Jazz Band in New York

Balsam für die Ohren: 9 legendäre Musikmetropolen in den USA

Eine Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika ist in jeglicher Hinsicht ein lohnenswertes Unterfangen. Das Land ist so vielfältig, dass ihr selbst bei speziellen Themenreisen mehrere Jahre in Übersee verbringen könntet. Trotzdem möchten wir euch heute eine musikalische USA-Reise schmackhaft machen. „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“, sagte schon Victor Hugo. Für die USA trifft das in besonderem Maße zu, denn in den hier vorgestellten Städten wurde echte Musikgeschichte geschrieben.

Wissenswertes zur Musikgeschichte der USA

Aufgrund der Einwanderung aus einer Vielzahl von Ländern gehört die USA zu den multikulturellsten Ländern der Welt. Nach der Entdeckung durch Christoph Kolumbus kamen zuerst vorrangig Spanier, Franzosen und Engländer. Wesentlich für die Entwicklungsgeschichte der Musik war der Zustrom von Einwanderern aus Westafrika, die allerdings meist unfreiwillig kamen und versklavt wurden. Im 18. und 19. Jahrhunderts folgten Deutsche und Iren. Später kamen noch Italiener, Skandinavier und Osteuropäer. Ab 1870 kamen schließlich Einwanderer aus Ostasien und dem Nahen Osten. Der so entstandene Völkermix brachte gerade in der Musik Stilrichtungen hervor, wie sie sonst nirgendwo auf der Welt hätten entstehen können.

Als zwei starke Inspirationsquellen haben Musikhistoriker den Einfluss europäischer Kultiviertheit und die einheimische Originalität ausgemacht. Eine wichtige Wurzel eines Großteils der populären nordamerikanischen Musik bildet der von Afroamerikanern vorwiegend in den Südstaaten entwickelte Blues. Künstler wie Bessie Smith oder Ma Rainey waren wegweisend für den Blues. Behaftet mit Elementen afrikanischer, europäischer und karibischer Musik, bildet der Blues zudem die Grundlage für weitere Stilrichtungen wie Jazz, Rock, Rock ’n’ Roll oder Soul.

Als erste echt amerikanische Musikrichtung entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts der Jazz, der in den Anfängen aus einem Mix von Ragtime, Sklavenliedern und Blasmusik bestand. Jazz bestimmte fortan bis in die 1940er Jahre das Musikgeschehen und war im Radio die meistgespielte Stilrichtung der modernen amerikanischen Musik. Als populärste Stilrichtung des Jazz ist vor allem der Swing zu nennen, der durch die Big Bands von Benny Goodman und Glenn Miller stilprägend war. Einzelne Persönlichkeiten wie Cole Porter und Ella Fitzgerald trugen ebenfalls zum großen Erfolg bei.

Jazz in Kombination mit weiteren Musikrichtungen führte unter anderem zu Bebop oder Rhythm & Blues. Aus Letzterem ging in Kombination mit dem Gospel der Soul hervor.

Die 1950er Jahre waren von der Entwicklung des Rock’n Roll geprägt, einer Mischung aus Rhythm & Blues und Countrymusik. Es war die Geburtsstunde des „King of Rock ’n’ Roll“, Elvis Presley. Etwa zeitgleich eroberte sich auch die Folkmusik mit Vertretern wie Bob Dylan und Joan Baez ihren Platz in der amerikanischen Musikszene. Der Folkrock legte sein Augenmerk auf die politischen und sozialen Probleme dieser Zeit.


Singer-Songwriter Aloe Blacc auf der Suche nach den Ursprüngen amerikanischer Musik
– Kinotrailer America’s Musical Journey –


Amerikanische Musik ab den 1970er Jahren bis heute

Die zeitgenössische, amerikanische Musikszene ist an Komplexität und Vielfältigkeit kaum zu überbieten. In nahezu jedem Jahrzehnt bildeten sich neue Musikrichtungen heraus, teilweise zeitgleich mit der Musik in Europa oder Australien. In den 1970er Jahren kam die Discomusik auf. Im folgenden Jahrzehnt beherrschten Rap und Hip-Hop die Musikszene. In den 1990er Jahren waren Grunge und Techno sehr populär. Die Zahl der Musikrichtungen beläuft sich inzwischen auf mehrere Hundert. House, Salsa, New Wave, Funk, Reggae, Heavy Metal, Punk, Acid Jazz und World Music sind nur einige davon.

Musikalisch durch die USA: legendäre Musikstädte

Doch beginnen wir nun unsere Reise durch neun der bedeutendsten Musikstädte in den USA. Wir haben die Städte logistisch so sortiert, dass ihr von Stadt zu Stadt hoppen könnt. Natürlich ist auch ein Städtetrip in nur eine Stadt möglich. Los geht’s.

#1 New York City – Von A wie Acid Jazz bis Z wie Zydeco

In der Weltstadt New York sind nahezu alle Musikrichtungen vertreten. Liebhaber klassischer Musik besuchen die Metropolitan Opera im Westen Manhattans. Für Freunde von Musicals ist ein Besuch des Theaterviertels Broadway in Midtown Manhattan am Times Square ein Muss.

Broadway in New York

Als unumstrittene Hauptstadt des Jazz finden sich in der Stadt zahllose Jazzklubs. Im neuen „Birdland“ in der 44. Straße könnt ihr lokalen und internationalen Stars wie Michael Brecker oder Pat Metheny lauschen. Wer lieber Rock mag, ist in New York ebenfalls gut aufgehoben. Sehr populär sind die Klubs auf der Lower East Side wie “The Living Room” oder die „Rockwood Music Hall“ mit mehreren Bühnen.

New York ist in den letzten hundert Jahren immer wieder Ausgangspunkt und Zentrum der unterschiedlichsten Musikrichtungen gewesen. Neben Swing, Bebop und Free Jazz haben die Metropole am Hudson-River musikalisch auch Disco, Punkrock und New Wave nachhaltig geprägt. Die Pioniere der Hip-Hop-Kultur, DJ Hollywood und Lovebug Starski, begannen in den Stadtteilen Bronx und Harlem ihre Karriere.

#2 Chicago, Illinois – The Windy City

Von New York knapp 1.300 Kilometer westlich über die Interstate 80 erreichbar. Flüge dauern gut zwei Stunden.

Die Metrppole am Michigansee wurde durch die wirtschaftlich bedingte Migrationsbewegung während der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre zu einer bedeutenden Musikmetropole, als viele Musiker aus den Südstaaten in den industrialisierten Norden zogen. So entstanden abgewandelte Stilrichtungen von Jazz und Blues, Chicago-Jazz und Chicago-Blues.

In Chicago wirkten bedeutende Musiker wie die Blues-Legenden Louis Armstrong und Muddy Waters, der Soulmusiker Curtis Mayfield oder der RnB-Künstler R. Kelly. Die Blues-Bar „Kingston Mines“ und der Jazzklub „The Green Mill“ sind wichtige Anlaufstellen für Blues- und Jazzfreunde.

Wenn ihr lieber auf House-Musik steht, seid ihr in Chicago an der Geburtsstätte dieser Musikrichtung. Als DJ Frankie Knuckles vor über drei Jahrzehnten eine neue Art von Disco-Musik aus Bass- und Drum-Machines im Chicagoer „Warehouse“ auflegte, etablierte er damit die Stadt als Drehscheibe der Tanzkultur. Während das „Warehouse“ längst verschwunden ist, zieht es die Tanzwütigen heute in die „Smart Bar“ oder in „The Mid“, einem zweistöckigen Tanzklub in der N Halsted Street.

Für einen Single-Städtetrip nach Chicago empfehlen wir als Reisezeit den Juli zum Musikfestival mit Volksfestcharakter „Taste of Chicago“. Alternativ findet im Juli auch das berühmte Festival „Lollapalooza“ im Grant Park von Chicago statt. Dann geben sich zahlreiche Alternative Rock-, Rap- und Punkrock-Bands live auf der Bühne ein Stelldichein.

3 St. Louis, Missouri – Weltzentrum von Rap und Hip-Hop

Die Stadt St. Louis hat sich ihren Platz unter den legendären Musik-Metropolen durch Künstler wie Tina Turner, Miles Davis oder Chuck Berry erworben, die entweder hier aufgewachsen sind oder wie Tina Turner ihre Weltkarriere hier starteten. Im Bereich der Klassik hat sich vor allem das St. Louis Symphony Orchestra einen Namen gemacht. Ein Konzert des mehrfach preisgekrönten Symphonieorchesters im historischen Gebäude Powell Hall im Zentrum von St. Louis ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Ab Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg einiger sehr erfolgreicher Rapper. Der Erfolg von Nelly, den Saint Lunatics, Murphy Lee, Chingy, J-Kwon und Ebony Eyez machte St. Louis neben New York, Atlanta, Los Angeles und Detroit zu einem bedeutenden Zentrum der Rapper- und Hip-Hop-Szene.

#4 Louisville, Kentucky – Bluegrass und Bourbon Whisky

Von St. Louis gut 400 Kilometer östlich auf der Interstate 64 erreichbar.

Louisville ist in den USA vor allem als Geburtsort von Muhammad Ali und als Austragungsort des Pferderennens Kentucky Derby bekannt. Musikalisch ist die Stadt eine Hochburg des Bluegrass. Jedes Jahr am Labour Day-Wochenende Anfang September strömen Tausende begeisterte Bluegrass-Fans zum Louisville Water Tower Park, um dem Festival Kentucky Bluegrass & Bourbon Experience beizuwohnen. Da Kentucky auch eine Hochburg des Bourbon Whiskys ist, darf dieser dabei natürlich nicht fehlen.

skyline kentucky

Freunde von Independent-Musik unter euch dürfen sich in Louisville auf eine Reihe von Veranstaltungen freuen, auf denen Live-Bands eigenwillige künstlerische Wege beschreiten. Anlaufstellen dafür sind unter anderem „The New Vintage“, die „Haymarket Whiskey Bar“ oder die „Zanzabar“. Außerdem haben sich die Bardstown Road und die Baxter Avenue als hippe Partymeilen etabliert.

#5 Nashville, Tennessee – THE Music City

Was in Deutschland die Volksmusik ist, ist in den USA die Country-Musik. Ein Besuch der Country Music Hall of Fame im Stadtzentrum lohnt sich schon aufgrund der Erinnerungsstücke zahlreicher Stars. In die CMHOF wurden natürlich auch die von der deutschen Countryband Truck Stop besungenen Hank Snow und Charley Pride aufgenommen.

Die Straßen Lower Broadway, Second Avenue und Printer’s Alley befinden sich allesamt in Downton Nashville. Hier könnt ihr wunderbar um die Häuser ziehen und in den Honky-Tonk-Bars Live-Musik hören. Nicht nur für Fans von Taylor Swift lohnt sich auch ein Besuch im legendären Bluebird Café in der Hillsboro Pike. Sie wurde hier 2003 im Alter von vierzehn Jahren von Scott Borchetta entdeckt.

#6 Chattanooga, Tennessee – The Scenic City

Wer denkt bei dieser Stadt nicht an den Welthit „Chattanooga Choo Choo“? Die Aufnahme Glenn Millers ging in die Musikgeschichte ein, als sie am 10. Februar 1942 erstmals mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.

 

Country Musik in den USA

Der Kalender der Scenic City ist voll von aufregenden Festivals und Veranstaltungen und bietet ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm, das dem einzigartigen Geschmack jedes einzelnen Besuchers gerecht wird. Ob ihr euch für Rock, Country, Blues, Bluegrass, Jazz, Christian, Latin oder Punk begeistert, in Chattanooga gibt es Musikfestivals für alle Stilrichtungen.

Das bekannteste und drittgrößte Open-Air-Festival der USA ist das Riverbend Festival. An acht Tagen im Juni spielen auf fünf Bühnen nahezu 100 Bands. Weitere Musikveranstaltungen sind die Nightfall Friday-Night-Musikreihe, Riverfront Nights, das Three Sisters Bluegrass Festival oder das Jazzanooga.

#7 Memphis, Tennessee – Auf den Spuren des King of Rock and Roll

Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte Elvis Presley auf dem Anwesen „Graceland“ am heutigen Elvis Presley Boulevard. Jährlich gehen hier etwa 600.000 Besucher auf Spurensuche des King of Rock n’Roll. Sein Live-Auftritt am 30. Juli 1954 bei einem Open-Air-Konzert in Memphis’ Amphitheater Overton Park war der Beginn seiner atemberaubenden Karriere mit mehr als einer Milliarde verkauften Tonträgern.

Memphis steht aber nicht nur für Elvis Presley. Blues, Jazz und Country sind auch heute noch stark vertreten. Die Beale Street ist gewissermaßen die Straße der Klubs. Hier befindet sich neben B.B. King’s Blues Club auch das FedExForum, die ultimative Konzerthalle der Stadt. Im Handy Park, benannt nach dem US-amerikanischen Blues-Komponisten William Christopher „W. C.“ Handy, finden zudem häufig kostenlose Live-Auftritte verschiedener Bands statt.

Restaurants mit musikalischem Hintergrund



  • Rock N Roll Ribs: Nicko McBrain, der Schlagzeuger der Band Iron Maidan hat ein eigenes Restaurant mit fantastischen Rippchen.  Ihr könnt euch auch auf von der Band gebrautes Bier  freuen. Am besten macht ihr euch direkt auf den Weg nach Florida, Coconut Creek.

  • Rudy’s Can’t Fail Café: Auch dieses Restaurant gehört einem berühmten Bandmitglied: Mike Dirnt, Bassist der Band Green Day. Mittlerweile gibt es zwei Filialen. Sie sind eine Hommage an den Punk Klassiker „Rudie can’t fail“. Zwischen einer Sammlung von Barbie- und Ken Puppen, könnt ihr beliebte Klassiker, wie Burger genießen. Auch vegetarische und glutenfreie Gerichte stehen auf der Speisekarte. Ihr findet die Cafés in Oakland und Emeryville, Kalifornien

  • Rock & Brews: Der Name verrät es bereit, es geht um Rock n‘ Roll -Musik und Bier. Gegründet wurden die Restaurants von den Brüdern Dave und Dell Furano, die als Promotor unter anderem für die Rolling Stones unterwegs waren, und dem Gründer der Hard Rock Cafes. In den knapp 20 Filialen werden verschieden Biersorten ausgeschenkt. Ein Besuch lohnt sich!

#8 New Orleans, Louisiana – Die Wiege des Jazz

New Orleans hat sich wohl wie kaum eine andere Stadt in den USA das Prädikat Musik-Stadt verdient. Sie brachte nicht nur den Jazz hervor, sondern auch Cajun- und Zydeco-Musik. Wenn Einflüsse aus Lateinamerika, afroamerikanischen Kulturen und Europa aufeinandertreffen, ist auch Rhythm & Blues nicht weit. Dreh- und Angelpunkt der Musikszene ist das French Quarter. Hier vereinen sich die Sinnesfreuden zu einem erfreulichen Ganzen, denn im French Quarter ist nicht nur die Musik Balsam für eure Ohren, sondern auch die hervorragende kreolische Küche eine Freude für den Gaumen und die Hotels in erstklassiger Lage bieten mit ihren schönen Aussichten und der historischen Atmosphäre einen zusätzlichen Wohlfühlfaktor. Zu einer hippen Partymeile im French Quarter hat sich die Bourbon Street entwickelt.

Ein Besuch der Preservation Hall ist nicht nur für Jazz-Freunde ein Muss. Weitere Szene-Bars sind „The Spotted Cat Music Club”, „Blue Nile” und „Three Muses“, die sich alle in der Frenchmen Street befinden oder das „Chickie Wah Wah“ in der Canal Street.

Wenn ihr zufällig in der Gegend seid, dürft ihr das Jazz and Heritage Festival nicht verpassen, das jährlich an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden Ende April und Anfang Mai stattfindet.

#9 Austin, Texas – Die Hauptstadt der Live-Musik

Austin hat es in dieses Ranking geschafft, weil es in kaum einer anderen Stadt der Vereinigten Staaten solch eine räumliche Anhäufung von Musik-Klubs und zeitliche Anhäufung von Konzerten gibt. Hier sind vor allem die Sixth Street und die Fourth Street in Downtown Austin mit den Klubs „Parish“, „Cedar Street Courtyard“ und „Banger’s Sausage House & Beer Garden“ zu nennen. Weitere empfehlenswerte Bars sind „Donn’s Depot“, „Mean Eyed Cat“ oder „Emo’s“.

Die Hauptstadt der Live-Musik kann natürlich nicht ohne Festivals auskommen.

  • Es geht los mit dem Festival South by Southwest (SxSW), das jährlich im März stattfindet.
  • Das Austin City Limits Music Festival (ACL) findet an zwei Wochenenden Anfang Oktober im Zilker Park statt.
  • Das Fun Fun Fun Fest wurde 2016 vom Sound on Sound Fest abgelöst und etwa 65 Kilometer östlich von Austin zum Sherwood Forest Faire verlagert. Termin dafür ist Anfang November.

Hier endet unsere musikalische Reise durch neun legendäre Musik-Metropolen der USA.
Die Liste hätte problemlos noch länger ausfallen können. Seattle ist eng mit dem Wirken von Jimi Hendrix, Quincy Jones, Ray Charles oder Kurt Cobain verbunden. In Los Angeles wurde der Sunset Strip zum Nährboden für Bands wie The Byrds, Buffalo Springfield, und The Doors. Die Beach Boys wurden nur einen Katzensprung entfernt in Hawthorne gegründet. Wir hoffen, euch mit diesem Artikel zu einer musikalischen Reise in die USA inspiriert zu haben, die den Besuch einer oder sogar aller vorgestellten Städte zum Inhalt hat.

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