Range in Texas

Der Wilde Westen: Auf den Spuren von Cowboys und Indianern

Der Wilde Westen war die Zeit von Billy the Kid, Winnetou & Co. Die Zeit der Goldgräber, des Faustrechts und der großen Freiheit. Wir begeben uns mit euch auf Spurensuche in die USA – zu den Helden eurer Kindheit.

Wie war das nochmal mit dem Wilden Westen?   

Das Gebiet, das man heute noch als Wilder Westen kennt, liegt – grob gesagt – westlich des Mississippi. Damals war das Land noch nicht in Bundesstaaten aufgeteilt. Der Wilde Westen steht aber nicht nur für eine Region, sondern auch für eine bestimmte Zeit, nämlich die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine ungezügelte, wilde Zeit, in der das Faustrecht galt und Cowboys auf Cattle Trails riesige Rinderherden durch die Landschaft trieben. Nach und nach kamen immer mehr Siedler in den Westen, um sich für wenig Geld eine Farm zu bauen. Andere versuchten ihr Glück als Goldgräber. Mit dem Ende der letzten großen Besiedlungsphase, um 1890, endete auch der Mythos vom klassischen Wilden Westen. Verlierer in dieser Zeit waren die Indianer. Sie mussten nach zahlreichen Kämpfen ihre Territorien aufgeben, verloren ihr Land an die „Weißen“ und hatten sich fortan mit einem Leben in Territorien und Reservaten zu begnügen.

Cowboyfeeling in Texas erleben

In Texas ist der Geist der Pionierzeit an vielen Orten noch lebendig. Ein guter Einstieg, um auf den Spuren der Cowboys und Indianer zu wandeln, ist Fort Worth bei Dallas. Zugegeben, die Stadt ist nicht gerade klein, aber wer Cowboyfeeling sucht, kommt trotzdem auf seine Kosten – besonders im historischen Stadtteil Stockyards. Hier gibt es eine Cowboy Hall of Fame und jede Menge Saloons und Shops. Ziemlich touristisch, aber trotzdem sehens- und erlebenswert. Und wer plötzlich ganz dringend Cowboystiefel und einen Stetson benötigt, hat reichlich Auswahl. Auch eine Herde von typischen Longhorn-Rindern ist hier zu Hause. Um 11.30 und um 16 Uhr werden sie durch die Straßen auf die Weide, bzw. zurück in die Stallungen getrieben – ein spannendes Spektakel! 

Wem Fort Worth zu groß ist, der ist in Amarillo gut aufgehoben. Vor allem Pferdenarren werden sich freuen, denn in der American Quarter horse Hall of Fame dreht sich alles um Westernpferde. Wer sich fühlen möchte wie John Wayne in einem Western, der sollte die Gegend rund um El Paso erkunden. Hier ist die Landschaft so, wie ihr sie aus Filmen kennt: Staubig, trocken, mit vielen Kakteen und Gestein.

Cowboys fangen Pferde ein

Zu Besuch bei den „Native Americans“ in Oklahoma

Nirgendwo leben heute noch so viele Indianer wie in Oklahoma. Fast 40 Stämme haben hier ihre Heimat und pflegen Kultur und Tradition. Die Choctaw-Indianer waren es, die diesem 46. Bundesstat seinen Namen gaben: Sie bezeichneten die Urbevölkerung als Okla homma, also als „Rote Menschen“. Wer etwas über die Geschichte der Indianer erfahren möchte, kann sich in einem der zahlreichen Museen schlau machen. Eines der tollsten seiner Art ist das Comanche National Museum & Cultural Center in Lawton, das als bestes Museum Oklahomas ausgezeichnet wurde. Aber auch das Chickasaw Cultural Center in Sulphur oder das Standig Bear Monument Museum in Ponca City sind sehr sehenswert und informieren auf spannende Weise über das Leben der „Native Americans“.

Wer „live“ Einblicke in die Kultur und Tradition der Indianer gewinnen möchte, sollte eines der zahlreichen Festivals besuchen, die hier regelmäßig stattfinden. Zum Beispiel das Red Earth Native American Cultural Festival. Es ist eines der größten Pow Wows der Welt und findet alljährlich Anfang Juni in Oklahoma City statt.  Doch um die Cowboyfans in Oklahoma nicht zu vernachlässigen: Falls ihr etwas über die Geschichte der Viehtriebe erfahren möchte, könnt ihr euch im Chisholm Trail Heritage Center genauestens informieren. Hauptsächlich geht es hier um den 100 km langen Chisholm Trail, der sich zwischen Fort Worth und Wichita in Kansas befand.

Coole Ranches und aufregende Geisterstädte in Montana

Unbedingt zu eurem Urlaub auf den Spuren der Cowboys gehört der Besuch einer Rinderranch. Besonders prächtig ist die des ehemaligen Rinderbarons Kohrs. Die Grant-Kohrs Ranch National Historic Site bei Deer Lodge wird heute noch als Rinderranch betrieben und kann besichtigt werden. Hier bekommt man eine Vorstellung, wie die die Rinderzucht Ende des 19. Jahrhunderts funktioniert hat. Man kann über das Gelände schlendern und auch das Haupthaus inspizieren.

Ihr wollt echtes Cowboyfeeling und Lagerfeuerromantik? Dann solltet ihr ein paar Tage Ranchurlaub in Montana machen. Wer es sich gutgehen lassen will, quartiert sich in einer Guest-Ranch ein. Es gibt aber auch jede Menge Working-Ranches. Da ist dann euer Einsatz gefragt, denn man muss bei der täglichen Arbeit mit den Rindern richtig mithelfen. Ihr lernt, wie man Vieherden vor sich hertreibt, lernt das Lasso zu schwingen und müsst eventuell auch mal einen Zaun reparieren. Allerdings solltet ihr reiten können. „Greenhorns“ auf dem Rücken der Pferde tun sich hier eher schwer. Und dann heißt es am Abend nach getaner Arbeit: Wie Lucky Luke dem Sonnenuntergang entgegenreiten.   

In Virginia City und Nevada City wird der Geist der Goldgräberzeit wieder lebendig. Wenn man durch diese Orte läuft, in denen früher immerhin um die 10.000 Einwohner lebten, fühlt man sich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Beide Städte sind durch eine historische Bahn miteinander verbunden. Sie befinden sich im Südwesten von Montana – mitten in den Rocky Mountains. Hier wohnten die Menschen, die in den umliegenden Bergbauwerken des Alder Gulch Tal ihr Geld verdienten und das Glück beim Graben nach Gold suchten. Als die Goldquelle versiegte, starben die beiden Städte langsam aus. Heute lassen historische Führungen den Geist von damals wieder aufleben und wer möchte, kann sich auf abgesteckten Claims im Goldwaschen versuchen.  

Wyoming – Cowboy-State und Heimat der Prärieindianer

Der Name Wyoming kommt aus der Indianersprache und bedeutet „Große Ebenen“. Und die gibt es hier wirklich, denn im Osten dieses bevölkerungsärmsten Bundesstaates der USA befinden sich die Great Plains, riesige Prärieebenen. Hier lebten im 19. Jahrhundert zahlreiche Indianerstämme. Unter ihnen so bekannte wie die Cheyenne oder die Shoshonen. In der Hauptstadt Cheyenne finden jedes Jahr die Cheyenne Frontier Days statt – das größte Rodeo-Spektakel der Welt. Ein Nationalsport, in dem das Erbe des Wilden Westens weiterlebt. Bei den spektakulären Wettkämpfen unterscheidet man drei Disziplinen: Reiten auf gesattelten Wildpferden, Reiten auf ungesattelten Wildpferden und das Bullenreiten. Ziel ist es, sich mindestens acht Sekunden auf dem Rücken der Broncos (Wildpferde) zu halten. Und so wild, wie die Pferde teilweise buckeln, können acht Sekunden richtig lang werden.

Büffelherde Wyoming

Wer es ruhiger mag, ist in der Westernstadt Sheridan genau richtig. In dieser als „Top Western Town of America“ ausgezeichneten Stadt sieht es aus wie im Bilderbuch. Die Häuser, die Straßen – alles ist genauso, wie man sich eine Westernstadt vorstellt. Falls euch für euren Ranchurlaub nach das passende Zubehör fehlt, findet ihr auf der Mainstreet jede Menge Cowboyequipment. Einen Abstecher solltet ihr auch zum Hotel Historic Sheridan Inn machen. Es ist das älteste Haus der Stadt und war Rückzugsort des legendären Buffalo Bill. Legenden besagen, dass er hier Teile seiner legendären „Wild West Show“ einstudierte. Inspiration dafür fand er in den Weiten Wyomings sicher genug.

  • Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Dann werft euch schnell in euer Cowboy- oder Indianeroutfit und bucht euren Trip in die USA.
  • Noch mehr Infos über die USA findet ihr auch bei uns im Blog.

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