Wadi Bani Khalid im Oman

Wüstensafari und Gebirgstour – Mein Ausflug in die abwechslungsreiche Landschaft des Omans

Der Oman kann noch so viel mehr als traumhafte Strände! Vor allem die Region rund um die Hauptstadt Muscat bietet sich an für einen abwechslungsreichen Kultur- und Abenteuerurlaub. Wenn ihr nur einen Ausflug während eurer Reise unternehmen möchtet, solltet ihr auf jeden Falle einen Kombi-Trip aus Wüstensafari und Gebirgstour machen. Wie so ein Ausflug abläuft, erzähle ich euch in meinem Erfahrungsbericht:

 

 

Organisation und Ablauf des Ausflugs

Bei den Ausflugsmöglichkeiten im Oman hat man die Qual der Wahl. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und Dinge, die man im Oman sehen und erleben kann. Wir haben uns für einen Ausflug „Oman entdecken“ entschieden, bei dem wir sowohl Wüste als auch das Gebirge mit einem seiner Wadis besichtigen können. Von unserem Strandhotel in Muscat ging es zuerst zu den Wahiba Sanddünen und anschließend ins Wadi Bani Khalid im Gebirge.

Wir haben den Ausflug über Meeting Point, unserer Agentur vor Ort, gebucht. Wenn ihr den Ausflug ebenfalls machen möchtet, fragt dazu einfach bei eurem Reiseleiter vor Ort oder an der Rezeption eures Hotels nach. 

Gestartet sind wir schon früh am Morgen. Wir wurden um 08:00 Uhr von unserem Hotel Shangri-La Barr Al Jissah Resort & Spa – Al Bandar abgeholt. Bis zu den Sanddünen braucht man mit dem Auto knapp drei Stunden, daher könnt ihr die Zeit gut nutzen, um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen.

Der Weg zur Wüste führt durch die steinige und karge Landschaft des Hinterlandes im Oman. Umso mehr waren wir dann begeistert, als die Landschaft sich langsam von grau in rötlich/gelb gewandelt hat und nach und nach immer sandiger und schließlich zu einer Wüste wurde.

Dune Bashing in der Wüste

Kurz bevor wir die befestigte Straße verlassen haben, gab es noch einmal einen kurzen Stopp, um die sanitären Anlagen zu nutzen. Zu meinem großen Erstaunen waren die Toiletten – auch wenn sie sich mitten im Nirgendwo befunden haben – in einem top Zustand! Dass die Omanis auch bei öffentlichen Toiletten stets Wert auf Hygiene legen, konnten wir auch auf unserer restlichen Oman-Reise beobachten. Ein großes Plus, das in fernen Ländern keine Selbstverständlichkeit ist!

Danach hieß es für uns, anschnallen und los geht’s! Unser Fahrer beschleunigte seinen Geländewagen und wir bretterten mit vollem Karacho auf die vor uns liegenden Dünen zu. Und hoch. Und wieder runter. Und wieder hoch. Und wieder runter…

Wueste im Oman

Ihr könnt es euch denken, wir waren schon mitten im ersten Programmpunkt des Tages angekommen: Dem Dune Bashing. Dune Bashing ist eine etwas abenteuerlustigere Art, die Wüste zu erkunden und definitiv nichts für schwache Mägen. Man wird nämlich stark im Auto herumgewirbelt und manchmal ist der Magen etwas langsamer, als das Fahrzeug! Aber es macht einfach jedes Mal einen riesen Spaß!

Ich habe bereits einmal Dune Bashing in der Wüste von Ras al Khaimah gemacht, und auch dieses Mal war es ein echtes Highlight!

Dune Bashing in der Wueste

Nach circa 20 Minuten purer Action waren wir mitten im Nirgendwo. Und genau dort hat unser Fahrer angehalten. Es war Zeit, dem Motor eine wohlverdiente Pause zu geben und ihn ein wenig abkühlen zu lassen. Auch unsere Mägen waren für die kurze Pause dankbar. Wir nutzten die Zeit, um von den spektakulären Dünen das ein oder andere Bild zu machen, inklusive uns im Vordergrund versteht sich. Die Wüste war definitiv eines der schönsten Fotomotive, die wir während unserer Oman-Reise vor die Linse bekommen haben!

In weiter Ferne konnten wir sehen, dass sich mitten in der Wüste auch kleine Wüstencamps befinden. Dort ist es möglich, als Urlauber eine oder mehrere Nächte zu verbringen und die Stille der Wüste und das Funkeln der Sterne zu genießen. Etwas, das man meiner Meinung nach mindestens einmal im Leben gemacht haben sollte! 

Desert Camp im Oman

Nach circa 15 Minuten ging es dann für uns wieder zurück. Natürlich wieder über die Dünen drüber und das in einem rasanten Tempo. Nur einmal Dune Bashing wäre ja auch langweilig gewesen!

Tee trinken mit einer Beduinenfamilie

Der nächste Programmpunkt stand an und kam genau richtig. Nach einer kurzen Fahrt waren wir zwar immer noch in der Wüste, allerdings deutlich näher an der Zivilisation als beim Dune Bashing.

Wir parkten unser Auto direkt vor einem kleinen Beduinendorf und wurden schon mit offenen Armen begrüßt.

Beduinendorf im Oman

Unser Guide erklärte uns, dass wir der Frau die rechte Hand geben sollten, da die linke Hand bei den Beduinen bzw. den Muslimen als unrein gilt. Nach einer herzlichen Begrüßung geleitete uns die Dame in ihr kleines Zeltdorf hinein. Hier erwarteten uns schon ihre kleinen Kinder und ihre Schwiegermutter, die uns ebenfalls herzlich begrüßten.

Beduinenzelt

Vor dem Betreten des Zeltes wurden wir gebeten, die Schuhe auszuziehen. Verständlich, denn wir wollen ja bei uns auch nicht, dass jemand mit sandigen Schuhen in unser Haus hineingeht! Das Zelt war ausgelegt mit gemütlichen Teppichen und Sitzkissen.

Beduinenfrau im Oman

Dort sollten wir Platz nehmen und schon wurde uns auch der erste Kaffee angeboten. Der Kaffee im Oman wird meist mit Kardamom gewürzt und nicht gezuckert. Statt Zucker bekommt man eine Dattel, die man zum Kaffee dazu essen soll. Auch hier ist es wichtig, nur die rechte Hand zu verwenden, da das sonst ein Affront gegenüber seinen Gastgebern wäre.

Wir haben gelernt, dass wir die Kaffeetasse schütteln sollen, wenn sie leer ist und wir nicht noch eine weitere Tasse möchten. Wer noch mehr Kaffee möchte, sollte sich allerdings maximal drei Mal nachschenken lassen, denn mehr Kaffee zu verlangen, wäre unhöflich.

Im Zelt gab es neben dem Kaffee und den Datteln noch einen Tisch in der Mitte des Raumes, in dem man die Handarbeiten der beiden Frauen kaufen konnte. Von Handyhüllen bis Schlüsselanhängern war hier alles dabei und wer auf der Suche nach einem Mitbringsel für seine Liebsten zuhause ist, wird hier sicher fündig.

Erfrischung im Wadi Bani Khalid

Nach dieser kurzen Stärkung ging es für uns wieder weiter. Wir verließen die Wüstenlandschaft und im Laufe der Fahrt wurde es immer steiniger und grauer um uns herum. Kein Wunder, es ging schließlich ins Gebirge.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt waren wir am letzten Stopp unserer Tour angelangt: Dem Wadi Bani Khalid. Wadis sind typisch für den Oman und jeder Besucher sollte mindestens einen Wadi auf seiner Oman-Reise gesehen haben. Wir hatten das Glück, gleich eines der Schönsten und Größten zu besuchen.  

Wadi bani Khalid im Oman

Am Ende der befestigten Straße stellten wir unser Auto ab und gingen zu Fuß weiter. Der Fußweg besteht aus Geröll, aber auch Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, können dort gut laufen. Es dauerte circa 10 Minuten und der Weg war ganz flach. Schon auf der Strecke zum Wadi hin kamen wir an vielen Bäumen und einem kleinen Bachlauf vorbei. Es war wirklich sehr faszinierend zu sehen, wie grün die Landschaft auf einmal sein kann, wenn es vorher so trocken und karg ist.

Bach im Wadi Bani Khalid im Oman

Doch das war nichts im Vergleich zum Wadi selbst. Am Ende des Wegs eröffnete sich vor uns ein großer See mit grünem Wasser, hunderten von Palmen und Büschen. Genau so wie man sich eine Oase eben vorstellt! Zu unserer Freude erfuhren wir, dass es sogar erlaubt ist, im Wadi zu baden. Vorausgesetzt, man hält sich an die Kleidungsregeln. Im Bikini oder in der Badehose schwimmen zu gehen, ist dort nicht erlaubt. Es müssen mindestens die Schultern bedeckt sein und auch eine kurze Hose solltet ihr anhaben, wenn ihr in das kühle Nass springen wollt. Der Grund ist: Viele Einheimische gehen dort ebenfalls ins Wasser und daher gebührt es der Respekt vor ihrer Kultur, sich nicht allzu freizügig zu geben.

Meine Kollegin Simone hat sich zum Schwimmen ins Wadi gewagt und war ganz begeistert davon:

„Die Szenerie und die Natur rund herum waren wirklich beeindruckend. Eine solche Oase mit blauem Wasser und Palmen kannte auch ich sonst nur von Bildern. Das Wasser war übrigens sehr klar und sauber und die Temperatur war angenehm kühl. Perfekt für einen heißen Tag.“

Simone im Wadi bani Khalid

Nach so vielen verschiedenen Erlebnissen waren wir extrem hungrig und so kam es uns gerade recht, dass bei unserem Ausflug ein Essen im Restaurant direkt am Wadi inklusive war. Es gab ein kleines Buffet mit Salat, Gemüse, Reis und Hähnchen. Einfache arabische Küche, bei der jeder etwas für sich findet! Was das Essen aber auf jeden Fall einmalig gemacht hat, war der Ausblick. Wir saßen auf einer Terrasse mit Blick auf den See und konnten das Wadi so richtig auf uns wirken lassen.

Gestärkt und überwältigt von all den verschiedenen Eindrücken, ging es für uns wieder zurück zu unserem Hotel in Muscat. Die Fahrt dauerte wieder knapp drei Stunden und wir waren um ungefähr 18 Uhr zurück. Es war zwar ein sehr langer Tag aber die verschiedenen Eindrücke, die wir von diesem vielfältigen Land bekommen haben, waren es definitiv wert! Ich kann euch den Ausflug daher sehr empfehlen und würde ihn auch jeder Zeit wieder machen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte die Buchstaben des captcha Bildes im Eingabefeld eintippen

Bitte gib die fünf Buchstaben in die Box ein