Polarlichter in Island

Die besten Orte, um Polarlichter zu sehen

Viele haben auf ihrer Wunschliste stehen, dass sie einmal in ihrem Leben Nordlicher sehen wollt. Ihr anscheinend auch. Eine Garantie gibt es zwar nicht aber mit ein paar Tipps stehen die Chancen recht gut. Wir verraten euch, wohin euer Urlaub genau gehen muss, damit ihr möglichst viele und beeindruckende Nordlicher sehen werdet. 

Rund ums Jahr tauchen Polarlichter in den arktischen und antarktischen Regionen unserer Erde auf. Sie leuchten um jede Tages- oder Nachtzeit. Aber ihr könnt sie nicht immer sehen. Genau wie die Sterne sind sie eher leuchtschwach und können nur im Dunkel der Nacht beobachtet werden. Tagsüber werden sie vom blauen Himmel unseres Planeten in den Hintergrund gedrängt.

Unser Tipp für Polarlichtjäger: Lange Nächte um die Zeit des Neumonds bergen die größten Erfolgschancen!

Wann ist die beste Jahreszeit?

In Nord-Skandinavien beginnt die „Nordlicht-Saison“ schon Ende August und zieht sich bis Mitte April. Danach werden die Tage wieder so lang, dass es im Hochsommer überhaupt nicht mehr richtig dunkel wird.

1. Die besten Spots für Nordlichter in Norwegen und Schweden

Und jetzt fragt ihr euch natürlich, wo ihr die Nordlichter am besten beobachten könnt. Absoluter Hotspot ist das norwegische Tromsø, so ziemlich die nördlichste größere Stadt in unserer Hemisphäre. Aber auch Hurtigruten, Alta und Svalbard bieten eine gute Lightshow.

In der Gegend vom Nationalpark Abisko in Schwedisch-Lappland gibt es das sogenannte „Blaue Loch“ – ein Stückchen Natur, das fast immer wolkenfrei ist. Polarlichtjäger kommen gern dort hin, weil die Nordlichter bei verhangenem Himmel nicht zu sehen ist. Und auch Kiruna ist eine Top-Location in Schweden, um farbintensive Polarlichter zu sehen.

Damit ihr für die Beobachtungstouren auch ausgeschlafen und fit seid, findet ihr hier Hotels und Angebote in Norwegen und Schweden

2. Die schönsten Plätze, um in Finnland Nordlichter zu beobachten

In Sodankylä im Norden von Finnland liegt das Northern Lights Research Center. Nicht weit davon trefft ihr auf den drittgrößten See Finnlands, den Inari-See. In Nellim am See liegt der finnische Hotspot für Liebhaber von Polarlichtern. Aber auch Kakslautanen, Utsjoki und Ivalo werden im ganzen Winterhalbjahr von Nordlichtjägern besucht.

3. Das Schauspiel in Island beobachten

Polarlichter in Island

Und dann ist da noch Island: Außer mit Geysiren und wilden Ponys punktet die Insel zwischen Feuer und Eis auch mit optimalen Aussichtspunkten zur Beobachtung der Himmels-Show. Der Thingvellir Nationalpark ist bei Polarlichtjägern in Island besonders beliebt. Sobald ihr aber Reykjavik hinter euch lasst und in die wenig besiedelten Gebiete eintaucht, könnt ihr eigentlich überall Nordlichter sehen.

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4. Auch in Deutschland gibt es ab und zu Polarlichter zu sehen

Ab und zu geistern Bilder von bunten Himmelserscheinungen durchs Internet, die angeblich in Deutschland aufgenommen worden sein sollen. Natürlich kann sich da jemand mit Photoshop einen Spaß erlaubt haben – aber es besteht auch die Möglichkeit, dass die Aufnahme echt ist. Die Sonne erreicht alle 11 Jahre den Höhepunkt ihres Aktivitätszyklus. Das bedeutet, dass es dann besonders viele und starke Sonnenwinde und deshalb auch besonders viele und intensive Nordlichter gibt. Die letzte Aktivitätsspitze des Sonnenzyklus lag zwischen 2013 und 2014. 

„In Deutschland gibt es etwa 10 bis 20 Mal im Jahr Polarlichter zu sehen“

Polarlichter über Deutschland, Bayreuth

Die größte Chance habt auf Nordlichter habt ihr in Norddeutschland, wenn starke Sonneneruptionen angesagt sind. Um so weiter nach Norden, desto günstiger stehen eure Chancen.

Nord- und Ostsee sind ein besonders guter Standort, weil es dort in Richtung Norden so gut wie keine Lichtverschmutzung gibt. Außerdem gibt es nur selten Nebel über dem Meer, die Luft ist dort relativ klar. Optimal ist ein erhöhter Standort – auf Klippen beispielsweise. 

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Übrigens könnt ihr erst nach etwa 20 Minuten in völliger Dunkelheit die Farben des Polarlichts richtig erkennen. Unsere Augen sehen bei Nacht hauptsächlich Kontraste und müssen erst die sogenannte „Dunkeladaption“ vollziehen, um Farben sehen zu können.

Was sind eigentlich Polarlichter?

Sie malen den Himmel rot, gelb, violett, blau oder grün. Manchmal pulsieren sie, manchmal sehen sie aus wie ringförmige Strahlen oder Flammen in psychedelischen Farben. Ein andermal erinnern sie an farbigen Nebel oder Streifen. Es gibt neun wissenschaftliche Klassifikationen für die unterschiedlichen Lichtphänomene des Polarlichts – aber das lassen wir außen vor. Wir wollen hier ja keine wissenschaftliche Arbeit verfassen.

Übrigens ist „Polarlicht“ ein Sammelbegriff für Nordlicht und Südlicht. Physiker nennen das Polarlicht „Aurora“ und das Nordlicht „Aurora Borealis“. Eigentlich tritt diese Aurora überall auf der Welt auf. Nur können wir sie in unseren Breiten so gut wie nie sehen. Warum das so ist?

Um zu verstehen, wie Polarlichter entstehen, müsst ihr euch doch ein bisschen Wissenschaft antun. Aber keine Bange, es wird nicht zu heftig.

In Kurzfassung: Die Himmelsfarben kommen daher, dass Teilchen von der Sonne mit Sauerstoff- und Stickstoffteilchen in unserer Erdatmosphäre zusammenstoßen. Wenn ihr es genauer wissen wollt: Es gibt sogenannte „Sonnenwinde“, die Protonen und Neutronen in das Weltall schleudern. Kommen diese elektrisch geladenen Teilchen bei uns an, werden sie größtenteils vom Magnetfeld der Erde abgeschirmt. An den Polen ist das Erdmagnetfeld aber nicht besonders stark. 

Deshalb dringen die Sonnenteilchen besonders häufig am Nord- oder Südpol in die Erdatmosphäre ein. Hier treffen sie auf Sauerstoff- oder Stickstoffatome, die durch den Zusammenstoß für kurze Zeit ionisiert werden. Das ändert sich aber schnell wieder und dabei wird Energie in Form von Licht (Photonenenergie) frei. Die Farbe (Frequenz) des Lichts hat mit der Menge der freigesetzten Energie zu tun. 

„Am häufigsten sind grüne Nordlichter zu sehen“

Grüne Nordlichter sind am häufigsten. Sie entstehen durch ein Aufeinandertreffen von Sonnenteilchen und Sauerstoffatomen in den unteren Schichten unserer Erdatmosphäre – auf etwa 100 km Höhe. Rot und Gelb entsteht ebenso durch eine Vereinigung von Sonne und dem irdischen Sauerstoff, allerdings etwa 300 km über unserem Planeten. Und wenn ihr am Himmel blaue oder violette Phänomene entdeckt, feiern die Stickstoffatome unserer Erde eine Hochzeit mit den Protonen und Neuronen aus dem Sonnenwind.

Von der Sonne zur Erde brauchen die winzigen Astronauten etwa drei Tage. Sie reisen dabei mit einer Geschwindigkeit von 500 bis 800 km/h. Mit den heutigen Hochleistungsteleskopen ist es überhaupt kein Problem, die Sonnenaktivitäten zu verfolgen. Von daher ist es auch nicht allzu schwer vorauszusagen, wann die kleinen Reisenden in der Erdatmosphäre ankommen. Es gibt inzwischen zahlreiche Apps, die euch für Polarlichter fast genau so gute Voraussagen liefern wie die gängigen Wetter-Apps für das Wetter.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Marion

    Eigentlich schöner Artikel aber den Abschnitt mit den Südlichtern verstehe ich nicht.Für farbige Erscheinungen am Südpol ist Alaska ein guter Tipp????Also entweder hab ich in Geographie nicht aufgepasst oder hier ist jemandem ein Fehler unterlaufen.

    • Sabine
      Sabine

      Hallo Marion,
      oh, da hast du natürlich vollkommen Recht!
      Vielen Dank für den Hinweis, wir haben es direkt ausgebessert

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