Desert Safari

Sand, Kamele und rasante Jeep-Fahrten: Auf Wüstensafari in Ras al Khaimah

Wer an Urlaub in Ras al Khaimah denkt, hat vor allem Bilder von luxuriösen Hotels, endlosen Sandstränden und leckeres Essen vor Augen. Das Emirat war lange Zeit ein Geheimtipp unter den Pauschalurlaubern, wird aber immer beliebter und bekannter. Was viele jedoch immer noch nicht wissen: Man kann hier einiges erleben und muss nicht unbedingt die ganze Zeit in der Hotelanlage verbingen. Nur eine Viertelstunde Autofahrt von den meisten Strandhotels entfernt, befindet sich schon die Wüste, die ein perfektes Ausflugsziel ist. Ob Jeep-Safari, Sandboarding, Kamelreiten oder ein Besuch in einem Beduinencamp, in der Wüste Ras al Khaimahs ist für Jeden etwas geboten! Meine Kollegen und ich waren für euch vor Ort und haben das volle Programm einer Wüstensafari ausprobiert. Was wir dabei alles gesehen und erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen.



Für euch schicken wir die #FTItraveller in die Wüste

Organisation der Wüstensafari

Wüstensafaris, oder vor Ort auch Desert Safari genannt, gehören zu den beliebtesten Ausflügen in Ras al Khaimah, daher kann man sie ohne Probleme in so ziemlich jedem Hotel buchen. Meist gibt es in der Hotellobby einen Stand oder ein abgetrenntes Büro der Reiseveranstalter, in denen man auf englisch- oder meist sogar deutschsprachige Mitarbeiter trifft. Hier könnt ihr die Ausflüge bis zu einem Tag im Voraus buchen. Meist gibt es verschiedene Ausflugsvarianten, aus denen ihr die passende Tour für euch auswählen könnt. Die sportlichen unter euch, werden sicherlich Sandboarding ausprobieren wollen, wohingegen Familien mit Kindern wahrscheinlich einen größeren Fokus auf Kamelreiten legen. Je nachdem, was ihr auf eurer Wüstensafari alles erleben und ausprobieren möchtet, könnt ihr euch euer Paket ganz individuell zusammenstellen. Wir haben uns für eine Wüstensafari inklusive Kamelreiten, Jeep-Safari und Barbecue-Dinner entschieden, was bei Meeting Point 58 Euro gekostet hat. Dadurch, dass wir unsere Tour schon vor unserer Zeit in den Emiraten gebucht haben, war sie ein bisschen günstiger, als wenn man sie im Hotel buchen würde. Informiert euch also am besten im Reisebüro, welche Ausflüge ihr schon zuhause buchen könnt.

Während des Ausflugs konnte man übrigens auch kostenlos Sandboarding ausprobieren, sich Henna-Tattoos machen lassen und Shisha rauchen. Falls jemand spontan noch eine Quad-Tour machen wollte, war das gegen Aufpreis auch möglich. Da das Wüstencamp bei den meisten Aktivitäten als Startpunkt dient,  könnt ihr spontan auch noch während des Nachmittags oder Abends ein Zusatzpaket dazu kaufen und seid so maximal flexibel.

Die Wüstensafari wurde in deutscher Sprache durchgeführt, sodass ihr keinerlei Ängste vor Verständnisschwierigkeiten haben müsst. Falls ihr nicht in Ras al Khaimah, sondern in einem anderen Emirat Urlaub macht, ist das auch gar kein Problem. Auch von hier aus könnt ihr eine Wüstensafari unternehmen.

Ablauf der Wüstensafari

Wer eine Wüstensafari machen möchte, kann sich im Hotel bis zu einem Tag vorher dazu anmelden. Bei uns ging es um 16.15 Uhr los, wir wurden direkt im Hotel abgeholt. Je nachdem in welchem Hotel ihr in Ras al Khaimah seid, werdet ihr früher oder etwas später abgeholt. Gemeinsam mit einem deutschen Pärchen nahmen meine beiden Kollegen und ich dann in dem Jeep Platz. Unser Fahrer wies uns lustigerweise an, uns anzuschnallen, blieb selbst aber unangeschnallt. 

Da die Wüste in Ras al Khaimah eigentlich überall ist, dauerte die Fahrt in unser Wüstencamp lediglich 20 Minuten. Nach circa 10 Minuten Fahrt ging es auch schon auf die hügeligen Pfade der Wüste, die uns einen Vorgeschmack auf das Geschaukel, das wir in beim eigentlichen Dune Bashing haben werden, gegeben hat.

Bevor es losgehen sollte, wurden wir allerdings zuerst einmal in das Wüstencamp gebracht, in dem alle weiteren Aktivitäten dieses Abends stattfinden sollten. Langsam trudelten die anderen Teilnehmer ein. Insgesamt waren es acht Jeeps, mit jeweils fünf Leuten, die bei der Wüstensafari teilgenommen haben. Da das Camp allerdings sehr groß war und es viele verschiedene Attraktionen gab, verlief sich die Menge recht schnell. 

Nach dem Essen und drei Showeinlagen ging es dann für uns um 21 Uhr wieder zurück ins Hotel und ein ereignisreicher Tag ging zu Ende.

1. Kamelreiten

Während wir auf die anderen Teilnehmer gewartet haben, gab es schon die erste Attraktion: Es standen zwei Kamele bereit, auf denen man seine Reitkünste beweisen konnte. Wobei „bereit stehen“ relativ ist: Eines davon hatte wohl keine so große Lust, mit uns eine kleine Tour zu machen, und hat sich in den Schatten zum Schlafen gelegt. Das andere sah dafür umso motivierter aus, daher entschieden meine Kollegin Simone und ich, auf ihm einen kleinen Ausritt zu machen. Der Kamelführer lies uns also auf das am Boden sitzende Kamel aufsteigen und bat uns, uns gut festzuhalten. Gut, dass er diese Warnung ausgesprochen hat, denn auf sein Kommando richtete das Kamel ruckartig seine Hinterbeine auf. Durch diese schnelle Bewegung sind wir nach vorne gekippt und hingen eine kurze Zeit lang ein bisschen in den Seilen. Doch auf sein zweites Kommando richtete das Kamel auch seine Vorderbeine auf und wir saßen wieder in der Waagrechten – wenn auch einen Meter weiter oben als zuvor. Und schon ging es los. Der Kamelführer hielt das Kamel am Zügel und führte uns mit ihm herum. Als Kamel-Neuling, habe ich mich immer gefragt, warum die Tiere denn als Wüstenschiff bezeichnet werden, jetzt weiß ich es: Man schaukelt von der einen Seite zur anderen, als ob man auf einem Schiff sitzen würde. Es schwankt ganz schön, daher war ich ganz froh, als unsere Tour vorbei war und wir wieder auf festem Boden standen. Trotz der eher wackeligen Angelegenheit war es aber ganz lustig, denn man fühlt sich ein bisschen wie ein Beduine, der die Wüste erkundet. Vor allem für kleinere Kinder, die den faszinierenden Tieren näher kommen und spielerisch etwas über die Geschichte der Beduinen erfahren möchten, kann ich den Ritt daher sehr empfehlen!

2. Dune Bashing

Das nächste Fortbewegungsmittel auf unserer Wüstensafari hatte ein paar mehr PS als unser Kamel. Als alle Teilnehmer im Camp angekommen waren, ging es nämlich mit dem Dune Bashing los. Der gleiche Fahrer, der uns auch abgeholt hat, machte mit uns die Wüste unsicher. Auch diesmal empfahl er uns sich anzuschnallen. Er selbst hielt es aber wieder nicht für nötig, sich einen Gurt umzulegen. Als sicherheitsbewusste Deutsche finde ich diese Entscheidung angesichts der doch sehr „abwechslungsreichen“ Fahrt ein wenig mutig. Aber er hat diese Tour schließlich schon das ein oder andere Mal  gemacht und weiß daher was er tut.

Nach dem Anschnallen ging es auch schon los: Erst noch ein bisschen langsam und auf kleinere Dünen hoch, dann immer schneller und höher. Wenn das Hochfahren auf die Dünen lustig war, so war das wieder herunterkommen ein bisschen beängstigender. Genauso schnell, wie er hochgefahren ist, raste unser Fahrer sie nämlich auch wieder herunter. Und das auch gerne einmal seitlich, sodass wir eher nach unten geschlittert als gefahren sind. Das mag beim Lesen jetzt ein bisschen beängstigend klingen, wenn man im Auto sitzt, macht es aber einen riesigen Spaß. 

Nach circa einer halben Stunde auf und ab sind wir bei unserem Ziel angekommen: Mitten im Nichts. Unser Jeep hielt an und wir konnten aussteigen und zu Fuß den restlichen Weg auf die höchste Düne in der Umgebung erklimmen. Ich kann euch sagen, der Ausblick von dort oben war atemberaubend! Man fühlt sich so klein mitten im Nirgendwo, nur umgeben von Sand und flirrender Hitze. Hier hatten wir auch die Möglichkeit, wunderschöne Bilder zu machen – entweder selbst mit der Handykamera oder – was die Pärchen gerne genutzt haben – mithilfe eines professionellen Fotografen, der Ideen für witzige Bilder hatte.

Frau bei einer Wüstensafari

Nach der kleinen Fotosession ging es dann zurück ins Camp. Die Fahrt dauerte noch ungefähr eine Viertel Stunde und war zum Glück ein bisschen weniger turbulent als der erste Wegabschnitt. Zum Glück, denn unsere Mägen wurden auf dem ersten Tourteil ein wenig auf die Probe gestellt und da es bald essen geben sollte, war jede Minute, in der sie sich beruhigen konnten, Gold wert!

Für alle, die auf Adrenalin stehen, kann ich das Dune Bashing sehr empfehlen, da es sehr viel Spaß gemacht hat, auch wenn mein Highlight nicht die eigentliche Fahrt, sondern der Stopp mitten in der Wüste war.

3. Sandboarding und Quad-Tour

Wieder im Camp zurück, hatten wir „Freizeit“ bis zum Abendessen. Es wurde jedoch in keinster Weiße langweilig. Wir hatten immer noch nicht genug vom Sand und haben uns daher kostenlos Sandboards ausgeliehen. Der Nachteil war allerdings, dass wir keinen Lehrer dabei hatten und es einfach selbst probiert haben. Wir dachten uns, wenn wir Snowboarden können, kann das ja gar nicht so schwer sein. War es leider doch, denn der Sand ist deutlich schwerer als Schnee und so glich unser hinunter gleiten eher einem hinunter hopsen. Je steiler der Hügel war, desto besser hat es zwar funktioniert, aber selbst dann war nach wenigen Metern Schluss. Wahrscheinlich war einfach nur die Technik, die wir verwendet haben falsch und man muss beim Sandboarden anders stehen als beim Snowboarden. Falls ihr Lust darauf habt, Sandboarden einmal selbst auszuprobieren, solltet ihr also am besten einen Kurs buchen, in dem euch ein Lehrer die Technik erklärt.

Ebenfalls dazubuchen müsst ihr euch bei einer Wüstensafari eine Quad-Tour. Wir haben es nicht selbst ausprobiert, aber die Teilnehmer waren begeistert. Schließlich ist es noch einmal etwas ganz anderes, selbst über die Dünen zu brettern, als beim Dune Bashing daneben zu sitzen. Wer also gerne selbst Auto- oder Motorrad fährt, wird hier sicherlich einen riesen Spaß haben!

Quadtour Ras al Khaimah

4. Henna-Tattoos, arabische Kleidung und Shisha-Pfeife

Beim zweiten Teil des Abends ging es ein bisschen gemütlicher zu. Kurz vor dem Abendessen gab es die Möglichkeit tiefer in die arabische Kultur einzutauchen. Wer gerne einmal traditionelle arabische Kleidung tragen  oder sich mit Henna-Tattoos bemalen lassen möchte, kann das hier machen. Meine Kollegin Simone und ich haben diese Möglichkeit natürlich gerne genutzt, denn was ist schließlich ein Aufenthalt in den VAE ohne ein Henna-Tattoo als Mitbringsel?

Für die Männer wohl ein bisschen interessanter waren die Shishas, die man sich kostenlos ausleihen konnte. Auch wenn es bei uns daheim Shishas gibt, ist das ist wohl eine Tradition, die man mindestens einmal vor Ort während seiner Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausprobieren sollte. Umgeben von der Wüste und mit Blick auf die untergehende Sonne macht das Rauchen einer Shisha gleich noch mehr Spaß!

Frau mit Henna Tattoo

5. Arabisches Barbecue-Dinner mit Show-Einlagen

Nach all diesen Aktivitäten knurrten unsere Mägen natürlich und so waren wir froh, dass es um 19 Uhr ein leckeres Barbecue-Dinner gab. Das 3-Gänge-Menü war auf einem schönen Buffet angerichtet, bei dem jeder etwas passendes für sich finden konnte. Leckeres Fladenbrot mit Hummus, Baba Ganoush, Salat und Falafel als Vorspeise, gegrillte Lammwürste, Hähnchenspieße, Fisch und einen leckeren Auberginenauflauf als Hauptgericht und verschiedene Früchte und Brotpudding als Nachspeise, ließen wohl keinen hungrig nach Hause gehen. 

Während des Essens gab es drei verschiedene Showeinlagen, die für eine angenehme Unterhaltung gesorgt haben. Mein persönliches Highlight war der Feuerakrobat, der ganz am Ende, als es schon dunkel war, sein Können gezeigt hat. Aber auch die Bauchtänzerin und der Derwisch waren wirklich sehenswert. Besonders lustig war, dass man ihre Tänze unter ihrer Anleitung selbst ausprobieren konnte. Das hat zwar mehr Spaß gemacht, als dass es gut aussah, aber dabei sein ist schließlich alles. Und wenn man es einmal selbst probiert, dann hat man gleich noch einmal mehr Respekt vor ihrem Können.

Nach dem Feuerspucker hieß es für uns dann wieder, raus aus der Wüste und zurück ins Hotel. Um 21 Uhr Uhr wurden wir von  unserem Fahrer wieder zurück ins Hotel gebracht und nach einem ereignisreichen Nachmittag und Abend war das auch genau die richtige Zeit, um zurück zu kommen.


Mein Fazit zur Desert Safari in Ras al Khaimah

Normalerweise bin ich nicht so der Fan von organisierten Ausflügen in größeren Gruppen. Die Wüstensafari war allerdings ganz anders. Da man das Dune Bashing immer nur in Kleingruppen machen konnte und auch alle anderen Attraktionen eher allein oder zu zweit gemacht werden konnten, war es nicht so gezwungen. Wer mit den anderen Urlaubern reden wollte, konnte sich in gemütlichen Sitzecken unterhalten, alle anderen waren eher unter sich. Egal, ob Individualreisende, Familien oder kleinere Gruppen, diese Wüstensafari eignet sich für Jeden. Das schöne daran war, dass das Programm nach den eigenen Vorlieben gestaltet werden konnte. Actionliebhaber konnten sich am Sandboarding und Quad-Fahren ausprobieren und diejenigen, die es lieber ruhiger mögen, konnten ganz entspannt den Sonnenuntergang in der Wüste beobachten. Durch diese Flexibilität entstand eine sehr relaxte Stimmung, die sehr gut den entspannten Lebensstil der Arabischen Halbinsel widergespiegelt hat. Ich kann den Ausflug daher nur wärmstens empfehlen, denn egal auf welche Wüstenattraktion ihr Lust habt, ihr könnt sie auf eurer Wüstensafari in Ras al Khaimah ausprobieren.


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