Reiseberichte Montenegro: Meine Reise durch die Perle der Adria

Tiefe Schluchten, blaues Meer, Olivenhaine und Berge soweit das Auge reicht. Um atemberaubende Natur und kulinarische Vielfalt  zu erleben, muss man weder in den hohen Norden noch in weite Ferne reisen: Montenegro lautet die Lösung! Der kleine Balkanstaat ist ein Traum für alle Aktivurlauber und Ruhesuchende, fernab vom Massentourismus. Und das Beste: Ihr braucht nur wenige Urlaubstage, um das Land intensiv zu erkunden.

Montenegro für Kulturfans

Ihr werdet euch kaum satt sehen können an der Bucht von Kotor. Das südlichste Fjord Europas ist als UNESCO Weltkulturerbe gelistet und hat es nicht ohne Grund immer weiter nach oben im Ranking verschiedenster „Traveller“-Listen geschafft. Den anstrengenden Fußmarsch auf die Festung von Kotor solltet ihr auf jeden Fall in Kauf nehmen, denn ihr werdet belohnt mit großer Weitsicht und spektakulärer Landschaft.
Unten schmiegt sich die Altstadt von Kotor an die umliegenden Berge, die von einer schützenden Stadtmauer umgeben ist. Besonders angetan haben es mir die verwinkelten, engen Gassen des Städtchens und die kleinen versteckte Kirchen und Paläste inmitten der Steinhäuser lassen jedes Entdeckerherz höher schlagen. Mein Tipp: Lasst euch einfach treiben!

Kotor Bay ist Europas südlichstes Fjord

Europas südlichstes „Fjord“ – Die Bucht von Kotor

Hin und wieder legen Kreuzfahrtschiffe am Hafen in der Bucht an. Dann kann es schon mal voll werden, wenn Tagesbesucher die Stadt belagern. Davon solltet ihr euch aber nicht beirren lassen, denn meist geht es ruhig zu in Kotor.

Mit kleinen Shuttlebussen gelangt ihr entlang der fjordähnlichen Bucht auch in das kleine Städtchen Perast und weiter nach Herceg Novi unweit der kroatischen Grenze. Vor allem in Perast sind noch heute Spuren aus dem Mittelalter und der venezianischen Seefahrer-Epoche zu finden.
Mein Tipp: Für ein paar Euro gelangt ihr vom Ufer in Perast mit dem Boot zur hübschen orthodoxen Wallfahrtskirche „Maria vom Felsen“, die auf einer vorgelagerten Inse steht.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Montenegros ist auch das ehemalige Fischerdorf Sveti Stefan in der Nähe von Budva, das zur Hotelinsel umgebaut wurde. Das Dorf hat sich trotzdem seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und bereits prominente Gäste wie Claudia Schiffer, Sylvester Stallone und Sophia Loren beherbergt. Wenn ihr also Paparazzo spielen möchtet, solltet ihr in Sveti Stefan vorbeischauen!

Das Städtchen Perast

 

Montenegro für Landschaftsliebhaber und Aktive

Mit dem Mietwagen solltet ihr die Montenegro Reise weiter landeinwärts fortsetzen. An den beiden Flughäfen Podgorica und Tivat sind einige Autovermietungen vertreten, an denen ihr meist ein gutes Angebot an Mietautos findet.

Durch eine wunderschöne Berglandschaft führt die Straße in den Durmitor-Nationalpark. Die Gegend eignet sich sehr gut zum Wandern und hat mir besonders gut gefallen. Ein Spaziergang am Ufer des Schwarzen Sees „Crno Jezero“ ist auf jeden Fall ein Muss.

Eine weitere Augenweide auf der Fahrt durch das schroffe, nahezu unwirtliche Durmitor-Gebirge ist die Tara-Schlucht, die auch „der Grand Canyon Montenegros“ genannt wird. Schon die Überquerung der Tara-Brücke und der Blick nach unten in die tiefste Schlucht Europas ließ meinen Adrenalinspiegel gehörig ansteigen. Mein Tipp: Seit Mutig und wagt euch für eine Floß- oder Raftingtour direkt auf den wilden Tara-Fluss.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Landschaft Montenegros zu genießen. Da die Distanzen recht überschaubar sind, lohnt es sich, mehrere „Roadtrips“ zu machen. Ein Highlight, das ich definitiv empfehlen kann ist die markierte Panoramaroute „Runde über Korita“, die durch authentische Dörfer vorbei bis zur Cijevna-Schlucht an der albanischen Grenze führt. Beim Blick über die Albanischen Alpen werdet ihr das Gefühl haben, unendlich weit von der Zivilisation entfernt zu sein.

Im Flusstal Rijeka scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

 

Montenegro für Genießer

Apropos Zivilisation: In Montenegros quirligen Städten Podgorica, Bar und Budva findet ihr zahlreiche Restaurants, Pubs und Bars, die euch mit Gaumenfreuden und entspannter Atmosphäre locken.

In Budva, dem touristischen Zentrum Montenegros an der Adriaküste, gibt es eine Vielfalt guter Restaurants, wo ihr sämtliche mediterrane Leckereien und fangfrischen Fisch findet. Die Hauptstadt Podgorica und das Umland dagegen warten mit deftigen Fleischgerichten sowie  Zutaten auf, die von der umliegenden Landwirtschaft stammen. Überhaupt hat mich die montenegrinische Küche mit ihrer Vielfältigkeit beeindruckt, die sowohl von mediterranen, als auch slawischen Einflüssen geprägt ist.

An der Südküste, rund um die Stadt Bar, spielt die Olivenproduktion eine wichtige Rolle. Das leckere Olivenöl solltet ihr auf jeden Fall probiert haben. Mein Tipp: Eine dicke Scheibe Brot in Olivenöl tauchen und mit Njeguski-Schinken und Käse aus dem gleichnamigen Dorf belegen. Lecker!

Zum Essen wird Wein aus dem Anbaugebiet der Region getrunken. Mit großem Stolz präsentieren die Montenegriner im Restaurant ihre einheimischen Sorten Vranac (trockener Rotwein) und Krstac (trockener Weißwein). Auch die Rebsorten Cabernet Sauvignon und Chardonnay werden in Montenegro angebaut. Am besten probiert ihr euch einmal quer durch alle Sorten!

Zur Verdauung der deftigen Speisen darf es dann auch mal ein kleiner Schnaps sein. Der montenegrinische Traubenschnaps „Loza“ oder der Pflaumenschnaps „Sljivovica“ werden meist hausgebrannt und oft nach dem Essen zum Espresso getrunken.
Alle Feinschmecker unter euch werden Montenegro lieben!

Schinken essen in Montenegro

Njeguski ist berühmt für seinen schmackhaften Schinken.

Montenegro für Wasserratten und Sonnenanbeter

Rund 200 Kilometer Küstenabschnitt mit glasklarem Wasser hat Montenegro zu bieten. Hier findet ihr nahezu ungeahnte Möglichkeiten zum Baden, Tauchen, Segeln und Kiten. Bei der Fahrt entlang der traumhaften Küste in Richtung Süden, überkam mich teilweise eine ungewollte Schnappatmung, denn mit so viel landschaftlicher Schönheit habe ich nicht gerechnet. Bis nach Ulcinj, nahe der Albanischen Grenze, führt die Küstenstraße. Der kleine Ort hat sich in den letzten Jahren zum Kitesurfing Hotspot gemausert und inzwischen ist dort eine richtige Szene beheimatet. Wenn ihr selbst einmal auf ein vom Drachen gezogenes Surfbrett steigen möchte, findet ihr in Ulcinj auch als Anfänger ideale Bedingungen vor.

Viele der Sand- und Kiesstrände abseits der Städte sind vom Massentourismus noch verschont geblieben. Hier könnt ihr euch bestens zurückziehen und mit einem Buch die Sonne genießen, ohne Angst um den ergatterten Liegeplatz haben zu müssen.

Wenn ihr es hingegen etwas geselliger und trubeliger mögt, schlendert am Besten in Budva an der Strandpromenade entlang. Mit einem leckeren Eis in der Hand kann man hier den Ausblick über das stechend blaue Wasser der Adria genießen. Mein Tipp: Setzt euch bei Sonnenuntergang in eines der vielen Restaurants oder Cafés, lasst den Abend gemütlich bei einem „Vranac“ ausklingen.

Kitesurfen in Montenegro

Montenegros Strände eignen sich wunderbar zum Kitesurfen.

Ein Besuch in Montenegro lohnt sich

Für einige Menschen hat der Osten noch immer einen negativen Beigeschmack und abgesehen von der jüngeren Generation unter uns sind bei vielen die Erinnerungen an den Balkankrieg noch nicht ganz erloschen. Dennoch kann ich euch nur empfehlen, Montenegro offen zu begegnen und dem Land vor allem als Urlaubsdestination eine Chance zu geben.

Montenegro hat beeindruckende Nationalparks, die Aktivurlauber begeistern, Kulturfans können sich am geschichtlichen Reichtum des Landes erfreuen und allen Erholungssuchenden unter euch bietet die lange Küste Montenegros einsame Sand- und Kiesstrände.

Noch gilt Montenegro als Geheimtipp unter Reisenden. Es ist bezahlbar und vor allem von Deutschland aus in kurzer Zeit zu erreichen und auch Massentourismus findet man dort nicht vor. Kurzum, in Montenegro kommt fast jeder Reise-Typ voll auf seine Kosten. Probiert es aus!

Hier geht’s zu den Montenegro-Angeboten.

1 Kommentar

  1. Michael

    Schöner Reisebericht!

    In der Tat ist Montenegro ein wunderschönes Reiseziel und eine gute Alternative zum touristisch erschlossenen Kroatien. Besonders empfehlenswert sind die Monate Mai/Juni sowie September/Oktober – Dann geht es ruhig zu und man kann ganz entspannt das Land kennen lernen.

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