Zu Besuch im Popeye Village und in Mellieha: Vom Comic ins Mittelalter

Ein Besuch im Popeye Village unweit des beliebten Ferienorts Mellieha ist nicht nur ein Muss für Familien. Denn so bunt ist Malta sonst nirgends. Doch warum gibt es dieses skurrile Dörfchen in der zauberhaften Anchor Bay im Norden der Insel überhaupt und was kann man dort unternehmen? Was hat Mellieha sonst noch zu bieten? Meine Kollegen und ich waren vor Ort. Unsere (filmreifen) Eindrücke zeige ich euch hier.

Eine kristallklare Bucht, die euch den Atem raubt und ein Fischerdörfchen, das auch einem Bilderbuch entspringen könnte – so in etwa müsst ihr euch Popeye Village im Norden Maltas vorstellen. Kleine, leicht windschiefe Hütten reihen sich aneinander, teilweise verbunden durch pittoreske Stege. Im Wasser, in das ich bei den Temperaturen auf Malta im Juli am liebsten sofort hinein gesprungen wäre, treiben leuchtend bemalte Fischerboote. Nicht umsonst sieht Popeye Village aus, als wäre es der Fantasie eines Kindes entsprungen – denn bei dem ganzen Dorf handelt es sich um eine Filmkulisse. Es wurde 1979 für den Film „Popeye – der Seemann mit dem harten Schlag“ erbaut. Da ich mit dem Spinat essenden Seebären aufgewachsen bin, konnte ich mir das Village natürlich nicht entgehen lassen. Ich wurde nicht enttäuscht: Heute dient der Ort als Freizeitpark für Groß und Klein. Und es ist so einiges geboten (keine Sorge, Spinat gehört nicht dazu).

Das kunterbunte Popeye Village auf Malta

Wie im Film: Popeye Village.

Was ist im Popeye Village geboten?

Die Hütten bieten nicht nur eine fantastische Kulisse für das ein oder andere witzige Foto – ihr findet darin auch noch die Original-Requisiten vom Film. Und obwohl das Popeye Village so klein ist, ist wirklich immer etwas geboten: Schauspieler streifen als Filmfiguren verkleidet durch die Gassen (es gibt sogar eine deutsche Olivia!) und unterhalten die Besucher mit Showeinlagen, Tanz und Musik. Besonders für kleine Besucher ist das ein Riesenspaß, denn wer möchte, wird in die kurzen Szenen mit eingebunden, die dann auf eine Leinwand übertragen werden. Wenn ihr also schon immer einmal in einem Film mitspielen wolltet – hier habt ihr die Gelegenheit dazu.

Besucht Popeye zu Hause und erfahrt, was er eigentlich so treibt, wenn er mal nicht über die Weltmeere schippert. Im Museum sind außerdem die alten Popeye-Comics aus den 60er- bis 80er-Jahren ausgestellt. Am besten fand ich aber die Möglichkeit, die Kulisse von einer ganz neuen Perspektive aus anzusehen: Jede Stunde werden kostenlose Bootstouren angeboten. So könnt ihr die Anchor Bay und das Village vom Wasser aus betrachten. Klar, dass nach so aufregenden Erlebnissen auch für das leibliche Wohl gesorgt ist, mit einem breiten Angebot an Snacks und Getränken.

Mein persönliches Highlight bei Temperaturen jenseits der 30°C waren aber die Badegelegenheiten in der herrlichen Bucht. Es gibt einen kleinen Strand mit Sonnenliegen, auf denen die Besucher entspannen können, nachdem sie sich im Meer erfrischt haben. Badesachen und Sonnencreme also auf keinen Fall vergessen!

So viel kostet der Eintritt ins Popeye Village

Der Eintritt beläuft sich im Juni, September und Oktober auf 15 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder bis 12 Jahre. Im Juli sowie August müsst ihr mit 17 bzw. 13,50 Euro etwas tiefer in die Tasche greifen. Beim Eintritt mit dabei sind der Zugang zum Wasser-Funpark mit Trampolinen und Rutschen, zum Pool, zum Minigolfplatz sowie eine Sonnenliege mit Schirm, ein Glas Wein, eine Postkarte und vieles mehr.

Mellieha: Von Höhlenwohnungen und spannenden Details

Nach unserem Besuch im Popeye Village haben wir gestärkt und erfrischt einen Abstecher in den beliebten Urlaubsort Mellieha gemacht. Das Dorf liegt nur 30 Gehminuten entfernt auf einer Anhöhe, sodass wir uns das tolle Panorama nicht entgehen lassen wollten. Doch neben dem herrlichen Ausblick haben wir noch weitere spannende Details gefunden.

FTI in Mellieha, Malta

Jay-ar (m.) Victoria (r.) und ich im mittelalterlichen Mellieha.

Die Kirche Santa Marija

Tatsächlich ist Mellieha neben einem tollen Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere Umgebung selbst eine sehenswerte Perle. Der Ort hat eine jahrtausendealte Geschichte und bietet einen bemerkenswerten baulichen Mix vom Mittelalter bis hin zur Moderne. Das obige Bild zeigt dies bereits sehr eindrucksvoll: Rechts im Hintergrund ist ein Teil der Mauer der Pfarrkirche Santa Marija zu sehen, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, der Mauerabschnitt weiter links stammt aus dem Mittelalter. Und dahinter stehen neu errichtete Wohnungen.

Wir betreten den Vorplatz zur Kirche durch ein kleines Tor – und befinden uns damit direkt vor dem Highlight von Mellieha, der Kirche Santa Marija. Der Vorplatz ist schlicht gestaltet mit nur wenigen Dekorationselementen. Interessant sind jedoch die Tafeln an der Mauer gegenüber der Kirche: Hier seht ihr ein Gebet an die Hl. Maria in unterschiedlichen Sprachen – auch auf Deutsch. Eigentlich ist jede Tafel mit der jeweiligen Landesflagge versehen – mit Ausnahme der deutschen. Unser Guide Gabriel nennt uns dafür den Grund: Nach dem Ende des Kaiserreichs wurde die alte Flagge abgehauen, um die neuen Landesfarben anzubringen. Das ist jedoch bis heute nicht geschehen. Manches dauert eben länger.

Kirche Santa Marija, Mellieha, Malta

Schon von weitem ist die Kirche Santa Marija gut zu erkennen.

Die Kirche besteht aus Korallenkalkstein. Ihr Inneres kann besichtigt werden, doch leider war sie an dem Tag geschlossen. Deshalb gehen wir direkt unter die Arkaden und werden von dem Ausblick, der sich uns hier bietet, überwältigt.

Aussicht über Mellieha

Von der Kirche aus habt ihr einen tollen Ausblick über Mellieha und die angrenzende Bucht.

Nicht nur Melliha selbst, sondern auch die angrenzende Bucht liegt uns zu Füßen. Gabriel weist uns dabei auf ein Detail in der Felswand auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht hin: Diese Löcher sind ehemalige Wohnungen. Noch bis zum Mittelalter sollen die auch tatsächlich genutzt worden sein. Heutzutage sei es natürlich verboten, in einer Höhle zu wohnen – deshalb seien darin Shops untergebracht.


Victoria fasst in diesem Video unsere Eindrücke vom Popeye Village und Mellieha für euch zusammen:



Das hat Mellieha außerdem zu bieten

Verlässt man den Vorplatz wieder durch das Tor, entdeckt man rechter Hand ehemalige Luftschutzbunker, die besichtigt werden können.

Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg in Mellieha

Ein Blick zur Seite Richtung Luftschutzbunker wird mit einem kleinen Kunstwerk belohnt.

Wir gehen aber nur daran vorbei, denn uns zieht es an einen anderen historischen Ort. Unterhalb der Kirche führen Stufen hinab in die Höhlenkapelle Il-Madonna tal-Ghar. Hierbei handelt es sich um einen Wallfahrtsort aus dem 17. Jahrhundert. An der Höhlenwand sind immer noch eingeritzte Kreuze und Initialen mit Jahreszahlen von Pilgern aus der damaligen Zeit zu erkennen.

Kreuze in der Höhlenkapelle Il-Madonna tal-Ghar

Pilger haben im 17. Jahrhundert nicht nur ihre Namen, sondern auch Kreuze in die Höhlenwand geritzt. Das entspricht etwa dem heutigen „Ich war da“.

Mittelpunkt der Kapelle: die Madonnenstatue mit Kind. Sobald sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, machen wir eine spannende Entdeckung: Direkt neben der Statue entspringt eine Quelle.

Höhlenkapelle Il-Madonna tal-Ghar, Mellieha

Die Madonna mit Kind wurde direkt neben einer Quelle angebracht.

Sobald ihr dann das zauberhafte Popeye Village und Mellieha besichtigt habt, kann es nur eines geben: ab ans Meer! Wie gut, dass der längste Sandstrand Maltas, Mellieha Bay, nur 15 Minuten zu Fuß entfernt ist. Und den konnten auch wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

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