Transsylvanien

Rumäniens Sehenswürdigkeiten – noch ein Geheimtipp

Ihr schaut euch im Urlaub gerne Länder an, die noch nicht jeder gesehen hat? Dann solltet ihr mal über eine Rumänienreise nachdenken. Zwischen mystischen Bergwelten im Norden und dem Donaudelta am Schwarzen Meer erwarten euch Abenteuer in unberührter Natur, historische Schlösser und Klöster sowie viele weitere geschichtsträchtige Orte.

Barsana Kloster
Barsana Kloster

Seit 2007 ist Rumänien Teil der Europäischen Union und nimmt den achten Platz ein, was die Fläche angeht. Klimatisch gesehen herrschen im Land große Unterschiede. An der Schwarzmeerküste gibt es ein mediterran anmutendes Klima, während im Landesinneren die Sommer oftmals heiß und die Winter sehr kalt sind. So findet ihr in den Karpaten im Winter sehr gute Bedingungen zum Skifahren.

Inhaltsverzeichnis

  1. Schloss Bran – Draculas Burg
  2. Schloss Peles – Rumäniens Märchenschloss
  3. Sighisoara – eine Reise ins Mittelalter
  4. Museum Bruckenthal in Sibiu – beeindruckende Sammlung aus mehreren Jahrhunderten
  5. Transfăgărășan-Straße – imposante Berglandschaften
  6. Die majestätischen Gipfel der Karpaten – ein Paradies für Outdoorfans
  7. Die Holzkirchen von Baia Mare
  8. Die Moldauklöster – einzigartige Sakralkunst
  9. Die Schlammvulkane von Berca – faszinierendes Naturphänomen
  10. Das Donaudelta – unberührte Sumpflandschaft so weit das Auge reicht
  11. Constanta – historischer Badeort am Schwarzen Meer
  12. Histria – die älteste Stadt Rumäniens
  13. Gur Portitei – nachhaltiges Baderesort am Schwarzen Meer

Schaurige Geschichten und einzigartige Natur unsere Top Sehenswürdigkeiten in Rumänien

Gruselige Orte wie das Schloss des Grafen Dracula, einsame Bergwelten und das weite Donaudelta – Sightseeing in Rumänien ist sehr abwechslungsreich. Wir stellen euch unsere Highlights vor.

1. Schloss Bran – ein Ort zum Gruseln

Wenn ihr an Rumänien denkt, kommt euch bestimmt eine der schaurigsten Geschichten der Literatur in den Sinn. Bram Strokers Roman über den Grafen Dracula spielt in Transsylvanien und der blutsaugende Adelige soll in Schloss Bran gelebt haben. Soweit die Fiktion.

Burg in Transsilvanien:Burg Bran
Burg Bran

Die historische Person, die als Vorbild für Dracula gilt, ist ein gewisser Vlad Tepes, ein walachischer Fürst, der seine Gegner gerne mal auf Pfählen entsorgt hat, aber wahrscheinlich nie auf dieser Burg war. Das mächtige Schloss wurde 1377 als ungarische Grenzburg gebaut und trotz mehrerer Belagerungen erst 1916 von rumänischen Truppen eingenommen.

Somit konnte der böse Vlad, als er das Schloss 1529 belagerte, gar nicht hineingelangen. Den Titel Draculas Burg hat das Gebäude, weil Bram Stroker in seinem Roman dieses Schloss als die Heimat des Vampirs beschrieben hat. Wenn ihr sicher gehen wollt, dass ihr den Besuch schadlos übersteht, könnt ihr ja Knoblauch, Kreuz und Weihwasser bei eurem Rundgang mitnehmen.

Das Schloss in der Nähe von Brasov ist aber nicht nur wegen seines angeblichen Bewohners sehenswert. Es bietet euch einen guten Einblick in das Leben im Mittelalter. Das echte Schloss des Fürsten Vlad Tepes ist die Burgruine Poenari in Arefu, die ihr über 1480 Stufen erklimmen könnt.

Öffnungszeiten Schloss Bran:
Montag von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Dienstag – Sonntag von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene ca. 9,00 Euro
Senioren 65+ ca. 7,00 Euro
Studenten ca. 5,00 Euro
Kinder ca. 2,00 Euro
Kinder unter 7 Jahre frei

2. Peles Schloss- die Sommerresidenz der rumänischen Könige

Wenn ihr dann schon mal in der Gegend seid, lohnt sich ein Abstecher nach Sinaia zu diesem Märchenschloss. Es wurde erst 1874 gebaut und ist mit seinen verspielten Türmchen, dem Fachwerk und der reich verzierten Fassade so ganz anders, als die Schlösser, von denen es in Siebenbürgen mehr als genug gibt.

Peles Castle
Schloss Peleș

Es liegt besonders malerisch in einem Tal zwischen dichten Wäldern. Erst seit 1993 ist das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich und seither ein Museum. Der König, der das Schloss erbaute, war übrigens ein Deutscher. Karl von Hohenzollern-Sigmaringen wurde zu König Carol I. Das erklärt auch, warum das Schloss im deutschen Renaissance-Stil erschaffen wurde.

In einigen der Räume bestaunt ihr Wandgemälde von Gustav Klimt. Auch sonst ist die Einrichtung echt sehenswert. So bestaunt ihr im Schloss, das schon von Anfang an über eine Zentralheizung, fließendes Warmwasser, Telefon und elektrische Beleuchtung verfügte, eine imposante Sammlung an Waffen, Skulpturen und Möbeln aus der Zeit zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Sogar ein Theater, das später zum Kino wurde, befindet sich im Schloss.

Nur wenige Meter entfernt befindet sich dann Schloss Pelisor, das für den Prinzen und seine Frau gebaut wurde.

Öffnungszeiten Schloss Peles:
Dienstag und Donnerstag – Sonntag von 09:15 Uhr bis 16:15 Uhr
Mittwoch 11:00 Uhr – 16:15 Uhr
Zwischen dem 14.09. und 14.05. hat das Schloss auch Dienstags geschlossen
Eintritt:
Erwachsene Erdgeschoss ca. 6,60 Euro Erdgeschoss und 1. Stock ca. 13.00 Euro
Senioren Erdgeschoss ca. 3,30 Euro Erdgeschoss und 1. Stock ca. 6,60 Euro
Studenten Erdgeschoss ca. 1,60 Euro Erdgeschoss und 1. Stock ca. 3,30 Euro

3. Sighisoara – eine der schönsten mittelalterlichen Städte Europas

Rumäniens Norden, also die Region Siebenbürgen, war ja lange Zeit von deutschen Siedlern bewohnt. Der rumänische Name der Region ist Transsylvanien, was so viel wie „jenseits des Waldes“ bedeutet. Im Mittelalter war diese Gegend ungarisch und Ungarns König Geza II. warb im 12. Jahrhundert Bauern aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet als Siedler für diese damals recht einsame Gegend an.

Sighisoara
Sighisoara wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern gegründet

Eine der Städte, die diese Siedler gründeten, war Schäßburg, das heutige Sighisoara. Hier findet ihr die einzige noch erhaltene und auch bewohnte mittelalterliche Festung Europas. Innerhalb der Festungsmauern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, flaniert ihr durch enge Gässchen, die von bunten Häusern gesäumt werden.

Die Altstadt unterteilt sich in eine Ober- und eine Unterstadt. Verbunden sind die beiden Teile über den Stundturm, ein 64 Meter hoher Turm mit einer hölzernen Galerie in 40 Metern Höhe. Einen traumhaften Blick von oben über die Stadt habt ihr auch, wenn ihr zur Bergkirche hinaufsteigt. Die Kirche selbst ist eine Art Museum zum Thema Kirchenarchitektur in Siebenbürgen.

Angeblich ist in dieser Stadt auch ein gewisser Vlad Tepes zur Welt gekommen, den wir vorhin schon als das historische Vorbild für Graf Dracula erwähnt haben.

4. Muzeum National Brukenthal in Sibiu – das älteste Museum Rumäniens

Auch Sibiu, das ehemalige Hermannstadt, ist eine Gründung der deutschen Siedler. Die Stadt zählt zu den schönsten Städten des Landes und es gibt hier noch Vieles zu sehen aus der deutschen Zeit. In der Stadt lebt sogar noch immer eine deutsche Minderheit und viele der historischen Gebäude könnten so auch in unseren Altstädten stehen.

Sibiu
Sibiu, bekannt auch unter dem deutschen Namen Hermannstadt

Ein Wahrzeichen der Stadt ist die Lügenbrücke. Eigentlich wurde sie ursprünglich Liegenbrücke genannt, weil sie die erste eiserne Brücke in Rumänien war, die ohne Pfeiler auskam. Aus Liegen wurde Lügen und man erfand so einige Geschichten, die sich angeblich um diese Brücke ranken sollen.

Ein barockes Juwel ist das Palais Bruckenthal. Samuel von Bruckenthal war der einzige Siebenbürger Sachse, der unter Kaiserin Maria-Theresia im damaligen Habsburger Reich Karriere machte. Als Provinzialkanzler von Siebenbürgen verbrachte er einige Jahre in Wien und frönte dort seiner Sammelleidenschaft. Als er dann 1777 zum Gubernator von Siebenbürgen berufen wurde und wieder nach Hermannstadt zurückkehrte, ließ er sich das barocke Schlösschen bauen.

Im heutigen Museumskomplex bestaunt ihr all die Kunstwerke, die der Herr gesammelt hat. Neben Gemälden von Rubens, Breughel und Van Dyck seht ihr die Bibliothek mit 200.000 Büchern, aber auch rumänische und moderne Kunst. Ein Museum für Pharmaziegeschichte und über die Jagd bieten weitere Hingucker.

Öffnungszeiten Museum Bruckenthal:
Mittwoch – Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eintritt:
Brukenthalpalais und Galerie der europäischen Kunst Erwachsene ca. 4,00 Euro
Galerie der Rumänischen Kunst Erwachsene ca. 2,50 Euro
Historisches Museum im Altemberger Haus Erwachsene ca. 4,00 Euro
Museum für Naturgeschichte Erwachsene ca. 2,50 Euro
Museum für Pharmaziegeschichte Erwachsene ca. 2,00 Euro
Jagdmuseum Erwachsene 2,00 Euro
Museum für zeitgenössische Kunst Erwachsene ca. 1,80 Euro
Multimedia-Saal im blauen Haus Erwachsene ca. 1,00 Euro
Kinder bis 7 Jahre sind frei

5. Transfăgărășan-Straße – atemberaubende Panoramastraße

Über diese Straße solltet ihr Siebenbürgen verlassen und in die Große Walachei fahren. Die 117 Kilometer lange Panoramastraße wurde in den 1970er Jahren von der rumänischen Armee erbaut und führt euch über einen Pass auf 2042 Metern Höhe. Sie beginnt in Cartisoara im Kreis Sibiu und endet in Arefu.

Während der Fahrt überquert ihr 830 Brücken und 28 Viadukte, schlängelt euch durch unendlich viele Serpentinen und seid einfach nur sprachlos ob der einzigartigen Bergpanoramen, die euch begleiten. Über diese Straße zu bummeln ist ein echtes Erlebnis.

Serpentinen Rumänien
Einzigartige Serpentinen und ein herrliches Berpanorama

Kurz nach eurem Start erreicht ihr das Balea-Tal, das unter strengem Naturschutz steht. Den ersten Stopp solltet ihr am Balea-Wasserfall einlegen. Dieser stürzt sich imposant über die Felsen ins Tal. Vom Wasserfall aus fährt auch eine Seilbahn auf den Berg. Die Berge auf der nördlichen Strecke bis zum Bailea See verstecken sich öfters im Nebel, weswegen die Straße auch „Straße in den Wolken“ heißt.

Zwischen dem Gipfel des Moldoveanu und des Negolu, den zwei höchsten Bergen Rumäniens liegt der Bailea See. Im Winter findet ihr hier ein Tiefschneeskigebiet mit einer 10 Kilometer langen Abfahrt zum Wasserfall. Im Sommer ein Paradies für Wanderer und Mountainbiker.

Bei der Abfahrt nach Arefu müsst ihr noch durch Rumäniens höchstgelegenen und längsten Tunnel (ca. 1 Kilometer lang) und könnt am Vidraru Stausee stoppen, um zur Poenari Burg hinauf zu steigen.

6. Karpaten – die traumhafte und unberührte Bergwelt

Die Karpaten sind ein Hochgebirge, das sich von Tschechien bis nach Rumänien zieht. Der rumänische Teil umfasst etwas über die Hälfte dieses Gebirgszuges. Diese eindrucksvolle Bergwelt ist touristisch nur wenig erschlossen und ist für alle Wanderer unter euch, die einsame Bergtouren in unberührter Natur lieben, ein Paradies. Oftmals ist es wahrscheinlicher, dass euch ein Braunbär, Wolf oder Luchs auf euren Touren begegnet, als auf andere Menschen zu treffen.

Mraconia Kloster Djerdap
Mraconia Kloster auf rumänischer Seite der Donau Djerdap Schlucht

Ein landschaftlich besonders eindrucksvoller Ort ist das eiserne Tor an der Grenze zu Serbien. Dort hat sich die Donau in einer imposanten Schlucht einen Weg durch das Gebirge geschaffen. Viele Orte in Siebenbürgen liegen am Fuß der Karpaten und bieten sich als Ausgangspunkt für eure Entdeckungstouren an.

So erreicht ihr von Sibiu aus schnell die Berge. Das touristische Zentrum für die Erkundung der Karpaten von Siebenbürgen aus ist aber Brasov, ehemals Kronstadt. Von hier aus erreicht ihr nicht nur das Schloss Bran, sondern auch die Hochebene Transsylvaniens mit traumhaften Wanderwegen. Im Winter seid ihr dann in kurzer Zeit in den Skigebieten.

Es gibt noch weitere interessante Orte in diesen Bergen, aber die werden wir euch im Folgenden beschreiben.

7. Baia Mare – das Tor zum Land der Holzkirchen

Einer dieser Orte am Fuß der Karpaten ist das ehemalige Frauenbach. Die Stadt ist die Hauptstadt der Region Marmamures und bietet euch ein paar Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das komplett aus Holz gebaute Kloster Barsana. Dieses wurde 1390 zum ersten Mal erwähnt aber 1791 teilweise zerstört und 1800 komplett abgetragen. 1993 beschloss man dann es im traditionellen Stil neu zu erbauen. Einheimische Handwerker nutzten lokale Baumaterialien und errichteten ein modernes Kloster, das aber ausschaut, als stünde es seit Urzeiten an diesem Ort.

Eine andere nostalgische Attraktion der Gegend ist die Mocanita Bahn. Die alten Dampfloks fahren durch das Vaserului-Tal, das landschaftlich besonders reizvoll ist. Die Bahn wird teilweise noch immer für ihren ursprünglichen Zweck genutzt, nämlich um Holz aus den Wäldern ins Tal zu bringen.

Mocanita Bahn
Die letzte dampfbetriebene Waldbahn Rümaniens

Die bekannteste Sehenswürdigkeit in der Nähe von Baia Mare sind aber die vielen traditionellen Holzkirchen. Etwa 60 davon gibt es hier in der Grenzregion zur Ukraine. Die Kirchen stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind deswegen aus Holz gebaut, weil die orthodoxen Christen damals keine Kirchen aus Stein bauen durften. So entstanden wahre Meisterwerke der Schnitzkunst, die man mal gesehen haben sollte. Die Kirchen in den Orten Barsan, Budesti-Josani, Desesti, Leud. Plopis und Surdesti sind auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

8. Die Moldauklöster der Bukowina – farbenprächtige Sakralarchitektur

Hinter den Bergen, also zwischen den Karpaten und der moldawischen Grenze, liegt die Ebene der Bukowina. In dieser recht dünn besiedelten Region verbergen sich wahre Kulturschätze. Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte das Gebiet zum Fürstentum Moldau und der Fürst Stefan der Große ließ nach jedem erfolgreichen Feldzug eine Kirche oder ein Kloster errichten. Seine Nachfolger machten daraus eine Tradition und so gibt es hier heute 40 Kirchen und Klöster zu bestaunen. Ganz schön erfolgreich, diese moldawischen Fürsten.

Das Besondere an diesen Klöstern im byzantinischen Baustil sind die Wandmalereien. Und das nicht etwa nur im Inneren. Nein, gerade die Außenfassaden sind mit biblischen Geschichten bemalt und sollten die Menschen, die nicht dem „richtigen“ Glauben angehörten oder unter einer Kirchenphobie litten, vom rechten Weg und der Herrlichkeit des Christentums überzeugen.

Ursprünglich ergab die Gesamtheit der Wandmalereien an den 40 Klöstern eine Komplettausgabe der Bibel in Bildern, also quasi eine Art Ur-Comic. Leider haben aber nur an fünf Klöstern die Wandmalereien die Zeit überdauert. So erklärt sich, dass die Klöster Arbore, Moldovita, Sucevita und Voronet inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes zu finden sind. Definitiv eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten Rumäniens!

Sucevita Kloster
Sucevita Kloster – durch die gut erhaltenen Fresken an den Außenmauern ein UNESCO-Weltkulturerbe

9. Die etwas anderen Vulkane von Berca

Vulkane sind mächtige Berge, die Feuer spucken? Nicht immer. In Berca an den südlichen Ausläufern der Karpaten sind die Vulkane nur zwischen drei und acht Meter hoch und statt heißer Lava spucken sie kalten Schlamm.

Berca liegt im Tal des Buzau, in dem auch Öl und Erdgas gefördert wird. In der Regionshauptstadt, die den Namen des Flusses trägt, gibt es ein paar sehenswerte Gebäude, aber viel haben die Sozialisten unter Ceausecu nicht übrig gelassen von der historischen Stadt. Dafür gibt es hier einen wunderschönen Landschaftspark, in dem ihr spazieren gehen könnt.

Die Attraktion der Gegend sind wirklich die Vulkane, die ihr in einem etwa 30 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet bestaunen könnt. Das Naturphänomen entsteht, weil hier in etwa 3000 Metern Tiefe immer wieder kleine Gaseruptionen stattfinden. Durch diese wird dann ein Gemisch aus Ton und Grundwasser an die Erdoberfläche gedrückt, wo sich dann eben diese Schlammvulkane bilden.

Krater Schlammvulkan
Sprudelnder Krater eines Schlammvulkans

Es gibt zwei Stellen im Naturpark, an denen sich dieses Phänomen besonders zeigt. Bei den Paclele Mici sind die Vulkane kleiner, dafür aber zahlreicher und bei Paclele Mari gibt es weniger Vulkane, die dafür aber größer ausfallen. Wenn die Vulkane so richtig aktiv sind, passiert es schon mal, dass die ganze Umgebung zur Schlammpfütze wird, daher empfiehlt es sich zur Sicherheit Gummistiefel mitzunehmen.

10. Das Donaudelta – ein riesiges Naturschutzgebiet

Der zweitlängste Fluss Europas fließt durch das zweitgrößte Delta in das Schwarze Meer. Insgesamt erstreckt sich das Delta über 5800 Quadratkilometer. 72 Prozent oder 4.178 Quadratkilometer stehen unter Naturschutz und bilden seit 1990 ein Biosphärenreservat.

Bis 1986 war etwa ein Fünftel des Deltas für landwirtschaftliche Nutzung trocken gelegt. Seit dem Jahr 2000 haben sich aber Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine dazu verpflichtet, den Verlauf von 1000 Kilometern der unteren Donau zu renaturieren und mit einem grünen Gürtel das größte grenzüberschreitende Naturschutzgebiet Europas zu schaffen.

In diesem Schutzgebiet bewundert ihr heute fast 2000 verschiedene Pflanzenarten, diverse Reptilien und Amphibienarten sowie 320 Vogelarten. Darunter den rosa Pelikan und sogar Flamingos. Das macht das Donaudelta so artenreich wie das Great Barrier Reef in Australien.

Pelikan Kolonie
Pelikan-Kolonie im Donaudelta Rumäniens

In Tulcea werden euch diese Fakten noch genauer im Donaudelta Museum dargestellt. In dem kleinen Dorf Crisan startet ihr dann zu Bootstouren durch das Delta, das Ihr aber auch im Rahmen einer Flusskreuzfahrt erleben könnt. Da es sich bei dieser riesigen Sumpflandschaft aber um ein sehr sensibles Ökosystem handelt, hat die rumänische Regierung beschlossen, diesen Naturschatz nur auf besonders nachhaltige Weise für den Tourismus zu öffnen.

11. Constanta – ein Badeort zwischen Tradition und Moderne

Der bekannteste Badeort Rumäniens blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Gegründet wurde die Stadt im siebten Jahrhundert vor Christus von den Griechen. Im Lauf der Zeit kamen dann Türken, Tartaren und viele weitere Völker. Bis heute ist die Stadt ein Schmelztiegel der Kulturen.

So zählt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt auch eine Moschee, deren Minarett ihr besteigen könnt, um dann die fantastische Aussicht zu genießen. Ein anderes sehenswertes Gebäude ist das Casino, das aber wie viele andere Attraktionen der Stadt darauf wartet, saniert zu werden. So bekommt die Stadt einen leicht morbiden Charme und weckt den Anschein, in einer Art Dornröschenschlaf vor sich hinzudämmern.

Den schönsten Strand findet ihr im benachbarten Mamaia. Auf acht Kilometern Länge könnt ihr hier entspannen und im Meer baden. Oder ihr geht mit euren Kindern in das Aqua Magic Mamaia und tobt euch in diesem Wasserpark aus. Action außerhalb des Wassers findet ihr im Gravity Park, wo ihr Klettern, Bouldern und Mountainbiken könnt.

Strand Mamaia
Rumäniens Schwarzmeerküste und der Strand in Mamaia

Das naturwissenschaftliche Museum von Constanta wiederum ist eine Mischung aus Zoo und Museum. Dort könnt ihr einen unterhaltsamen Tag verbringen und sogar einen Ausritt machen.

12. Histria – antike Stadt am Schwarzen Meer

Im antiken Griechenland nannte man den Unterlauf der Donau auch Hister und so verwundert es nicht, dass die Griechen die etwa 650 vor Christus gegründete Hafenstadt nach dem Fluss benannten. Die Stadt lag damals am Meer und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Handelsort.

Histria Dobrudscha
Die archäologische Stätte Histria

Die griechischen Seeleute brachten Olivenöl, Wein und diverse Kunstobjekte und tauschten diese Waren hier gegen Getreide, Honig und Rinderhäute. Schnell entwickelte sich die erste griechische Siedlung am Schwarzen Meer zu einer Metropole, die später von den Römern und dann von den Byzantinern erweitert wurde.

Die Blüte der Stadt sollte etwa 1400 Jahre dauern, doch dann versandete die Bucht und der Hafen war nicht mehr nutzbar. Also gab man die Stadt irgendwann auf und die Überreste versanken im Staub der Geschichte. Erst 1868 wurde die Stadt wieder entdeckt und gilt seither als „rumänisches Pompeji“. 1974 hat man mit großflächigen Ausgrabungen begonnen, die bis heute noch nicht abgeschlossen sind.

Heute bestaunt ihr hier in einem Museum die Gegenstände, die man bei den Ausgrabungen gefunden hat. Ihr könnt die Ruinen der Altstadt bestaunen, in der es Thermalbäder und eine christliche Basilika gab. Ein weiteres Highlight sind die Überreste eines griechischen Tempels, der zur Gründung der Stadt gebaut wurde.

Öffnungszeiten Museum und Ausgrabungsstätte:
Sommer: täglich 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Winter: täglich von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene ca. 4.00 Euro
Kinder ca. 1.00 Euro

13. Gura Portitei – der Badeort zwischen Delta und Meer

Wenn ihr auf der Suche seid nach einem Ort, an dem ihr euch nach anstrengenden Tagen voller Besichtigungen und Aktivitäten erholen könnt, empfehlen wir euch dieses einmalige Fleckchen Erde. Hier trennen euch nur wenige Schritte von der wilden Natur des Donaudeltas auf der einen und dem Strand des Schwarzen Meeres auf der anderen Seite.

Gura Portitei
Gura Portitei

Das ehemalige Fischerdorf wurde seit 1998 nach und nach in ein Feriendorf umgewandelt, an dem ihr einen nachhaltigen und erholsamen Urlaub verbringen könnt. So findet ihr auf einer Insel kleine Hütten direkt am Wasser der Donau mit Terrassen, die euch einen perfekten Angelplatz bieten. Oder ihr übernachtet in einer Villa direkt am Strand.

Während eures Aufenthalts habt ihr dann die Wahl zwischen Erkundungen im Delta oder einfach nur entspannten Tagen am Strand. Der perfekte Endpunkt für eine Rundreise durch Rumänien.

Von den Bergen im Norden bis zu den Stränden am Schwarzen Meer, Rumänien bietet euch eine Vielzahl an unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten. Die lange und wechselhafte Geschichte des Landes hat überall ihre Spuren hinterlassen und bietet euch so Sehenswertes für jeden Geschmack. Das Schöne an einer Reise durch Rumänien ist, dass ihr hier sehr viel Authentisches zu sehen bekommt und von euren Gastgebern wie alte Freunde empfangen werdet.

Ihr habt Lust auf eine Rumänienreise bekommmen? Wir haben eine schöne Auswahl an Angeboten für Rumänien für euch zusammengestellt.

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