Badland in Drumheller

Dinowelt Drumheller: Auf den Spuren der Dinosaurier

Kein Mensch hat je einen lebenden Dinosaurier gesehen – und genau das macht die Faszination aus, die diese riesigen Urtiere auf uns ausüben. Sich vorzustellen, wie die Riesenechsen vor etwa 215 bis 65 Millionen Jahren die Erde unsicher gemacht haben, ist nicht nur für Kinder spannend. Auch Erwachsene stehen im Museum begeistert vor den gigantischen Skeletten. In Drumheller, in den kanadischen Badlands, befindet sich eine der wichtigsten Dinosaurier Fundstellen der Welt. Sozusagen der Hot-Spot der Dinosaurier-Paläontologie. Ein Ort, der nicht nur für Wissenschaftler spannend ist. Auch Tausende von Touristen pilgern jährlich hierher. Ihr seid Dino-Fans? Dann nichts wie auf in die kanadischen Badlands!

Drumheller nennt sich auch die Dinosaurierhauptstadt der Welt und befindet sich etwa 150 Kilometer nordöstlich von Calgary im Red Deer River Valley. Die Stadt an sich ist mit circa 8.000 Einwohnern eine ganz „normale“ kleine Stadt. Aber was sie so besonders macht: Hier wimmelt es sozusagen von Dinosaurierfossilien. Es sind so viele, dass es sogar per Gesetz verboten ist, gefundene Dino-Knochen aufzuheben und mitzunehmen. Wo auf der Welt gibt es bitte sonst noch so ein Verbot? Und wie kam es überhaupt dazu, dass Drumheller so eine Berühmtheit erlangte?

Dinosaurier in Kanada

Vor ungefähr 70 Millionen Jahren war das Klima in Drumheller noch tropisch und bot eine ideale Umgebung für Pflanzen und Tiere. Zu der Zeit lebten hier zahlreiche Dinosaurierarten. Als sie ausstarben, wurden ihre Überreste von den Flussablagerungen überdeckt und konserviert. So überdauerten sie auch die Eiszeit. Als das Eis schmolz, entstand das heutige Drumheller Red Deer River Valley. Und hier fand der Geologe Josef Burr Tyrrell 1884 dann als erster den Schädel eines Dinosauriers. Eigentlich eher zufällig, als er gerade auf der Suche nach Kohlevorkommen war. Wie sich später herausstellte, gehörte dieser Schädel einem Verwandten des Tyrannosaurus Rex. Er bekam den Namen Albertosaurus Sarcophagus und war der erste einer ganzen Reihe von Funden, die hier im Laufe der Jahrhunderte gemacht wurden. Und die Suche ist noch lange nicht abgeschlossen.


Ganz Drumheller wird überragt von einem 25 Meter hohen Riesen-Dino. Die Skulptur ist immerhin viermal größer als ein echter T-Rex. Wer mag, kann 106 Stufen im Inneren hochklettern und aus dem Maul dieses Urzeitriesen in die Gegend schauen. Circa 12 Menschen haben hier gleichzeitig Platz! Vor allem für Kinder ist das ein absolutes Highlight und mit einem Eintritt von drei Kanadischen Dollar auch ein absolut bezahlbarer Spaß. Einziges Problem: Wie bekommt man die Kids anschließend an den zahlreichen Ständen mit Dino-Kitsch-Souvenirs vorbei?


An diesen Orten seid ihr den Dinosauriern ganz nah

In der Gegend um Drumheller gibt es einige Orte, an denen ihr den Dinosauriern ganz nahe sein könnt. Dank verschiedener Museen und Informationsschildern bekommt ihr einen anschaulichen Eindruck von den damaligen Lebenwesen. Mit ein bisschen Fantasie werdet ihr auch hier und da ein Dino sehen.

Das Royal Tyrrel Museum: Weltweit größte Sammlung von Dino-Skeletten

Auch wenn ihr euch eigentlich nicht für Dinos interessiert – nachdem ihr dieses Museum besucht habt, werdet ihr das Thema garantiert mit anderen Augen sehen. Denn das Royal Tyrrel Museum ist echt spannend. Es wurde nach dem Geologen Joseph Burr Tyrrell benannt, der, wie bereits erwähnt, die ersten Dinosaurier Fossilen in dieser Gegend entdeckt hat.  Eröffnet wurde dieses weltweit bekannte und von Wissenschaftler sowie Touristen gleichermaßen geschätzte paläontologische Museum im Jahr 1985.  Seine Besonderheit: Hier gibt es die weltweit größte Sammlung an vollständigen Dinosaurierskeletten. Gleich 40 Stück könnt ihr hier bestaunen. Neben dem berühmten Erstfund Albertosaurus Sarcophagus, steht in der Dinosaur Hall unter anderem noch ein imposant-riesiger Tyrannosaurs Rex. Das ist der größte fleischfressende Dinosaurier, den es je gegeben hat. Einige von den Ausstellungsstücken sind so groß, dass man nach einer Weile vom Hochschauen richtig Genickstarre bekommt! Unvorstellbar, dass diese Riesen vor Millionen Jahren wirklich gelebt haben. Es gibt im Royal Tyrrell Museum auch noch zahlreiche andere Fossilienfunde aus den Badlands zu bestaunen. Da wäre zum Beispiel das Modell eines Riffs aus dem geologischen Zeitalter Devon in Originalgröße, sowie ein botanischer Garten mit 600 Pflanzen aus der Kreidezeit.

Das Museum ist interaktiv, das heißt, ihr könnt hier selbst ganz viele Knöpfe drücken, ausprobieren und anfassen. Spaß macht es auch, durch eine Glasscheibe die hier arbeitenden Dino-Experten dabei zu beobachten, wie sie neue Fossilienfunde freilegen. Hier gibt es richtig viel zu sehen. Und um eure Reise in die weit zurückliegende Vergangenheit in Ruhe genießen zu können, solltet ihr unbedingt ausreichend Zeit einplanen.

Fossilienfund Dinosaurier, Drumheller

Das Museum hat auch ein Freigelände, auf dem wissenschaftliche Ausgrabungen vorgenommen werden. Wenn ihr ein bisschen Glück habt, könnt ihr also live dabei sein, wenn ein Teil von einem Dinosaurier ans Tageslicht befördert wird. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es einen Spielplatz hinter dem Museum. 

Der Eintritt kostet für Erwachsene 19 Dollar, für Kinder ab sieben Jahre 10 Dollar. Da die Öffnungszeiten je nach Jahreszeit variieren, erkundigt euch besser vorab ob das Museum auch wirklich geöffnet hat, wenn ihr es besuchen wollte. Nicht, dass ihr am Ende noch vor verschlossenen Türen steht. Zu Ferienzeiten solltet ihr unbedingt frühzeitig da sein, um die Exponate in Ruhe betrachten zu können.

Eine kleine Rundfahrt auf dem Dinosaur Trail

Wenn euch der Museumsbesuch Lust gemacht, euch mit dem Auto noch ein bisschen auf die Spuren der Dinosaurier zu begeben, dann folgt einfach dem Dinosaur Trail entlang des Red Deer River.  Der Rundweg beginnt und endet in Drumheller. Ihr fahrt mitten durch die Badlands und könnt euch an Aussichtspunkten die Beine vertreten. Zum Beispiel am Horsethief Canyon. Lohnenswert ist auch ein Stopp am Orkney Canyon, wo ihr auf Trails hinunter in die Schlucht steigen könnt. Um den Fluss zu überqueren, müsst ihr die Berliot Ferry benutzen – die wurde bereits 19143 erbaut und ist eine der letzten noch aktiven Kabelfähren. Die Überfahrt kostet nichts, ist aber ein echtes Erlebnis.

Dinosaur Provincial Park: Badlands, Hoodoos und Urzeitriesen

Der Dinosaur Provincial Park liegt circa zwei Autostunden von Drumheller entfernt. Falls ihr euch vorgenommen habt, das Royal Tyrrel Museum und den Park anzusehen, solltet ihr hier irgendwo übernachten. Beide Ziele an einem Tag abzuklappern, ist riesiger Stress und Fahrerei. Vielleicht stoppt ihr in Brooks? Das ist die dem Park nächstgelegene Stadt. 50 Kilometer sind es von hier zu den berühmten Ausgrabungsstätten.

Im Dinosaur Provincial Park wurden bislang über 150 vollständige Dinosaurierskelette entdeckt, die von mehr als 50 verschiedenen Arten der Urzeitgiganten stammen. Daher gilt der Park weltweit als einer der reichsten Fundstellen von Dinosaurierfossilien. Die meisten von ihnen wandern nach der Ausgrabung ins Royal Tyrrell Museum in Drumheller. Aber auch andere paläontologischen Museen auf der ganzen Welt reißen sich um die Fossilien und Skelette, die hier gefunden werden.

Dinosaur Trail in Drumheller, Kanad

Wegen dieser Funde – und auch wegen der spektakulären Landschaft – zählt der Dinosaur Provincial Park seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Hier befindet ihr euch mitten in der verwitterten Landschaft der Badlands, die mit ihrer kargen Hügellandschaft und den eigenartig aussehenden Hoodoos beeindruckt. Manche dieser turmartigen Gebilde sehen lustigerweise aus wie überdimensionierte Pilze! Der Park bietet aber auch ein einzigartiges Ökosystem: Ihr könnt durch Wälder mit Cottonwood-Bäumen laufen und jede Menge Kakteen bestaunen. Sicher seht ihr auch mal ein kleines Kaninchen herumhoppeln oder begegnet einem Erdhörnchen oder einer Kanadagans. Achtung: Klapperschlangen gibt es auch! 

Wenn ihr all das erkunden wollt, folgt einfach den ausgeschilderten Wegen durch den Park. Die Trails sind nicht besonders lang und sehr einfach zu gehen. Sie führen euch zu verschiedenen Ausgrabungsstellen und Häusern, in denen hinter Glas Saurierskelette ausgestellt sind. Ihr könnt euch also auf eigene Faust umsehen, oder ihr macht eine längere Tour, die von einem Ranger geführt wird, der euch alles ausführlich erklärt.

Und wer sich gar nicht trennen kann: Es gibt hier einen Campingplatz, der neben „normalem“ Camping auch die Edelvariante „Camping-Deluxe“ anbietet. 

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