Kirche steht für uns fest: Hinter den Aspekt „Kultur“ können wir jetzt einen Haken setzen. Wir wollen nach dem vielen Gold, den beschaulichen Gassen und den knallbunten Balkonen auch wieder etwas Grün zu Gesicht bekommen. Deshalb spazieren wir jetzt langsam Richtung Upper Barrakka Gardens, der bekanntesten Parkanlage der Stadt. Unterwegs kommen wir aber am Castille Place vorbei. Dort steht eine Kanone, die viele Besucher für ein witziges Fotomotiv nutzen.

Nur ein paar Schritte weiter befindet sich auch schon der Eingang zu den Upper Barrakka Gardens. Plant für die Grünanlage etwas Zeit ein, denn neben wunderschönen Blumen und einem kleinen Brunnen genießt ihr hier den besten Blick der Stadt auf den Grand Harbour und die „Three Cities“ am anderen Ufer.

Von hier aus gibt es zwar viele Möglichkeiten, Valletta weiter zu erkunden – allerdings zieht es uns vielmehr zum Gegenstück der Upper Barakka Gardens: den Lower Barakka Gardens. Wir genießen den Weg dorthin gegen Abend sehr, da sich das Licht fantastisch im Grand Harbour spiegelt und alles in einen goldenen Schimmer hüllt. Wer möchte, kann übrigens auch den Lift von den Upper Barakka Gardens nutzen, um zur Uferebene zu gelangen. Doch nur hinunter ist die Fahrt kostenlos – hinauf zahlt ihr einen Euro.

Lower Barakka Gardens, Valletta, Malta

Ein schöner Ort, um sich von einem langen Sparziergang durch die Stadt zu erholen.

Die Lower Barakka Gardens sind etwas kleiner als die Parkanlage auf der Stadtmauer – dafür werden wir hier vom Blütenmeer der Bäume und Büsche überwältigt.

Schlemmen mit Ausblick

Nach einer kurzen Pause kann es dann schließlich am Abend nur noch ein Ziel geben: das Panorama Restaurant ganz in der Nähe. Hierfür folgen wir den Uferpromenade wieder einige Schritte hinauf. Das Restaurant befindet sich im ersten Stock eines Hotels – und wir haben schon gedacht, dass der Name vermutlich etwas hochgegriffen sein könnte. Doch oben angekommen bietet sich uns ein fantastischer Blick über Valletta. Wer möchte, kann sogar einen Tisch auf dem schmalen Balkon des Restaurants haben. Doch das ist gar nicht nötig, da die komplette Front an diesem Tag geöffnet ist und wir die ganze Zeit freie Sicht haben auf den Hafen, der sich von Gold über Rot bis hin zu Schwarz verfärbt, um dann von bunten Lichtern erleuchtet zu werden.

Übrigens kann sich auch das Essen im Panorama Restaurant sehen – und schmecken lassen!

Dinner in der Panorama Bar, Valletta

Ein köstliches Dinner bei herrlichem Ausblick – so sollte eigentlich jeder Tag enden!

Zum Feiern hier entlang

Zugegeben: Verzaubert vom erleuchteten Valletta und satt vom köstlichen Dinner ist es uns schwergefallen, noch weiterzuziehen. Doch unser Guide verspricht uns, dass in der Strait Street wieder zurück im Zentrum Vallettas noch richtig was los sei – und wir geben ihm schließlich recht. Überall sitzen Malteser und Urlauber auf kleinen Stühlen und Bänken auf der Straße, wo Treppen sind, wird es sich mit Kissen gemütlich gemacht, es wird gelacht und laute Musik gespielt. Die Nacht ist lau, die Drinks angenehm kühl. Ein perfekter Ausklang für einen wunderbaren Tag voller Eindrücke vom herrlichen Valletta.

Maltas berühmtestes Partyviertel ist und bleibt aber Paceville. Zwischen Restaurant, Kiosk, Bar und Club liegen stets nur wenige Meter und für jeden Geschmack und jede Altersgruppe ist hier etwas geboten. Zwar wird Paceville hauptsächlich von jungen Feierwütigen besucht, doch auch Partygäste jenseits der 25 fühlen sich in Clubs wie beispielsweise dem „Footloose“ wohl. Natürlich konnten auch wir uns Maltas nächtliches Highlight nicht entgehen lassen. Kommt doch einfach mit:



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