Nudelsuppe in bangkok

Streetfood in Bangkok: Ein Rausch für alle Sinne

Bangkok, Stadt der Engel, Millionen Metropole, Welthauptstadt der Strassenküchen. Die essensorientierte Kultur der Thais übt eine besondere Anziehungskraft auf Einheimische, Expats und Touristen gleichermassen aus. Und so finde ich mich während meines zweijährigen Aufenthalts in der thailändischen Hauptstadt hunderte Male hockend am Strassenrand wieder, auf kleinen Kunststoff Stühlen, der Tisch gefüllt mit den verschiedensten Gerichten zum Teilen mit Freunden und Kollegen. 

Bangkoks Garküchen: Erfahrungen und Insidertipps einer (fast) Einheimischen

„Gin Khao Yung“ bedeutet frei übersetzt so viel wie „Hast du heute schon Reis gegessen?“. Der Satz ist omnipräsent und immer ein guter Gesprächseinstieg. Man drückt damit aus, dass einem das Wohl seines Gegenübers am Herzen liegt, denn nur ein voller Bauch ist auch ein glücklicher Bauch. Wenn jemand am Nachmittag die Frage mit einem „Nein“ beantwortet, ist etwas passiert oder gar nicht in Ordnung.

Das Essen ist für die lokale Bevölkerung ein essentieller Bestandteil, eine kulinarische Freude die man am liebsten teilt. Essen verbindet und jeder ist gleich und frei von jeglichen Gesellschaftsschichten, wenn er auf den wackligen Stühlen und Tischen auf den Gehwegen Platz nimmt. Die Atmosphäre sowie die vielfältigen Gerüche von Suppen, Currys, Gewürzen oder kleinen Grills ziehen einfach alle in ihren Bann. Die Geschäfte laufen gut und so wird in Bangkok allein die Anzahl der Strassen- und Garküchen auf mindestens 50.000 geschätzt. Im Januar 2018 wurde sogar erstmals ein Michelin Stern für die Garküche von Jay Fay vergeben, eine Köchin, welche unter anderem für ihr perfektioniertes Krabben-Omelett ausgezeichnet wurde.

Streetfood in Bangkok

Grosser Andrang an den Ständen ist ein sicherer Garant für gelungene und wohlschmecken Gerichte. Ich empfehle jedem Bangkok Besucher mit Neugier und vielleicht ein wenig Abenteuerlust der Essensvielfalt zu begegnen. Frei nach der Devise: offen sein und Neues ausprobieren. Meiner Erfahrung nach gibt es besonders gutes Essen in der Nähe von Krankenhäusern, Universitäten und Schulen. Ein Blick auf die Teller der anderen Mitessenden lohnt sich immer, denn oftmals gibt es keine Speisekarte oder die Sprachbarriere scheint unüberwindbar. Das Zeigen auf ein bestimmtes Gericht löst das Problem und erweitert den kulinarischen Horizont. Ein zweiter Rat ist es sich auf seinen gesunden Menschenverstand zu verlassen. Zwar können die Hygienestandards der westlichen Welt nicht auf eine einfache Garküche übertragen werden, aber so haben wir sehr wohl ein gutes Urteilungsvermögen und einen gesunden Menschenverstand. Fast alle Speisen werden durchgegart und stellen kein Risiko für die Gesundheit dar. Natürlich sind auch die einheimischen Kunden sehr penibel, wenn es um die saubere Zubereitung von Speisen geht.

Insidertipps von Sabrina



  • Montags findet man in Bangkok vergleichsweise wenige Garküchen. Denn montags werden die Strassen gereinigt und die Garküchenbetreiber nehmen sich an diesem Tag häufig frei.

  • Für Reisende mit „ungeübten“ Geschmacksknospen empfehle ich einen kleinen Exkurs in die thailändische Sprache. So sollte die Frage „pät mai? – Ist es scharf?“ mit der Antwort „mai pät! – Nicht scharf!“ vor roten Gesichtern, tränenden Augen und laufenden Nasen schützen.

  • Und aus eigener Erfahrung weiß ich, selbst wenn du dich für hartgesotten hältst, antworte niemals mit „Ja“, wenn ein Thailänder dich fragt, ob du scharf essen kannst.

Dass man in Thailand mit Stäbchen isst, ist ein Irrglaube vieler Europäer und sorgt bei den Einheimischen immer wieder für ein amüsiertes Kopfschütteln. Man isst mit Löffel und Gabel, wobei man mit der Gabel lediglich das Essen auf den Löffel schiebt, denn für Thais gilt es als unfein die Gabel in den Mund zu nehmen. Mit Stäbchen fischt man nur die Nudeln aus der Nudelsuppe. Ansonsten findet man Stäbchen nur in Bangkoks Chinatown.

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Yaowarat Road in Bangkok

Apropos Chinatown – Für mich gibt es das beste Strassenessen immer noch entlang der Yaowarat Road, der Hauptschlagader Chinatowns. In Bangkok sagt man, hier arbeiten die Master der Kulinarik. Mit dem frühen Sonnenuntergang werden an der Yaowarat und im verzweigten Netz aus Seitenstrassen hunderte von Garküchen aufgebaut. Von thailändischen Spezialitäten, über Seafood bis hin zu chinesischen Köstlichkeiten gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Die Gerüche sind berauschend, die Probiermöglichkeiten schier unendlich, ein kühles Getränk aus dem Minimarkt gegenüber, Plastikhocker auf dem Gehweg, aufgeschlossene Tischnachbarn und das nie enden wollende Treiben der Metropole, die niemals zu schlafen scheint. Jede Streetfood-Tour durch die Yaowarat beende ich mit dem perfekten Dessert: süsse Sesam-Reismehlkugeln in einer starken, scharfen Ingwerbrühe (Bua Loy Nam King). Und so läuft mir während des Schreibens das Wasser im Munde zusammen und ich plane in Gedanken den nächsten Aufenthalt in meiner Lieblingsmetropole.

Auch unsere Kollegin Lara war in Bangkok und hat uns ihre Erlebnisse in einem Reisebericht zusammengefasst

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