Achtung beim Sonnenbaden mit empflindlicher Haut beachten

Wenn die Sonne brennt – Hilfe bei Sonnenallergie

Herrlich! Die Sonne wärmt die Haut, den Sand, das Meer. Endlich raus aus dem unbeständigen Wetter, hinein in die wohltuende zuverlässige Wärme. Aus der im südeuropäischen Sommer oder noch weiter südlich gegen Mittag schnell Hitze wird. Doch was sind das für rote Punkte auf der Haut und woher kommen plötzlich diese entsetzlich juckenden Stellen. Mit einer Sonnenallergie wird aus ungestörtem Urlaubsglück im Handumdrehen ein kleiner Ernstfall. Das muss aber nicht sein – Wissen hilft weiter.

Sonnenallergie: Dermatologen schätzen, dass inzwischen jeder zehnte Deutsche betroffen ist. Kinder besonders häufig. Das Wort Sonnenallergie führt schnell in die Irre. Es handelt sich nicht unbedingt um eine Allergie im klassischen Sinn – die angeboren oder im Laufe des Lebens entstanden ist und mit der man nun für immer leben muss. Man unterscheidet grob drei Formen von Sonnenallergie: die Polymorphe Lichtdermatose (PMD), die Mallorca-Akne und die Photoallergische Reaktion. Gegen alle drei Formen ist kein Kraut gewachsen. Mit ein paar Grundkenntnissen kann man jedoch erfolgreich gegensteuern.

Polymorphe Lichtdermatose (PMD)

Die Polymorphe Lichtdermatose ist die am häufigsten auftretende Form der Sonnenallergie. Ausgelöst durch UV-A- oder UV-B- Strahlung. Möglich also, dass das Sonnenekzem auch hinter Verglasungen auftritt, z.B. im Auto. Sie zeigt sich durch Quaddeln, Bläschen, juckende Flecken am Dekollete, Hals, Nacken – an den Stellen, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind, oftmals schon zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Sonneneinstrahlung intensiver wird. Betroffen sind in erster Linie hellheutige junge Frauen. Die gesunde Haut aktiviert bei starker UV-Einstrahlung Schutzmechanismen (Immunreaktion) – dabei kommt es bei anfälligen Personen zu einer Überreaktion der Haut, die sich dann in unangenehmen Hautausschlägen äußert.

Was tun?

Am besten vorbeugen. Personen, bei denen die beschriebene Reaktion bekannt ist, sollten mindestens vier Wochen vor dem Urlaub Beta-Carotin und Kalzium Präparate einnehmen. Beta-Carotin neutralisiert angeblich freie Radikale. Gewöhnt eure die Haut vor dem Urlaub stufenweise an die Sonne. Einigen Betroffenen hilft eine Lichttherapie bei Hautarzt. Pflegt euch in den Wochen vor dem Urlaub mit Körpercremes, die viel Vitamin E und Vitamin C enthalten. Die Haut erlangt durch die schützenden Wirkstoffe eine Art Vorsprung und ist unter der Sonne sozusagen besser gerüstet.

Meidet im Urlaub die direkte Sonne. Traget am besten Kleidung aus leichter Baumwolle oder Leinen und Hüte. Benutzt ein Sonnenpflegemittel mit hohem UVA-Schutzfilter. Bei bekannter Sonnenallergie können 2 bis 3 Tage vor und im Urlaub vorsorglich Antihistaminika eingenommen werden – gibt es freiverkäuflich in der Apotheke. Diese helfen auch, wenn die plagende Hautreaktion bereits eingetreten ist. Ansonsten lindern kühlende Umschläge, Gele, in schweren Fällen Kortison-Gele die Symptome.

Mallorca Akne

Die Mallorca Akne ist eine Sonderform der Polymorphen Lichtdermatose und Bezeichnung für die Reaktion der Haut auf das Zusammentreffen von UV-Licht und fetthaltigen Sonnenschutzmitteln oder anderen Körperpflegepräparaten. Am häufigsten betroffene Hautstellen sind Dekollete, Hals, Nacken, Schultern, Oberarme und Rücken. Diese werden dann mit kleinen pickelartigen Knötchen bedeckt. Anfällig sind Menschen, die zu fettiger Haut neigen.

Was tun?

Auch hier gilt: bei Bekanntheit vor und im Urlaub die Haut langsam an die Sonne gewöhnen – was immer auch Personen zu empfehlen ist, die nicht von einer Sonnenallergie heimgesucht werden. Etwa vier Wochen vor der Reise mit der Einnahme von Beta-Carotin Präparaten beginnen – Beta-Carotin neutralisiert freie Radikale. Verzichtet auch auch in den Wochen vor der Reise auf fetthaltige Körperpflegeprodukte.

Statt Sonnencreme Sonnengel mit hohem UVA-Schutzfaktor benutzen. Sonnengel ist fettfrei. Greift lieber zu Sonnengel mit mineralischem Lichtschutzfaktor. Tragt Kleidung aus leichter Baumwolle oder Leinen und Hüte und dann ab in den Schatten.

Sollte es bereits zu spät sein, helfen kühlende Umschläge und rezeptfreie Antihistaminika- oder Kortison-Gele.

Sonnenschutz

Photoallergische Reaktionen

Es gibt Stoffe, die durch die Haut abgebaut werden oder sich – wie Parfüms und Cremes – auf der Haut befinden. Einige dieser Stoffe verändern sich unter dem Einfluss von UV-Licht chemisch. Mit anderen Worten: die Sonne verwandelt bisher harmlose Substanzen – dadurch kommt es zur allergischen Reaktion der Haut. Zu diesen Stoffen zählen unter anderem Arzneimittel wie Antibiotika, entzündungshemmende Mittel, Entwässerungsmedikamente, aber auch Johanniskraut. Zu den eine photoallergische Reaktion auslösenden Stoffen zählen außerdem Pflanzen wie Zitrusfrüchte, Bärenklau, Sellerie und Petersilie, aber auch Parfüms, ätherische Öle und sogar unparfümierte Cremes. Die Folge: Juckende Hautrötungen.

Was tun?

Solltet ihr im Urlaub regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, bitte vor der Reise den Beipackzettel lesen und mit dem Arzt sprechen. In der Sonne grundsätzlich keine parfümierte Kosmetik benutzen und am besten ganz auf Parfüm verzichten.

Kauft Sonnenschutzmittel mit mineralischen Filtern wie Zinkoxid oder Titandioxid. Ist es bereits passiert, lindern Antihistaminika- oder Kortison-Gele die Beschwerden. Dann solltet ihr vorläufig die Sonne meiden, leichte, dicht gewebte Kleidung tragen.

Allgemeine Tipps für Sonnenallergiker

  • die Sonne meiden, Schatten bevorzugen – aber Vorsicht: UV-Strahlen sind intensiv und können auch im Schatten allergische Reaktionen hervorrufen
  • die Haut vor und im Urlaub langsam an die Sonne gewöhnen
  • die intensive Mittagssonne meiden (Zeit zwischen 12 und 15 Uhr)
  • leichte Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen
  • möglichst fettfreie Sonnenpflegeprodukte ohne Emulgator benutzen
  • vor und während des Sonnenbads keine Parfüms, Seifen oder Rasierwasser benutzen
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor benutzen
  • kauft Sonnenpflegemittel mit physikalischem statt chemischem Lichtschutzfaktor – physikalische Lichtschutzfaktoren sind z.B. mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid

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1 Kommentar

  1. anni26

    Gut wäre es wenn Leute schon so früh erkennen würden, dass sie einen Sonnenbrand haben, dass sie dann nicht gleich zum Hautarzt gehen müssen. Aber ich habe da in Zürich leider schon so einigen Unsinn erlebt und da hilft dir nicht einmal mehr die beste Kosmetik.

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