Reisebericht Andalusien: Auf den Spuren der Mauren

Nachdem es in den letzten Urlauben in Andalusien immer nur Tagesausflüge von der Küste aus gab, sollte es dieses Mal eine ganze Rundreise zu den schönsten andalusischen Städten werden. Die Alhambra in Granada hatte uns so begeistert, dass wir mehr von den Spuren entdecken wollten, die die Mauren in Südspanien hinterlassen hatten. Davon haben wir auf unserer Reise jede Menge gefunden, aber auch wunderschöne Altstädte und viel spanisches Flair.

Viele andalusische Städte haben eine jahrtausendealte Geschichte, die sich heute noch in ihren historischen Altstädten wiederfindet. Besonders der Einfluss der Mauren ist stark präsent. Unsere Reise durch Andalusien führte uns zu einigen der schönsten dieser Städte.

Interessant zu wissen:

Andalusien mit der Hauptstadt Sevilla ist eine autonome Region im Süden Spaniens und erstreckt sich im Westen von der Grenze zu Portugal bis in die Region Murcia im Osten.

Die andalusische Küste liegt sowohl am Mittelmeer (Costa del Sol, Costa Almeria, Costa Tropical) als auch am Atlantik (Costa de la Luz). In Andalusien befindet sich auch das höchste Gebirge Spaniens, die Sierra Nevada mit dem 3.482 Meter hohen Mulhacén. Die schönsten Strände Andalusiens findet ihr auch bei uns im Blog.

Granada – Maurische Stadt vor der Kulisse der Sierra Nevada

Granada liegt im Osten von Andalusien zu Füßen der Sierra Nevada. Alleine die Lage mit den mächtigen Bergen im Hintergrund ist einfach beeindruckend. Dieses Mal wollten wir mehr von der Stadt kennen lernen, die vor allem wegen der Alhambra besucht wird. Die berühmte maurische Festungs- und Palastanlage ist aber auch wirklich etwas sehr Besonderes.

Alhambra in Granada

Hier ein paar Tipps für den Besuch:

Die Tickets für den Eintritt sind streng reglementiert, deshalb ist es am besten, wenn ihr die schon von zuhause online bucht. Für den Besichtigung solltet ihr euch den ganzen Tag Zeit nehmen. Die Anlage ist riesig und es gibt unglaublich viel zu sehen. Zwischen den einzelnen Gebäuden mit ihren prachtvollen Räumen liegen wunderschöne Garten- und Brunnenanlagen. Immer wieder durchquert man imposante Säulenhallen, blühende Innenhöfe und kommt an Balkonen vorbei, die einen tollen Ausblick auf die Umgebung bieten. Ohne eine Übersichtskarte Karte seid ihr hier verloren, holt euch also am besten eine direkt beim Einlass.

Da wir die Alhambra schon gesehen hatten, machten wir uns auf den Weg in das alte maurische Viertel Albayzin, das auf dem Hügel gegenüber der Alhambra liegt. Der Albayzin mit seinen unendlich vielen verwinkelten Gassen ist wie ein kleines Dorf in der Stadt. Am besten kommt man mit dem Hop-on/Hop-off Bus hin und steigt an der Plaza Larga aus. Hier gibt es viele Cafés und viele kleine Geschäfte. Von der Plaza Mirador de San Nicolas habt ihr den besten Blick auf die Alhambra.

Malaga – Sonne, Picasso und Co.

Malaga, unser nächstes Ziel, liegt direkt an der Costa del Sol, ca. 150 Kilometer von Granada entfernt. Schon von weitem sehen wir die beiden maurischen Hügelfestungen Alcazaba und Castillo de Gibralfaro, die über der Stadt thronen. Zuerst einmal landen wir jedoch am Hafen und schlendern die schöne Uferpromenade entlang. Der Puerto de Malaga ist ein echter Hot Spot mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Geschäften. Wir sitzen auf der Muello Uno (Pier 1) unter Palmen und schauen dem Treiben im Hafen zu.

Malaga Aussicht

Danach geht es in die Altstadt, wo wir uns einfach durch die Gassen treiben lassen. Immer wieder stoßen wir auf belebte Plätze mit vielen Restaurants und Tapas-Bars. Besonders schön ist die Plaza de la Constittucion, die von historischen Stadthäusern eingerahmt ist. Wir wollen aber noch weiter zum Palacio de Buenavsita, in dem sich das Picasso Museum befindet. Der berühmte Maler wurde in Malaga geboren.

Nach über 200 beeindruckenden Originalen haben wir Appetit bekommen. Jetzt ist die richtige Zeit für Espetos de Sardinas, die gegrillten Sardinenspieße, für die Malaga so bekannt ist. Die isst man natürlich in einer Chiringuito (Strandbar) direkt an einem der vielen Strände von Malaga.

Am nächsten Tag geht es hoch zur Alcazaba und zum Castillo del Gibralfaro. Auch dort kommt man mit dem Hop-on/Hopp-off hin, wir gehen aber zu Fuß durch eine schöne Grünanlage mit vielen Kakteen. Der Palast Alcazaba und die Burg Castillo del Gibralfaro sind nicht so groß wie die Alhambra, aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Ronda – Eine Schlucht als Fotohotspot

Von Malaga aus fahren wir wieder ins Landesinnere nach Ronda, wo eine der spektakulärsten Brücken ganz Spaniens steht. Das kleine Städtchen liegt beiderseits einer Schlucht, welche die Neustadt (aus dem 15. Jahrhundert!) von der maurischen Altstadt trennt. Über die Schlucht führt die „Neue Brücke“ (über 200 Jahre alt!) und verbindet die beiden Stadtteile miteinander. Aber was für eine Brücke!

Schlucht von Ronda

Die Puento Nuevo, wie sie auf Spanisch heißt, ist ein echtes Brückenwunder und könnte leicht als Kulisse für Game of Thrones durchgehen. Ihre mächtigen Steinpfeiler gehen 120 Meter tief in die Schlucht hinab und drei Torbögen zieren das 70 Meter lange Bauwerk. Die bis an die Felskante gebauten Häuser aus Stein geben der Szenerie zusätzlich etwas fast Unwirkliches. Übertrumpfen lässt sich der fantastische Anblick nur noch durch den abenteuerlichen Abstieg in die Schlucht. Von dort aus wirkt die Brücke fast noch gigantischer.

Ansonsten ist Ronda ein wirklich schönes Städtchen, in dessen beiden historischen Altstadtkernen man gut bummeln kann. Bei Sonnenuntergang sind wir aber schon wieder an der Brücke und fotografieren, fotografieren, fotografieren …

Jerez de la Frontera – Sherry und Flamenco

Auf der Weiterfahrt von Ronda nach Jerez de la Frontera (meist kurz Jerez genannt) erscheint nach ca. 120 Kilometern eine Stadt wie man sie sich als typisch andalusisch vorstellt. Weiß getünchte Häuser in einer anmutigen Hügellandschaft, umgeben von weitläufigen Weinbergen. Jerez sieht schon von weitem einladend aus.

In der Stadt angekommen, sind wir sofort beeindruckt. Überall breite Flanierstraßen und Promenaden mit herrschaftlichen Häusern. Die historische Altstadt gruppiert sich um die maurische Festung Alcazar von Jerez und die imposante Kathedrale. Die Uferstraße am Fluss Guadalete ist von Palmen gesäumt, fast glaubt man sich am Meer.

Gasse in Jerez de la Fontera

Jerez hat was! Eine ganz besondere Stimmung nämlich. Nach kurzer Zeit wird uns auch klar, woher die kommt. Die Stadt ist berühmt für den Sherry, der dort produziert wird, und gilt neben Sevilla als Zentrum des Flamencos. Eine Kombination, die Jerez eine besondere Leichtigkeit zu verleihen scheint. Spontan beschließen wir, eine der vielen Bodegas zu besichtigen, wo riesige Holzfässer voll mit Sherry lagern. Am Abend geht es in eine der zahlreichen Flamencobars. Was trinken wir dort? Sherry natürlich!

Sevilla – eine beeindruckende Kathedrale mit grandiosem Ausblick

Bevor es weiter nach Sevilla geht, machen wir noch einen kurzen Abstecher an die Costa de la Luz und lassen uns den Atlantikwind um die Nase wehen. Nach gut einer Stunde Autofahrt erreichen wir dann Sevilla.

Für Sevilla nehmen wir uns ein paar Tage Zeit, schließlich ist hier die größte Altstadt Spaniens zu entdecken und natürlich der maurische Alcazar-Palast. Außerdem gilt Sevilla als die Wiege der spanischen Tapas. Für die wollen wir uns natürlich auch viel Zeit nehmen.

Um einen Überblick zu bekommen, besteigen wir erst einmal den Giralda, einen 97 Meter hohen Glockenturm neben der Kathedrale Maria de la Sede. Der Ausblick über die wirklich riesige Altstadt mit unzähligen Gassen und über den Fluss Guadalquivir lohnt die kleine Anstrengung. Nach der Besichtigung der beeindruckenden Kathedrale geht es dann auch direkt zum Alcazar-Palast. Wieder einmal sind wir fasziniert von den kunstvoll gestalteten Räumen, den malerischen Innenhöfen und den wunderschönen Gärten.

Sevilla Aussicht

In den nächsten Tagen unternehmen wir ausgiebige Touren durch die Altstadt, die aus einem Gemisch von altrömischen Palästen mit zauberhaften Innenhöfen und orientalisch anmutenden Gebäuden besteht. Fast an jeder Ecke gibt es einen schön verzierten Brunnen und immer wieder Plätze mit vielen Cafés, Tapas-Bars und Restaurants. Wir wählen meistens eine Tapas-Bar.

Was sollen wir sagen?

Wir waren begeistert! Von den Städten, die wir besucht haben, von den Landschaften, durch die wir gefahren sind, und von den Menschen, die wir getroffen haben. Andalusien ist ein Paradies für eine Rundreise. Für eine Städtetour solltet ihr allerdings nicht unbedingt die sehr heißen Sommermonate Juli und August wählen. Und wenn, dann nehmt euch genug Zeit für Pausen an den vielen schönen Stränden, die auf dem Weg liegen. Und eines können wir auch noch empfehlen: Hakt nicht nur die Sehenswürdigkeiten ab, sondern lasst euch auch immer wieder einfach treiben. So lernt ihr Andalusien am besten kennen.

Ihr habt Lust auf Andalusiens Städte bekommen? Bei uns erfahrt ihr noch mehr zu Málaga!

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