Strand Meer

Sardinien: die Karibik Europas

Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer wird häufig als die Karibik Europas bezeichnet. Das klang für mich immer nur nach erholsamen Strandurlaub, bis ich im August selbst für 2 Wochen die Insel erkundet habe und von ihrer Vielseitigkeit überrascht war. 

Die Anreise: Fähre oder Flugzeug?

Mit einem 2 stündigen Direktflug von München nach Olbia konnte mein Urlaub beginnen. Am Flughafen wurde ich sofort liebevoll von Bekannten empfangen, welche sich dazu entschieden hatten mit dem Auto nach Sardinien zu fahren. Dazu sind sie bis nach Genua in Italien gefahren und sind dort auf die Fähre nach Olbia. Die Fahrt dauerte ungefähr 12 Stunden. Zu empfehlen ist daher die Fähre in der Nacht zu nehmen. An Bord hat man die Möglichkeit sich eine Kabine zu mieten, so ist man am nächsten Morgen ausgeruht und kann sofort seinen ersten Urlaubstag genießen. Es dauert zwar länger, als sich einfach nur in den Flieger zu setzen, aber man hat sein eigenes Auto vor Ort. Wenn man Sardinien erkunden möchte, ist man nämlich auf ein Auto angewiesen, da der öffentliche Personenverkehr noch nicht sonderlich ausgereift ist. Ob man sich nun ein Auto vor Ort mietet oder mit dem eigenen Auto anreist, muss jeder für sich entscheiden. 

Costa Smeralda: Azurblaues Wasser und weiße Strände

Azurblaues Wasser

Einer der wunderschönen Strände an der Costa Smeralda

Dann ging es ab in das gemietete Ferienhaus, in dem ich knappe zwei Wochen wohnte. Es lag in erster Strandreihe in einem kleinen Ort namens Pittulongu an der Costa Smeralda. Die Costa Smeralda liegt im Nordosten von Sardinien und ist bekannt für ihre smaragd ähnliche Farbe des Wassers – daher auch ihr Name. Generell ist die Region etwas teurer als der Rest von Sardinien und dort tummeln sich gerne Leute, denen es nichts ausmacht, etwas mehr für ihren Kaffee oder für ihr Essen zu zahlen. Es lassen sich aber auch zahlreiche Restaurants und Cafés finden, in denen die Preise angemessen sind.

Die ersten Tage verbrachte ich mit Beach-Hopping an der Costa Smeralda. Hier ist ein Strand schöner als der Andere und das Meer so klar, dass man selbst in hüfthohem Wasser seine Füße noch sehen konnte. Nun war mir klar, wieso Sardinien als die Karibik Europas bezeichnet wird. Wer weiße Sandstrände und kristallklares Wasser liebt ist hier genau richtig. 

Grotta di Ispinigoli: eine der größten Kalksäulen überhaupt

Die Grotta di Ispinigoli, eine fossile Tropfsteinhöhle liegt an einem Hang des Monte Irveri im Osten von Sardinien. Da wir nach unserem Beach-Hopping-Marathon mal etwas anderes sehen wollten als nur Strand, haben wir uns entschieden einen Tagesausflug zu machen und sind dabei auf die Grotta di Ispinigoli gestoßen. Von Olbia aus haben wir ca. 2,5 Stunden dorthin gebraucht. Der Eingang zur Grotte befindet sich nicht am Fuß des Berges, sondern am Gipfel. Man beginnt also die 40 Meter hohe Säulenhalle der Grotte von oben zu erkunden und wandert langsam die vielen Treppenstufen nach unten. Eine perfekte Abkühlung bei Temperaturen von über 35 Grad, denn in der Grotte hat es konstante 17 Grad. Das Highlight der Grotte ist eine 38 Meter hohe Kalksäule, die sich bis zur Decke der Säulenhalle erstreckt und somit zu den höchsten Vereinigungen von Stalagmiten und Stalaktiten zählt. 

Olbia: am Abend ein Muss

Wenn man sich in der Nähe von Olbia befindet, lohnt es sich definitiv am Abend in die Innenstadt zu fahren. Olbia ist die viertgrößte Stadt und liegt im Norden Sardiniens. Es stehen zahlreiche kostenlose Parkplätze am Hafen zur Verfügung, um von dort aus in die Fußgängerzone zu gehen. Die Fußgängerzone ist zwar relativ klein, versprüht aber am Abend eine sehr schöne Atmosphäre. Die Geschäfte haben bis 23 Uhr geöffnet und sind oft noch von Einheimischen geführt. So kann man sich zum Beispiel selbst Schuhe zusammenstellen. Diese werden dann innerhalb einer Stunde handgefertigt, sodass man sofort sein neues Paar Schuhe mit nach Hause nehmen kann. Eine super Idee, wie ich finde – Schuhdesigner für einen Abend. Auch gibt es einige Bars, Restaurants und Eisdielen, mit der meiner Meinung nach besten Eiscreme. Bei Temperaturen von 30 Grad am Abend der perfekte Snack, um sich abzukühlen. Generell macht es Spaß in der Fußgängerzone zu flanieren, da viele Live Bands Stimmung machen. 

Costa Verde: 60 Meter hohe Sanddünen

Sanddünen

Die Sanddünen von Ingutorsu von oben

Für die nächsten zwei Tage stand bei uns ein kleiner Roadtrip auf dem Plan. Da wir nur zu zweit auf den Roadtrip gefahren sind, haben wir uns am Flughafen in Olbia problemlos ein kleines Auto gemietet und sind los gefahren Richtung Westen. Unser erstes Ziel war die Costa Verde. Sie ist bekannt für ihre bis zu 60 Meter hohen Sanddünen. Die meiste Zeit konnten wir von Olbia aus die Autobahn Richtung Oristano benutzen. Dennoch gibt es noch immer viele unbefestigte und kaputte Straßen, welchen man bei einigen Zielen nicht ganz entkommen kann. Da Sardinien sehr bergig ist, fährt man oft auch Anden ähnliche Wege, welche bei manchen dann doch zu Unwohlsein führen. Die Aussicht dafür ist aber umso besser. Bereits von oben konnten wir die Dünen von Ingutorsu sehen, welche goldgelb aus ihrer Umgebung herausstechen. Am Spiaggia Piscinas angekommen, waren wir überrascht, wie wenig besucht der Strand trotz Hauptsaison ist. Man findet also auf jeden Fall ein ruhiges Plätzchen, um die Landschaft auf sich wirken zu lassen – vor sich das türkisblaue Meer und hinter sich die beeindruckenden Sanddünen, welche teilweise bis ans Meer heranreichen. Doch Vorsicht, Sonnencreme und feste Schuhe nicht vergessen. Wir hatten zur Mittagszeit Temperaturen von 45 Grad, der Sand war dementsprechend heiß. Es gibt zwar ein paar Stege auf denen man zum Meer laufen kann, dennoch kommt man nicht drum herum auch mal im Sand zu laufen. Am späten Nachmittag sind wir dann aufgebrochen nach Cagliari.

Cagliari: die Hauptstadt Sardiniens

Cagliari ist die Hauptstadt Sardiniens mit 156.000 Einwohnern. Wir haben die Stadt mit dem Auto erkundet und sind so am Hafen, verschiedenen Kirchen und zahlreichen bunten und antiken Häusern vorbei gekommen. Umgeben von Meer, Lagunen-seen, und dem Felsmassiv Sella del Diavolo besitzt Cagliari somit ein sehr abwechslungsreiches und schönes Landschaftsbild. Am Abend bietet die Stadt mit zahlreichen Clubs, Bars mit Live DJs und Restaurants ein gutes Unterhaltungsprogramm. Übernachtet haben wir in einem der zahlreichen Hotels und sind am nächsten Morgen wieder Richtung Norden gefahren, um die Grotta del Bue Marino zu besichtigen.

Grotta del Bue Marino: für Grotten-Liebhaber ein Muss

Grotta del Bue Marino, Lago di Cedrino

Eingang zur Grotta del Bue Marino / Der wunderschön gelegene Lago di Cedrino

Die Grotta del Bue Marino ist am besten von Cala Gonone aus zu erreichen, da man mit dem Boot bis zum Höhleneingang fahren muss. Wir sind von Süden gekommen und somit in Nuoro von der Autobahn abgefahren. Dabei sind wir zufällig am Lago di Cedrino vorbeigekommen, einem wunderschön zwischen Bergen gelegenem See. Definitiv einen Abstecher wert, auch wenn er nicht direkt auf der Route liegt. In Dorogali fährt man dann durch einen Tunnel hinter welchem man eine lange, kurvige Panoramastraße runter bis zur Küste von Cala Gonone fahren muss.

Am Hafen des kleinen Örtchen findet man zahlreiche Häuschen, welche verschiedene Touren anbieten. Ausflüge, die am Morgen beginnen, machen Halt bei verschiedenen Buchten zum Entspannen und Abkühlen und fahren anschließend zur Grotte. Wir waren leider erst kurz nach Mittag vor Ort und mussten uns für eine Tour entschieden, die nur die Grotte anfährt. Die Fahrt zur Grotte dauert ca. 30 Minuten und ist bereits atemberaubend schön. Weiße Felsformationen und azurblaues Wasser!

Die Tour selbst dauert ungefähr 50 Minuten, dabei geht man auf einem Steg über dem Wasser durch die verschiedenen Hallen der Grotte. Ungefähr 900 Meter können so besichtigt werden, wobei man an zahlreichen Stalaktiten und Stalagmiten vorbei geht, die noch immer wachsen, da die Höhle auch heute noch aktiv ist. Vom Eingang strömt Meerwasser in die Grotte und bildet so einen Fluss mit glasklarem Wasser. Dieser Fluss trifft später auf Süßwasser, welches vom Höhleninneren kommt. Die Höhle hat ihren Namen durch ein Lebewesen erhalten, welches dort gelebt hat: der Mönchsrobbe. Auf italienisch heißt Mönchsrobbe Bue Marino, daher der Name Grotta del Bue Marino. Nach der Führung konnten wir dem Guide noch Fragen stellen, welcher uns noch sehr viel Wissenswertes über die Höhle erzählt hat. Für Grottenliebhaber ein absolutes Muss, definitiv die beeindruckendste und schönste Grotte in der ich war. Am Abend haben wir noch die letzten Sonnenstrahlen am Strand in Cala Gonone genossen, bevor es für uns zurück nach Pittulongu ging.

La Maddalena: klein aber fein

Strand LaMaddalena

Eine der vielen schönen Buchten auf La Maddalena / Brücke von La Maddalena nach Caprera

Nach ein paar Tagen, die wir mit Faulenzen am Strand verbracht haben, war es mal wieder Zeit für einen Ausflug. Dieses Mal haben wir uns für La Maddalena entschieden. Eine Insel im Norden von Sardinien, welche auf jeden Fall einen Tagesausflug wert ist. Von Olbia aus braucht man etwas mehr als eine Stunde bis nach Palau, wo wir die kostenpflichtige Fähre nach La Maddalena genommen haben. Auf dem Schiff bekommt man eine Karte, auf der die besten Stränden markiert sind. Wir sind einfach einmal um die Insel gefahren und haben uns dann für einen Strand auf der nordwestlichen Seite der Insel entschieden, da man dort sogar Korsika in der Ferne sehen kann. Leider war der Strand total überlaufen, sodass man nur schwer ein Plätzchen für sein Handtuch gefunden hat. Dennoch war es einfach traumhaft. Das Wasser ist unendlich blau und glasklar, so wie ich es noch nie gesehen habe. Aus dem Wasser ragen Granitfelsen und poröse Klippen aus Glimmerschiefer hervor – ein traumhaftes Landschaftsbild. Danach sind wir noch auf die Nachbarinsel Caprera gefahren, da La Maddalena und Caprera mit einer Straße übers Meer verbunden sind. Caprera ist eine kleine naturbelassene Insel mit vielen Wanderwegen. Leider muss ich davon abraten einen Abstecher nach Caprera zu machen, wenn man ein etwas größeres Auto hat, da 90% der Straßen sehr schmal und nicht befestigt sind. Am Abend als es nicht mehr so heiß war, sind wir noch durch die Stadt La Maddalena gelaufen, wo es zahlreiche kleine Geschäfte zu durchstöbern gibt.

Fazit: Immer wieder gerne!

Meine knappen zwei Wochen auf Sardinien gingen ziemlich schnell vorbei. Ich kann nun behaupten, dass Sardinien wirklich eine wunderschöne und interessante Insel mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten ist. Sardinien hat für jede Interessensgruppe etwas zu bieten. Man kann an den zahlreichen schönen Stränden entspannen, Städte besichtigen, Tagesausflüge zu Grotten und verschiedenen Inseln machen oder einfach mal nichts tun.

► Zu den schönsten Stränden Sardiniens

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