Mit dem Mietwagen durch die USA, Diablo Lake

Mit dem Auto durch die USA: Vorbereitung, Verkehrsregeln & Routen

Kaum etwas hat so viel Geschmack von Freiheit und Abenteuer wie ein Roadtrip durch die USA. Endlose Weiten, fantastische Küstenstraßen, unberührte Naturparks und angesagte Städte wechseln sich ab. Eine Tour mit dem Mietwagen durch die USA ist auch die beste Möglichkeit, um dieses riesige und vielfältige Land kennen zulernen und in das „American way of life“ einzutauchen. Nicht alles ist wie im Film, aber manchmal kann man sich schon so fühlen, als wäre man in einem. Jedenfalls ist es spannend, „on the road“ zu sein und jeden Tag neuen Eindrücken und Erlebnissen zu begegnen.

Hier erfahrt ihr, was ihr beachten müsst, wenn ihr ein Auto in den USA mietet, welche Besonderheiten es im Straßenverkehr gibt und wo die schönsten Routen entlang führen.



Mietwagen: Darauf solltet ihr VOR Abschluss des Vertrags achten

Roadtrips durch die USA sind beliebt. Das Angebot an Mietwagen und Mietwagenanbietern ist entsprechend groß. Hier sind die wichtigsten Punkte, die ihr unbedingt vor Abschluss des Vertrages beachten und notfalls hinterfragen solltet.

Erforderliche Unterlagen und Altersbestimmungen

Für die Anmietung braucht ihr zwingend einen gültigen Führerschein, einen Personalausweis und eine Kreditkarte. Je nach Mietwagenanbieter und vor allem auch Bundesstaat braucht ihr zusätzlich einen internationalen Führerschein. Ebenfalls wird meistens vorausgesetzt, dass der Führerschein mindestens ein Jahr alt ist. Häufig muss bei der Abholung auch noch das Flugticket vorgezeigt werden.

Das Mindestalter für die Anmietung eines Fahrzeugs liegt in den USA in der Regel bei 24 oder 25 Jahren. Einige Anbieter vermieten auch unter dieser Altersgrenze, allerdings müsst ihr dann einen nicht unerheblichen Zuschlag bezahlen. Denkt daran: Wenn mehrere Personen fahren sollen, müsst ihr das bei der Anmietung angeben. Für zusätzliche Fahrer fallen zusätzliche Gebühren an.

Die richtige Mietwagen-Versicherung wählen

Da ihr bei einer Roadtour viel unterwegs seid, ist es eine Überlegung wert, eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung und inklusive Diebstahlversicherung abzuschließen. Das ist zwar etwas teurer, aber so bleibt ihr im Schadensfall nicht auf den Kosten sitzen. In den USA sind Schadensersatzforderungen in der Regel wesentlich höher als in Deutschland. 

Mann unterschreibt Mietwagen Vertrag

Das Kleingedruckte: Vertragsdetails / Ausstattung / Rückgabe

Vor Vertragsabschluss müsst ihr die Mietbedingungen (AGBs) aufmerksam prüfen. Hier stehen beispielsweise Details zur Tankregelung. Am günstigsten ist, wenn ihr das Auto mit vollem Tank übernehmt und mit vollem Tank wieder abgebt. Die meisten Autovermieter bieten zwar auch einen Tankservice an, der ist aber in der Regel sehr teuer. Auch eine Endreinigung des Fahrzeugs kann hier festgelegt sein.

Bezüglich der Ausstattung müsst ihr euch überlegen, was ihr braucht. Nicht alles ist inklusive. Das trifft vor allem auf Navigationsgeräte und teilweise auch auf Klimaanlagen zu.

Dann ist da noch das Thema mit der Einwegmiete. Am günstigsten ist es immer den Mietwagen dort zurückzugeben, wo ihr ihn gemietet habt. Wenn ihr ihn an einem anderen Ort zurückgeben wollt, kann das je nach Entfernung und Anbieter mit mehreren 100 € zu Buche schlagen (Rückführungsgebühr). Bei der Rückgabe müsst ihr auch auf die im Vertrag vereinbarte Rückgabezeit achten, sonst wird euch ein zusätzlicher Tag berechnet.

Grenzüberschreitungen

Die Grenzüberschreitung zwischen einzelnen Bundesstaaten ist bei den einzelnen Autovermietungen unterschiedlich geregelt. Teilweise werden dafür Gebühren erhoben. Das müsst ihr in jedem Fall vorher mit der Autovermietung klären. Falls ihr einen Abstecher über die Grenze nach Kanada machen wollt, muss das auch bei der Anmietung abgeklärt werden. Eine Grenzüberschreitung nach Mexiko schließen die meisten Autovermieter aus.

Verkehrsregeln: So kommt ihr sicher durch den Straßenverkehr

Macht euch mit den wichtigsten Verkehrsregeln vertraut, bevor ihr euch auf die Straßen wagt. Einiges unterscheidet sich von den Verkehrsregeln in Deutschland. Leider gibt es auch in den einzelnen Bundesstaaten abweichende Regelungen. So sind beispielsweise die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht überall einheitlich. Informiert euch auf jeden Fall vor der Anreise über die genauen Bestimmungen in den Bundesstaaten, die ihr bereisen wollt.

Polizist bei einer Verkehrskontrolle in den USA

In den USA herrscht überall Rechtsverkehr. Euren Führerschein solltet ihr immer dabei haben, sonst kann es teuer werden. In der Regel wird auch bei Polizeikontrollen der deutsche Führerschein akzeptiert. In einigen Bundesstaaten wird allerdings auch ein internationaler Führerschein verlangt. 

Geschwindigkeitsbegrenzung

Auf amerikanischen Verkehrsschildern wird das Tempolimit in Meilen pro Stunde (Miles oder mph) angegeben. Eine Meile ist übrigens 1,609 Kilometer lang.
Hier die wichtigsten Tempolimits (abhängig vom Bundesstaat):

  • innerhalb von Ortschaften: 20-30 mph (40-48 km/h)
  • vor Schulen: maximal 15 mph (24 km/h)
  • außerhalb von Ortschaften (Highways: entspricht unseren Bundesstraßen): 55-65 mph (88-105 km/h)
  • auf Autobahnen (Interstates: in der Regel Verbindungen zwischen einzelnen Bundestraßen): meist zwischen 70-75 mph (112-120 km/h)

Einige wichtige Regeln und Verkehrsschilder

  • Das Telefonieren mit dem Handy am Steuer wird in den USA etwas lockerer gesehen als in Deutschland.
    In einigen Bundesstaaten ist es aber auch nur mit Freisprechanlage erlaubt.
  • Die in Deutschland übliche Pflichtausstattung mit Warndreieck, Verbandskasten und Warnweste ist in den USA nicht üblich, aber auch da kann es in den einzelnen Bundesstaaten Ausnahmen geben.
  • Anschnallpflicht gilt fast in allen Bundesstaaten
  • In den meisten Bundesstaaten ist es erlaubt, an roten Ampeln rechts abzubiegen. Vor dem Abbiegen müsst ihr jedoch kurz zum Stehen kommen. An Ampeln mit dem Verkehrsschild „No Turn on Red“ ist das Rechtsabbiegen bei Rot allerdings verboten.
  • Generell gilt auch in den USA „Rechts vor Links“, falls durch Verkehrsschilder keine andere Regelung angezeigt wird. An Kreuzungen findet ihr oft ein „4 Way“-Stoppschild“. Das bedeutet, dass alle Fahrzeuge an der Kreuzung anhalten müssen. Danach können die Autos nach der Reihenfolge, in der sie angekommen sind, die Kreuzung passieren. Das Verkehrsschild mit der Aufschrift „Yield“ bedeutet Vorfahrt gewähren.
  • Auf mehrspurigen Straßen sollen häufige Spurwechsel vermieden werden („Keep in Lane“-Prinzip). Allerdings müsst ihr euch darauf einstellen, dass auch rechts überholt werden darf.
  • Besondere Vorsicht ist bei den gelben Schulbussen geboten. Wenn diese rot blinken, dürfen die Busse auf keinen Fall überholt werden. Auch das Vorbeifahren auf der anderen Seite ist verboten.

Parkvorschriften

Parkregelungen in den USA

Park- und Halteverbote werden meistens durch farbige Markierungen auf der Straße oder auf dem Bordsteinrand angezeigt. Die Markierungen haben folgende Bedeutung:

  • rote Markierung: absolutes Halteverbot,
  • gelb-schwarze Markierung: Be- und Entladen erlaubt (maximal 20 Minuten),
  • weise Markierung: maximal fünf Minuten während der Geschäftszeiten,
  • grüne Markierung: Kurzzeitparken während der Geschäftszeiten. Die genaue Parkdauer steht auf Schildern oder direkt auf der Markierung. Meistens sind diese Parkplätze kostenpflichtig (Bezahlung an Parkautomaten).

Alkohol am Steuer: 0,8-Promille-Grenze

Auf Alkohol am Steuer solltet ihr in den USA tunlichst komplett verzichten. Da kennt die amerikanische Polizei keinen Spaß. Es gilt grundsätzlich eine Null-Promille-Grenze. Es existiert zwar eine offizielle Promillegrenze von 0,8, diese dient aber nur zur Einstufung. Bestraft wird in der Regel alles, was über Null liegt. Je höher der nachgewiesene Alkohol, je höher die Strafe. Übrigens dürfen nicht einmal angebrochene Flaschen mit Alkohol im Fahrerraum transportiert werden. Die müssen in den Kofferraum.

Es kann teuer werden: Bußgelder in den USA

Der amerikanische Bußgeldkatalog wird nicht offiziell veröffentlicht. Außerdem können die einzelnen Bundesstaaten die tatsächliche Höhe selbst festlegen. Bei der Festlegung des Bußgeldes spielt in der Regel das Ausmaß der Gefährdung eine Rolle. Die angegebenen Beträge können also nur als Orientierung dienen.

  • Rotlichtverstoß: ca. 300 €,
  • Parkverstoß: zwischen 70 – 150 €,
  • Geschwindigkeitsüberschreitung (je nach Höhe): 180 – 250 €,
  • Nicht für einen Schulbus gehalten: ca. 240 €.

Bei einem Verkehrsverstoß wird ein Strafzettel ausgestellt, auf dem eine Bankverbindung für die Einzahlung der Strafe steht. Polizisten dürfen nicht direkt kassieren. Die Überweisung solltet ihr auf jeden Fall vornehmen, sonst kann es bei der nächsten Einreise in die USA zu Schwierigkeiten kommen. Wenn ihr geblitzt werdet, wird in der Regel die Autovermietung belangt, die wiederum eure Kreditkarte mit dem Bußgeldbetrag belastet.

Mit dem Auto unterwegs: Die schönsten Routen durch die USA

Karte USA, Urlaubsregionen Bundesstaaten

Die Westküste der USA entdecken 

Die über 2.500 Kilometer lange Westküste führt von San Diego über San Francisco und Los Angeles bis nach Seattle im Norden. Entlang der Pazifikküste liegen einige der schönsten Küstenstraßen der Welt. Eine davon ist der 900 Kilometer lange Pacific Coast Highway (PCH). Auf diesem Strecke bekommt ihr alles, was Kalifornien zu bieten hat. Angesagte Städte, traumhafte Strände wie Big Sur, berühmte Küstenorte wie Santa Barbara und schließlich ein echtes Surferparadies in San Domingo.

Bixby Bridge in den USA

Unglaubliche Naturerlebnisse bietet euch die Tour von San Francisco nach Los Angeles, wo ihr dann ins Landesinnere zu einigen der schönsten Nationalparks der USA fahrt. Für die fast 4.000 Kilometer Rundstrecke braucht ihr ein bisschen Zeit. Die Route führt über den Grand Canyon, den Bryce Canon, den Zion-Nationalpark, durch das Death Valley, wo ihr eventuell noch einen Abstecher nach Las Vegas machen könnt, und dann über den Yosemite-Nationalpark zurück nach San Francisco.

Die Strecke von San Francisco Richtung Norden bis Seattle (ca. 1.300 Kilometer) hat auch ihren Reiz. Je weiter nördlich ihr kommt, desto ursprünglicher und einsamer wird es. Auf der Strecke durchquert ihr den Norden Kaliforniens und die Bundesstaaten Oregon und Washington. Dabei kommt ihr unter anderem am berühmten Nappa-Valley mit seinen riesigen Weinanbaugebieten vorbei, an wild zerklüfteten Küsten und am Mount-Rainier-Nationalpark auf einer Höhe von über 4.000 Meter mit dem aktiven Vulkan Mount Rainier.

Mit dem Mietwagen die Ostküste entlang 

Die ca. 3.200 Kilometer lange Ostküste erstreckt sich vom Bundesstaat Maine bis nach Key West in Florida. Dazwischen liegen die Mega-City New York und weitere sehenswerte Städte wie Boston, Washington, Philadelphia, Nashville, Orlando und Miami.

Miami Beach in den USA

Die Route von New York nach Miami im sonnigen Florida führt knapp über 2.000 Kilometer an der Atlantikküste entlang. In New York solltet ihr euch natürlich ein paar Tage Zeit nehmen, bevor ihr mit eurer Roadtour startet. In Washington könnt ihr einmal die Machtzentrale der Welt aus nächster Nähe begutachten, in Nashville befindet ihr euch im Zentrum der Country-Musik und in Orlando stehen natürlich die gigantischen Themenparks Disney World, SeaWorld, Wizarding World (Harry Potter) und die Universal Studios auf dem Programm. Die letzte Etappe führt euch dann zum berühmten Ocean Drive in Miami. Unterwegs kommt ihr immer wieder an tollen Stränden vorbei (z.B. Myrtle Beach in South Carolina).

Wenn ihr von New York aus nach Norden Richtung Boston (Massachusetts) und weiter nach Freeport im Bundesstaat Maine fahrt (ca. 530 Kilometer), erlebt ihr ein ganz anderes Amerika. Boston gehört zu den ältesten Städten der USA. Auf dem vier Kilometer langen Freedom Trial erfahrt ihr viel über die Gründungsgeschichte der USA und über den Unabhängigkeitskrieg. Die kleinen Küstendörfer, die auf dem Weg nach Freeport liegen, sind alle ein schöner Stopp, um sich an der zerklüfteten Küste den Wind um die Nase wehen zu lassen und frischen Fisch zu essen.

Route 66: die legendäre Straße

Von der berühmtesten Straße der USA habt ihr bestimmt schon etwas gehört. Die Route 66 ist eine wahre Legende und gehört immer noch zu den Sehnsuchtszielen vieler USA-Reisender. Ursprünglich war sie einmal fast 4.000 Kilometer lang und führte von Chicago im Nordosten aus bis nach Santa Monica an der kalifornischen Westküste. Nach ihrer Fertigstellung in den 1920er Jahren wurde sie vor allem von Siedlern genutzt, die von der Ostküste an die Westküste zogen, um dort ihr Glück zu suchen. Spätestens jedoch als 1969 das Road Movie Easy Rider in die Kinos kam, wurde die Route 66 endgültig zum Sinnbild von Freiheit und dem neuen Lebensgefühl der Hippies. Ganze Heerscharen fuhren mit dem Motorrad, VW-Bussen und anderen Gefährten die Route 66 entlang, durch Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico und Arizona der kalifornischen Sonne entgegen.

Route 66 in den USA

Heute gibt es die Route 66 nur noch in Teilabschnitten in den Bundesstaaten Illinois, New Mexico und Arizona. Die sogenannte Historic Route 66 ist aber immer noch ein besonderes Erlebnis. Auf den verschiedenen (nicht zusammenhängenden) Originalabschnitten gibt es viele Relikte aus der großen Zeit der Route 66 zu sehen. Auf der Strecke von Chicago nach Springfield (ca. 350 Kilometer) lohnt sich auf jeden Fall das Museum „Route 66 Hall of Fame“. Und natürlich führt die Strecke immer noch durch grandiose Landschaften wie zum Beispiel dem Death Valley, vorbei am Grand Canyon und durch faszinierende Städte wie Las Vegas und Los Angeles. Am Ende der Strecke könnt ihr in Santa Monica, einem der berühmtesten Badeorte der Westküste, ein paar entspannte Tage einlegen.

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