Kauai

Reisebericht Hawaii: Meine Rundreise auf der Garteninsel Kauai

Bunte Blumenketten, Ukulelenmusik und Hawaiihemden. Es sind viele kleine Dinge, die wir mit Hawaii in Verbindung bringen und die uns gleich in Urlaubsstimmung versetzen. Unser Kollege Wolfgang berichtet wieder über seinen Urlaub auf Hawaii und verrät euch diesmal was die Garteninsel Kauai auf Hawaii so besonders macht.

Nachdem ich euch in meinem letzten Post ausführlich über Oahu berichtet habe, möchte ich euch nun die Insel Kauai vorstellen. Sie hat den Beinamen „Die Garteninsel“, was daran liegt, dass sie die regenreichste und daher die grünste der hawaiianischen Inseln ist. Keine Angst regenreich heißt jetzt nicht, dass es hier ständig regnet. 

Lustig aber Wahr: Das Erste, dass euch auffallen wird, sind die vielen freilaufenden Hühner. Im Jahr 1992 zog Hurricane Iniki über die Insel hinweg und hat dabei viele Hühnerställe zerstört. Irgendwie war es danach nicht möglich alle Hühner wieder einzufangen und so haben sie sich, mangels natürlicher Feinde, rasant vermehrt und sind fast zu einer Plage geworden. Die Einheimischen haben daraus einen Witz gemacht und versprechen jedem Besucher der Insel eine Kompensation, wenn er ein Hühnchen mitnimmt.

Garteninsel und Blume

Die meisten Hotels der Insel befinden sich in den gelegenen Regionen Wailua und Kapaa. In dieser Gegend gibt es sehr schöne Strände, Baden ist hier jedoch aufgrund der starken Strömung nicht möglich. Ebenfalls sehr beliebtesten und schöne Strände, an denen man auch gefahrlos schwimmen gehen kann, findet ihr in Poipu im Süden und in Hanalei im Norden der Vulkaninsel. Am Shipwreck Beach in Poipu hatte ich sogar das Glück, dass ich eine Hawaii-Mönchrobbe bei seinem Nickerchen im warmen Sand beobachteten durfte. Bitte wundert euch nicht, wenn in so einem Fall eine kleine Gruppe Menschen angestürmt kommt und den Bereich um das Tier großräumig absperrt. Das sind Freiwillige, die sich für den Schutz der Tiere einsetzen.

Der Norden von Kauai – Die Highlights einer Rundreise

Kalalau Trail: Ein Paradies für Wanderer

Unsere kleine Rundreise beginnen wir im Norden Kauais in Hanalei. Naturliebhaber und Wanderer können von hier aus einen der spektakulärsten Wanderwege der Inseln erkunden. Der Kalalau Trail führt über ca. 18 km entlang der atemberaubenden Napali Coast vom Ke’e Beach bis zum Kalalau Beach. Geführte Touren auf einem Teilstück könnt ihr sogar bei FTI buchen. Wer den ganzen Trail auf sich nehmen will, muss einmal in der Wildnis am Strand übernachten. Da die Zahl der Wanderer begrenzt ist und der Pfad nicht ganz ungefährlich, müsst ihr euch sowohl vorab anmelden und bei der Rückkehr  zurückmelden. Die Napali Küste ist wirklich spektakulär und kann nur zu Fuß, aus der Luft oder über das Meer erreicht werden und belohnt euch mit unberührter Natur. Entlang des Pfades gibt es 17 Plätze, an denen ihr euer Zelt aufschlagen könnt. Bitte bedenkt aber, dass dies ein Naturschutzgebiet ist, das nicht regelmäßig überwacht und in Schuss gehalten wird. Und vor allem, wenn ihr hier lang lauft, nehmt bitte euren Müll auch wieder mit.

Napali Kauai und Hawaii-Mönchsrobbe am Shipwreck Beach

Der Schönste Strand der Insel befindet sich bei Hanalei

Hanalei auf Kauai ist an sich ein verschlafenes Nest. In den 1970er Jahren war dieses Städtchen berühmt für seine Hippie-Kolonie. Noch heute herrscht hier eine besonders relaxte Atmosphäre. Das beschauliche Leben wird hier nur ab und zu von den Filmemachern aus Hollywood gestört (berühmteste Beispiele: 50 First Dates oder The Descendants). Die Bucht von Hanalei bietet einen der schönsten Strände der hawaiianischen Inseln und das Wahrzeichen der Bucht ist das Pier, das ein sehr beliebtes Fotomotiv ist. Wenn ihr gerne einen guten Burger esst, solltet ihr zu Bubba’s gehen. Das Fleisch stammt zu 100% von Kühen, die auf Kauai gegrast haben. Ich habe selten einen bessern Burger gegessen (Filialen von Bubba’s gibt es in Kapaa und auch in Poipu).

Princeville mit Blick auf die Hanalei Bucht

Auf dem Weg nach Princeville kommen wir an großen Tarofeldern vorbei. Die schauen fast ein bisschen aus wie Reisfelder. Taro (auf hawaiianisch Kalo) war das Grundnahrungsmittel der Ureinwohner. Die Wurzel ist stärkehaltig und wird zu Brei verarbeitet, der Poi genannt wird. Für einen Europäer schaut dieser aber eher aus wie Tapetenkleister und schmeckt irgendwie auch so, aber während eines Hawaii Besuchs sollte man zumindest einmal probieren. Da Poi bei jedem Luau serviert wird, werdet ihr bestimmt eine Gelegenheit dazu bekommen. Princeville ist eine Ansammlung von Häusern und besteht eigentlich mehr oder weniger aus Hotels mit einem kleinen Einkaufszentrum. Erwähnenswert ist hier das St.Regis Princeville Resort, ein spektakulärer Hotelbau, der sich eng an die Klippen schmiegt. Von vielen Zimmer habt ihr einen traumhaften Blick über die Hanalei Bucht. Wenn ihr euch was ganz besonderes gönnen wollt, solltet ihr hier übernachten.

Kilauea und sein Leuchtturm

Auf unserer Fahrt entlang der Nordküste Kauai’s kommen wir in Kilauea zu einem wunderschön gelegenen Leuchtturm. Hoch auf den Klippen hat man einen tollen Blick auf den endlos wirkenden Pazifik. Neben dem Leuchtturm gibt es hier noch ein Vogelschutzgebiet mit einem Lehrpfad, der euch viel Interessantes über die hier lebenden Meeresvögel und die Flora der Klippen vermittelt.

Kilauea

Leuchtturm in Kilauea

Wenn ihr nun Richtung Kapaa weiterfahrt, kommt ihr durch viele grüne Hügellandschaften. Schon bald werdet ihr in der Ferne einen Berg erkennen können, der aufgrund seiner Form auch „The Sleeping Giant“ genannt wird. Der Gipfel erhebt sich in Form einer Nase über einen langgezogenen Bergrücken und ist ein beeindruckender Anblick. Kapaa selbst ist ein kleines Städtchen mit einigen Hotels. Wie schon erwähnt gibt es hier zwar einen Strand, aber das Baden im Meer ist hier wegen starker Strömungen nicht ratsam.

Kauai’s Süden – Plantagen, Rum und Strände

Auf dem Wem in den Süden: Der einzige Fluss der Insel

Nicht wirklich im Süden, sondern eher Mittig im Osten, liegt Wailua am gleichnamigen Fluss, auf dem unter anderem Kanutouren angeboten werden. Auch Anfänger können hier teilnehmen, da sie nicht all zu anstrengend ist. Die Fahrt geht über den Fluss durch dichten Regenwald, der im Wailua River State Park liegt und auch mit einigen Wanderwegen aufwartet. Flussaufwärts kommt ihr zunächst am Kamokila Hawaiian Village vorbei, ein nachgebautes Dorf der Ureinwohner, das man auf geführten Touren besichtigen kann. Einen Spaziergang wert sind die Secret Falls of Wailua, etwas versteckt im Wald. Ihr könnt aber auch zur Fern Grotto laufen, einer Höhle, in der die Farne von der Decke nach unten wachsen. Zur Fern Grotto könnt ihr aber auch auf einem größeren Boot fahren, während euch der Hula anhand eines hawaiianischen Volksliedes erklärt wird. Da beim Hula durch die Tanzbewegungen Geschichten erzählt werden, muss man nicht einmal die Worte verstehen.

Wailua River

Wailua River

Am südlichen Stadtrand von Lihue mündet der Huleia Fluss in der Nawiliwili Bucht ins Meer. Hier befindet sich der Hafen, in dem auch die Kreuzfahrtschiffe anlegen. Abgesehen von den wöchentlichen Besuchen der Pride of America, sind das aber nicht allzu viele. Wenn ihr dem Huleia flussaufwärts folgt, kommt ihr zum Menehune Fishpond. An sich nicht wirklich spektakulär, aber die Sage zu seiner Entstehung möchte ich euch doch erzählen:

Mythos oder Wahrheit? Die Menehune sind kleinwüchsige Menschen mit besonderen Gaben und sehr viel Kraft. Sie sollen schon vor den Polynesiern auf den hawaiianischen Inseln gewesen sein und sind hervorragende Baumeister. Zu sehen sind sie aber so gut wie nie, daher vergleiche ich sie immer mit unseren Heinzelmännchen. Einer der Hawaiianischen Könige bat die Menehune um Hilfe für den Bau eines großen Fischteichs als Vorratskammer für die Verpflegung seines Volkes. Die kleinen Menschen stimmten zu, aber nur unter der Bedingung, dass Ihnen niemand beim Bau zusieht. Ein Prinz und seine Prinzessin konnten aber ihre Neugier nicht zurückhalten und schlichen sich Nachts zu der Stelle, an der der Teich entstehen sollte. Natürlich wurden sie von den Menehune entdeckt. Zur Strafe wurden sie zu Stein verwandelt und bilden heute die zwei Hügel neben dem Teich. 

Mit dem Zug durch die Kilohana-Plantage fahren

Auf der Weiterfahrt Richtung Südküste kommt ihr zur Kilohana Plantation. Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „unübertrefflich“. Ganz so spektakulär würde ich diese ehemalige Plantage nicht bezeichnen, aber einen Besuch ist sie schon wert. Das Highlight ist eine Fahrt in einem alten Zug über das Plantagengelände, während einem das Leben auf der Plantage näher gebracht wird. Außerdem könnt ihr euch das Gutshaus der ehemaligen Besitzer anschauen. Im Innenhof befindet sich Gaylord’s, das als eines der besten Restaurants auf Kauai gilt. Bei der Koloa Rum Company könnt ihr außerdem hawaiianischen Rum probieren. Das wäre doch ein ausgefallenes Souvenir, oder?

Menehune Fishpond

Menehune Fishpond

Durch den Tree Tunnel, ein von alten Eukalyptusbäumen überdachtes Stück der Straße, kommt ihr dann nach Koloa Town, wo die Plantagenarbeiter früher lebten. 1835 wurde hier die erste Zuckermühle Kauai’s in Betrieb genommen. Heute sind in den Holzhäuschen viele Galerien und Snackbars untergebracht.

Poipo im Süden der Insel: Shopping, Strand und Erholung

Nur ein paar Fahrminuten weiter kommt ihr ins weitläufige Poipu. Wenn ihr länger auf der Insel bleiben wollt empfehle ich euch die Kiahuna Plantation. Zum einen sind die Appartements sehr großzügig angelegt und zum anderen gibt es hier auf dem Gelände einen wunderschönen Orchideen- und Sukkulentengarten.

Kiahuna

Kiahuna Plantation

Zwei Shopping Center laden zum Bummeln ein. Das Poipu Shopping Village bietet neben vielen Shops auch kostenlose Unterhaltung und eine kleine Auswahl an Restaurants. Auch die Shops im Kukuiula bieten an manchen Tagen spezielle Events. Besonders hervorzuheben ist hier der Kauai Culinary Market. Bei einer Live Koch-Show könnt ihr euch von einem wöchentlich wechselnden Küchenchef inspirieren lassen.

Strand Kauai

Kauai hat auch wunderschöne Strände zu bieten.

Poipu bietet schöne Strände, auch wenn Sie oft nicht sehr groß sind. Am bekanntesten ist der Shipwreck Beach, dieser ist besonders bei Surfern sehr beliebt. Zum Schnorcheln solltet ihr an den Lawai Beach, während ihr am Brennecke’s Beach aufgrund eines vorgelagerten Riffs auch schwimmen könnt. Hier hatte ich auch mal das Vergnügen, mir mit einer Robbe den Strand zu teilen. Ein Stückchen weiter Richtung Westen könnt ihr dann ein Naturschauspiel beobachten, dass es auf Hawaii öfters zu sehen gibt. Im Spouting Horn Park gibt beeindruckende Fontänen, die aus dem Lavagestein springen. Wenn ihr eure Rundfahrt nun Richtung Ele’ele bzw. Hanapepe fortsetzt, fahrt ihr zunächst durch Kaffeeplantagen, denn Kaffeeanbau auf Hawaii hat eine lange Tradition. Durch die vulkanischen Böden bekommt er ein sehr ausgewogenes Säureverhältnis. 

Ele’ele: Startpunkt für Bootstouren

In Ele’ele gibt es einen kleinen Hafen, von dem aus die Bootstouren entlang der Napali Küste starten. Die Napali Coast ist eine der schönsten Küsten, die ich kenne und ist abgesehen vom Kalalau Trail nur vom Wasser oder aus der Luft zugänglich. Ich empfehle euch eine Schnorcheltour am frühen Morgen, auch wenn man dafür schon sehr zeitig aus dem Bett muss. Warum? Weil gerade in den frühen Morgenstunden die Chance am höchsten ist, dass euer Boot von Delfinen begleitet wird, die bereitwillig ihre Kunststücke vorführen. Diese Show lässt keinen kalt. Während der ca. 5 stündigen Tour fahrt ihr zunächst die ganze Napali Küste ab und seht dann in der Ferne die Insel Ni‘ihau (auch die verbotene Insel genannt), die man nur auf Einladung der Einwohner betreten darf.

Die Crew unterhält euch unterwegs mit interessanten Geschichten und Legende der polynesischen Ureinwohner. Bevor ihr euch wieder auf den Rückweg macht hält das Schiff noch in einer der vielen Buchten und ihr könnt ausgiebig im Meer baden oder schnorcheln. Ob ihr den Humuhumunukunukuapua’a (also den hawaiianischen Staatsfisch) zu sehen kriegt kann ich euch nicht versprechen, aber viele andere bunte Fische und auch ein paar Schildkröten tummeln sich hier vor der Küste. Was ist denn nun so besonders an dieser Küste? Hohe Steilklippen ragen hier aus dem Meer, durchbrochen von ein paar Tälern und kleinen Buchten mit romantischen Stränden. Und in Hawaii darf natürlich der ein oder andere Wasserfall nicht fehlen. Glaubt mir, das muss man einmal gesehen haben. Ein paar Fotos habe ich euch ja mitgebracht.

Napali Küste

Romantik pur in Waimea

Unsere Rundfahrt führt uns dann weiter nach Waimea. Das Städtchen ist nur aus zwei Gründen eigentlich erwähnenswert. Die Romantiker unter euch, die nicht unbedingt großen Luxus brauchen, finden hier mit den Waimea Plantation Cottages eines der romantischsten Hotels, das ich kenne. Eine ehemalige Plantage wurde hier in ein Hotel umgewandelt. In den kleinen Häuschen waren früher die Angestellten untergebracht. Ein kleiner Strand direkt vor der Tür fehlt natürlich auch nicht – das ist Hawaii pur!

Der zweite Grund, warum ich Waimea erwähne ist die Tatsache, dass hier die Straße in die Berge im Landesinneren abzweigt. An deren Ende steht ihr vor Kauai’s bekanntester Attraktion, dem Waimea Canyon. Er ist die zweitgrößte Schlucht der USA und wird deswegen auch der Grand Canyon des Pazifiks genannt. Der Unterschied zum echten Grand Canyon ist, dass dieser hier nicht so trocken ist und vielen Pflanzen und Tieren eine Heimat bietet. Am besten sehen könnt ihr dieses Naturwunder bei einem Helikopterflug. Die sind zwar nicht wirklich günstig, aber gerade auf Kauai ist so ein Flug wirklich spektakulär. Die sportlichen unter euch können über den Kukui Trail zum Grund des Canyon wandern. Weniger anstrengend ist der Iliau Nature Loop, der am Rand des Caynons entlang führt und euch spektakuläre Blicke in die Tiefe bietet.

Da große Teile der Insel unter Naturschutz stehen endet unsere Rundreise hier. Eine komplette Umrundung ist leider nicht möglich. Fazit: Kauai ist eine grüne Insel, die vor allem Naturfreunde begeistern wird.

Ich hoffe diese Rundfahrt hat euch gefallen. Wart ihr schon mal auf Kauai und habt noch weitere Tipps? Oder habt ihr Fragen zu Hawaii? Ich freue mich schon sehr auf euer Feedback. Aloha!

Infos über die kulinarischen Highlights auf Hawaii gibt es auch hier im Blog.

Hier kommt ihr direkt zu den Hawaii Angeboten.

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