Vulkanausbruch, Magma

Aktive Vulkane: Hier könnt ihr im Urlaub Lava & Co. sehen

Der Anblick eines Vulkans ist schon von weitem äußerst beeindruckend. Vor allem, wenn eine leichte Rauchfahne über dem hohen Berg auftaucht oder sogar Lava sichtbar ist. Besonders spannend wird es, wenn man auf dem Vulkan wandern und einen Blick in den Hauptkrater werden kann. Die Vegetation ist geschwunden und man geht nur noch über dunkle Geröllfelder. An einigen Orten ist genau das noch möglich – wir stellen euch einige davon vor. 

Wie entsteht ein Vulkan?

Vulkane entstehen an sogenannte Störungszonen. Diese entstehen, wenn zwei Kontinentalplatten auseinandertriften oder kollidieren und so das heiße Magma aus dem Erdmantel aufsteigt. Sie können aber auch entstehen, wenn sich eine ozeanische Platte unter eine kontinentale Platte schiebt. Durch den Druck faltet sich das Festlandgestein und beginnt langsam zu schmelzen, wodurch das Magma nach oben steigt. Sogar erloschene Vulkane verfügen oft über Fumarolen, also aus Erdspalten aufsteigende Gase. 


Aktuell gibt es ungefähr 1.500 aktive Vulkane. Als aktiv gelten sie, sofern ihr Ausbruch nicht länger als 10.000 Jahre zurück liegt. Jährlich kommt es zu ca. 50 Ausbrüchen, die vor allem im Feuerring in Südostasien vorkommen. 

Urlaub mal anders: In diesen Ländern gibt es noch aktive Vulkane

Auf den Liparischen Inseln (auch Äolische Inseln genannt) gibt es besonders viele Vulkane. Die Wissenschaft hat sogar die Hauptausbruchsformen nach zwei der liparischen Vulkane benannt, nämlich nach dem Stromboli und dem Vulcano. Es gibt also die strombolianische und die vulkanianische Eruption. Interessant zu wissen: Die Vulkanforschung nahm erst im 19. Jahrhundert ihren Anfang. Als der Vulcano 1888 bis 1890 ausbrach, entsandte die italienische Regierung eine Kommission zur Untersuchung der Aktivität. Dessen Mitglied Giuseppe Mercalli prägte dann auch den Begriff der vulkanianischen Eruption.

  • Bei der vulkanianischen Eruption treten kurze, explosionsartige Eruptionen auf, die sehr stark sind und durchaus einige Stunden dauern können. Typisch ist die hohe Aschesäule, die dabei erzeugt wird, sie kann bis zu 20 Kilometer hoch in die Atmosphäre aufsteigen!
  • Bei einer strombolianischen Eruption kommt es regelmäßige zu einem Auswurf von Lavafetzen, Schlacken und Asche. Es finden kleine, dafür dauerhafte Explosionen statt. Für eine geplante Urlaubsreise ist das ideal. 

Vulcano, Italien

Der Vulcano hat die südlichste der Liparischen Inseln gebildet. In der Antike stellte man sich vor, dass Gott Vulkan darunter in seiner Schmiede arbeite, daher hat der Vulcano seinen Namen erhalten. 

Vulcano in Italien

Der Vulcano ist sehr aktiv und wird ständig überwacht, um die wenigen Bewohner der Insel rechtzeitig evakuieren zu können. Selbst im Meer tritt Schwefelqualm aus und trübt das Wasser. Das hat aber einen angenehmen Nebeneffekt: Im berühmten Schlammbad Vasca di Fanghi könnt ihr baden und nebenbei die Heilwirkung des Schlamms genießen. Der ganze Vulcano ist mit Fumarolen überzogen, die schwefelhaltige Dämpfe ausstoßen, wie man an der gelben Farbe der Öffnungen sieht. Hier bilden sich gelbliche Kristalle, die sich ganz weich anfühlen. Großartig ist der Gran Cratere selbst. Man sieht hier in einen nach unten vertieften Kegel, der mit grauer Flüssigkeit gefüllt ist, um die herum Dämpfe aufsteigen. Er liegt auf 400 Metern Höhe und kann in 30 bis 60 Minuten erstiegen werden. Die Wege auf den Gipfel sind breit und leicht zu gehen, der Krater kann umrundet werden, wobei einem immer wieder Schwefeldämpfe in die Nase steigen. Bei guter Sicht habt ihr einen tollen Ausblick nach Saina und Lipari, in der Ferne man könnt ihr sogar den Ätna auf Sizilien sehen.
Beim Abstieg könnt ihr dem Valle die Monstri einen Besuch abstatten. In diesem so genannten Monstertal haben Vulkanbrocken seltsame und unheimliche Formationen und Figuren gebildet. Auch für Kinder ist das toll anzusehen, vor allem, wenn es dunkel wird.  

Stromboli, Italien

 

Der Stromboli liegt auf der nördlichsten der Liparischen Inseln. Mit der Fähre kann man in zwei Stunden von Lipari übersetzen. Die Insel ist 12,5 Quadratkilometer groß und hat 600 Einwohner, die in den typischen quadratischen Häusern wohnen, deren Form bei Erdbeben vor dem Einsturz schützt. Der Stromboli ist 900 Meter hoch. Die Ausbrüche sind üblicherweise aber auf einer Höhe von 750 Metern. Besonders beeindruckend ist der Sciara del Fuoco, also der Feuerstrom, der sich vom Vulkan bis ins Meer ergießt. Ihn kann man nachts sehr gut vom Observatorium aus beobachten. Auf dem unmittelbaren Hauptkegel wird die Landschaft karg und der Boden schwarzgrau, es liegen viele kleine und größere Felsbrocken herum, über die man steigen muss. Am Krater selbst findet man eine schwarze Sandlandschaft vor. Der Aufstieg ist aus Sicherheitsgründen nur mit einem Führer und mit geeigneter Ausrüstung erlaubt. 

Ätna, Sizilien

Ätna auf Sizilien

Der Ätna, Siziliens großer Vulkan, beherrscht das Stadtbild Catanias an der Ostküste der Mittelmeerinsel. Der Ätna hat die Stadt 1669 auch einmal zu großen Teilen durch einen Lavastrom zerstört, bevor er im Süden ins Meer abfloss. Das Castello Ursino blieb dennoch in dieser Zone erhalten: Der Lavastrom wurde durch den Burggraben um die Burg herumgelenkt. Durch den Lavastrom ins Meer, entstand auch neues Land. Heute sind die Stadtteile in dieser Zone auf der erkalteten Lava wieder aufgebaut, an vielen Stellen im Stadtbild sieht man noch die Felsen aufragen, die aus Lava bestehen und dunkelgrau gefärbt sind. Die Stadt wurde vom Ätna geprägt: So besagt die Legende, die Stadtheilige Agatha habe einmal den Lavastrom mit ihrem Schleier aufgehalten und so Catania gerettet. Der Berg ist von allen Teilen der Stadt aus zu sehen und dient so auch als Orientierungspunkt. Seine Flanken steigen sacht an und meist ist eine dünne Rauchfahne zu sehen, die aufs Meer hinaustreibt. Eine Besteigung des Ätna ist ein besonders lohnendes Erlebnis. Man kann mit dem Bus oder auch mit dem Auto bis zu einer bestimmten Höhe fahren. Von dort geht es mit einer Seilbahn weiter bis zum Hauptkrater. Aber auch schon die Region um die Talstation ist beeindruckend: Man kann durch die schroffe Landschaft gehen, die aus vielen kleinen Geröllsteinen besteht und die kleineren Krater, die sich auf dieser Höhe befinden besichtigen. Interessant ist die unterschiedliche Färbung, die das Gestein hier in den verschiedenen Regionen aufweist; es geht von Schwarz, über Gelb bis Rot und wechselt oft in einem kleinen Umkreis die Farbe. Wenn ihr sportlich seid, könnt ihr übrigens den Aufstieg auch zu Fuß unternehmen. Es gibt aber auch geführte Touren mit Allradfahrzeugen ab Catania. Der letzte Ausbruch fand im Valle di bove statt, in dem sich ein glühender Strom ins Tal ergoss. Eine Urlaubsreise zum Ätna ist daher bei einem kleinen Ausbruch besonders lohnend und auch nach dem Erstausbruch noch sinnvoll, weil sich die vulkanische Tätigkeit dann durchaus über einen Monat lang hinziehen kann. Im Sommer fährt auch die Kleinbahn Ferrovia Circumetnea rund um den Ätna. Sie ist sehr gut geeignet für einen schönen Tagesausflug zum Ätna, ohne dass man selber viel gehen muss.

Kilauea, Hawaii

Kilauea auf Hawaii

Der Kilauea auf Hawaii ist eines der Topziele auf der Inselgruppe, die vollständig durch vulkanische Aktivität entstanden ist. Beeindruckend: Er ragt unter Wasser 3.700 Meter bis zum Meeresspiegel und darüber noch weitere 1.219 Meter auf. Auch der Krater ist mit 1.000 Metern Durchmesser beeindruckend und einer der größten Krater der Welt. Der Kilauea ist vom effusiven Typ, seine Ausbrüche sind also stetig, aber nicht besonders heftig. Heute findet die Hauptaktivität an der südöstlichen Flanke in der East Rift Zone statt. Hier kann man bei einem Ausbruch mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen beobachten! Aber auch der Übergang des Vulkans zum Meer ist sehenswert: Durch den Eintritt der Lavaströme ins Meer kommt es zu beeindruckenden Dampfwolken und explosionsartigen Verpuffungen. Auch die Gesteinformationen, die überwiegend Grau und Schwarz sind und an einzelnen Stellen noch dunkelrot glühen, sind absolut sehenswert. Der Vulkan ist beständig aktiv und seine Beschaffenheit dadurch einem ständigen Wandel unterworfen. So lief erst 2018 der Lavasee am Halema’uma’u-Krater über.

El Chaitén, Chile

Der Vulkan El Chaitén befindet sich im Süden Chiles in den Kordilleren und ist zuletzt 2008 ausgebrochen. Dabei schüttete er Asche über die ganze Umgebung aus. Der 962 Meter hohe Berg ist von der chilenischen Regierung zur touristischen Attraktion erklärt worden und kann deshalb problemlos besichtigt werden. Besonders beeindruckend bei einer Besteigung sind die beiden großen Lavadome, die mit Obsidian und Ryolithgestein gefüllt sind. Der Blick über die Bergkette und bis zum Meer ist ebenfalls einmalig und macht den Aufstieg auf jeden Fall sehr lohnend!

Eyjafjallajökull, Island

Eyjafjallajökull in Island

Der Gletschervulkan Eyjafjallajökull auf Island hat erst 2010 auf sich aufmerksam gemacht. Tagelang pustete er Asche in die Luft, die die Atmosphäre so verdunkelte und damit die Flugbedingungen so schwierig machte, dass in weitem Umkreis der Flugverkehr eingestellt werden musste. Der Vulkan liegt an der Südküste Islands und ist 1.651 Meter hoch. Ganz besonders ist, dass er unter einem Geltscher begraben ist sowie seine für einen Vulkan höchst ungewöhnliche Form, er ist lang gestreckt mit mehreren kleinen Spitzen. Am einfachsten ist der Aufstieg über den Fimmvörðuhálspass. Von hier aus ist der Hauptkrater in drei Stunden zu erreichen. Wegen der Gletscherspalten sollte der Aufstieg am besten bei klarem Wetter mit guter Sicht erfolgen. Dann ist auch der Ausblick von oben über die gesamte Insel sehr beeindruckend.


Interessant zu wissen: 
• Mit 4.139 Metern über dem Meeresspiegel ist der Mauna Loa der größte Vulkan der Welt. 
• Der höchste überseeische Vulkan ist dagegen der Nevado del Salado mit 6.885 Metern in Chile.
• Der verheerendste Vulkanausbruch war 1815 der des Tambora auf Sumbawa, er forderte 92.000 Tote.
• Die höchste Aschewolke hat einmal der Taupo auf Neuseeland ausgestoßen, sie war 50 Kilometer hoch.


Pinatubo, Philippinen

Pinatubo, Philipinen

Einer der weltweit bei Touristen beliebtesten Vulkane ist der Pinatubo auf den Philippinen, die auch sonst ein vulkanisch sehr aktives Gebiet sind. Er brach erst 1991 aus, wodurch er sich von 1.745 Metern auf 1.486 Meter erniedrigte. Der Pinatubo ist Teil einer Vulkankette und liegt im dichten Dschungel. Er ist auch Ausgangspunkt zahlreicher Flüsse, die 1991 von den pyroklastischen Massen teilweise verschüttet wurden. Von örtlichen Führern werden Wanderungen auf den Vulkan angeboten. Dabei geht es mit Allradfahrzeugen entlang des Tarlacflusses bis an den Saum des Berges und von dort aus weiter zu Fuß. Auf dem Gipfel kann man den von schroffen Felszacken umstandenen Kratersee bewundern, der von zahlreichen Fumarolen umgeben ist.

Arenal, Costa Rica

Arenal, Costa Rica

Der Vulkan Arenal befindet sich in Costa Rica und hat eine Höhe von 1.633 Meter. Der kegelförmige Berg zeigt oft Lavaströme, die an den Flanken herabfließt. Durch seine Aktivität wächst er jedes Jahr um mehrere Meter. Er gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Wegen der starken Aktivität und der Steilheit des Berges ist eine Besteigung zwar nicht möglich, man kann ihn aber von der Umgebung aus besichtigen und sieht hier auch den Dampf aufsteigen. Ebenfalls vulkanischen Ursprungs sind die heißen Quellen am Berg, in deren Pools man baden kann. Die Temperatur reicht dabei von lauwarm bis heiß und man hat einen schönen Blick auf den Arenal.

El Hierro, Kanaren

El Hierro

Der El Hierro liegt auf den kanarischen Inseln. Experten erwarten in naher Zukunft einen Ausbruch, was ihn für Vulkantouristen besonders interessant macht. Hier kam es bereits öfter zu unterseeischen Eruptionen und gesteigerter seismischer Aktivität. Die gesamte Insel ist eigentlich ein einziger großer Schildvulkan, von dem seitliche Eruptionen ausgehen und auf dem sich Krater gebildet haben. Man kann auf der schönen Insel also im wahrsten Sinne des Wortes Urlaub auf dem Vulkan machen und dessen Aktivitäten beobachten.

Nyamuragira, Kongo

Vulkan im kongo

Der Nyamuragira liegt im Kongo in der Mitte Afrikas. Der flach ansteigende Berg mit dem breiten Hauptkrater ist Teil einer ganzen Vulkankette: So liegt der Nyiragongo mit seinem spitzeren Kegel gleich nebenan. Der Nyamuragira ist einer der aktivsten Vulkane Afrikas. Es werden zahlreiche Trekkingtouren zum Vulkan angeboten, so dass man einen Ausbruch aus nächster Nähe beobachten kann. Man kann sich auch von Rangern an den Schlackekegel des Ausbruchs von 2012 führen lassen und die Auswirkungen des Ausbruchs genau erläutern lassen.

Mauna Loa, Hawaii

Der Mauna Loa liegt auf Hawaii und ist mit 9.200 Metern und einem Volumen von 750.000 Kubikmetern der größte Vulkan der Welt. Über dem Meeresspiegel bringt er es allein auf 4.170 Meter. Seine Form ist die einer flachen Hügelkette mit spitzem Hauptkamm. Weshalb der Mauna Loa in der Übersetzung auch „langer Berg“ heißt.
Der Schildvulkan weist heftigen Hot-Spot-Vulkanismus auf und ist hauptsächlich aus Basaltgestein aufgebaut. Seismologen erwarten seit 2015 einen neuen Ausbruch. Man kann den Vulkan im Rahmen einer circa vierstündigen Wanderung ersteigen. Oben wird man durch krasse Schlackelandschaften belohnt, die aus ehemaligen Lavafelder bestehen. Der Hauptkrater ist eine von Felsrändern umstandene graue Fläche: Man blickt auf ein erkaltetes Lavameer mit einer beeindruckenden Breite von 2,5 und einer Länge von 4,7 Kilometern! Trotz des langen Aufstiegs ist dieser Anblick einfach ein einmaliges Erlebnis.

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