Milch und kekse an weihnachten

Weihnachtsbräuche: 7 Tipps für die weltweit schönsten Weihnachtstraditionen

Ein opulentes Essen mit Weihnachtsgans, ein prachtvoll geschmückter Christbaum, besinnliche Stunden mit der Familie und viel Kerzenschein – Dinge, die hierzulande an den Weihnachtstagen Tradition haben und die „das Fest der Liebe“ für viele zur schönsten Zeit des Jahres werden lassen.

Vielleicht habt ihr euch ja schon mal gefragt, ob Weihnachten überall so festlich zelebriert wird wie in Deutschland? Bei weitem nicht, denn weltweit gibt es unzählige Weihnachtsbräuche, die für uns eher ungewöhnlich sind und bisweilen etwas skurril wirken. Bereit, euren weihnachtlichen Horizont zu erweitern? Ho! Ho! Ho!

Das Wichtigste im Überblick

  • Jedes Land hat andere Traditionen zu Weihnachten. Ein festliches oder besonderes Essen gehört aber fast überall dazu.
  • Der Christbaum mit seinem Schmuck ist eine deutsche Tradition, die es seit über 500 Jahren gibt, und die sich in alle Welt verbreitete.
  • Auf der Südhalbkugel könnt ihr Weihnachten im Hochsommer mit einer Beachparty feiern.

1. Griechenland: Weihnachten meets Silvester

Auch im orthodox geprägten Griechenland spielt Weihnachten eine sehr wichtige Rolle, wobei das größte „Familienfest“ für die Hellenen Ostern ist. Am 24. Dezember unterscheidet sich das Weihnachtsfest kaum von den deutschen Festtagen: Die Familie kommt zusammen, Kinder singen Weihnachtslieder und ein großes Festmahl (das meistens aus Truthahn besteht) wird aufgetischt.

Ein Weihnachtsbaum steht übrigens nicht zwangsläufig in jedem griechischen Haushalt, denn auch ein mit Lichterketten geschmücktes Miniaturschiff stellt in Griechenland eine festliche Weihnachtsdekoration dar.

Ein Boot aus Lichterketten
So schaut Weihnachtsdeko in Griechenland aus

Wo hierzulande nach dem Abendessen mit dem Geschenke auspacken der (zumindest für die Kinder) schönste Teil des Heiligen Abends beginnt, passiert in Griechenland genau gar nichts. Offensichtlich wollen die Griechen ihren Nachwuchs in Askese schulen, denn in Griechenland müssen die Kinder auf Silvester warten, bis sie endlich ihre Geschenke bekommen.

Da Silvester als Symbol für den Neuanfang in Griechenland traditionell einen hohen Stellenwert hat, beschenkt man sich in der Nacht zum 1. Januar – eine Bescherung um Mitternacht hat schließlich auch was …

2. Neuseeland: BBQ and Beach

Ihr könnt es euch bestimmt auch nur schwer vorstellen, Weihnachten bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 30 Grad zu feiern, oder? In Neuseeland ist das allerdings Realität, denn wie überall auf der Südhalbkugel der Erde fallen die Weihnachtstage in die Sommerzeit. Die Neuseeländer machen aus dieser „Not“ eine Tugend und verlegen das Festgeschehen kurzerhand an die Strände des Landes.

Weihnachtsbescherung am Strand
In Neuseeland findet die Bescherung schon mal am Strand statt.

Hier wird bei einem Barbecue mit Freunden und Familien Weihnachten gefeiert, wobei natürlich stilecht mit Bier angestoßen wird.

Nach dem Grillen folgt der Nachtisch, der in der Kühlbox mitgebracht wurde – der Pavlova! Die Baisertorte mit Kiwis und anderen Früchten wird traditionell an Weihnachten verputzt und kann es trotz fehlenden Zimtaromas durchaus mit deutschen Plätzchen und Lebkuchen aufnehmen.

Info: Weihnachten in Neuseeland hört sich cool an? Hier geht es zu unseren Angeboten für Weihnachten im Hochsommer.

3. Mexiko: Wo Weihnachten Fiesta verspricht

Im erzkatholischen Lateinamerika ist Weihnachten einer der wichtigsten Feiertage des Jahres. Dass die typische Latino-Lebensfreude auch vor den Festtagen nicht Halt macht, könnt ihr mit Blick auf die Weihnachtszimmer in Mexiko sehen. Schrille Farben und bunte Dekorationen dominieren hier, auch der Weihnachtsbaum wird farbenfroh in Szene gesetzt.

Typisch für das mexikanische Weihnachten ist sein früher Beginn, den streng genommen beginnen die Feierlichkeiten schon Mitte Dezember. Bei den Posadas laufen an neun aufeinanderfolgenden Tagen als Maria und Josef verkleidete Kinder von Haus zu Haus. Neun Tage deshalb, weil jeder Tag für einen Monat der Schwangerschaft Marias steht und am Ende der neun Tage am Heiligen Abend die “Reise” in Bethlehem endet.

Pinata in Mexiko an Weihnachten
In Mexiko ist Weihnachtsdeko traditionell sehr bunt

Als Rahmenprogramm werden Lieder geträllert und Piñatas malträtiert. Diese Piñatas sind bunte Figurern aus Pappmaché, die mit allerlei Süßigkeiten gefüllt sind und mit verbundenen Augen und einem Stock “geöffnet” werden müssen. Angesichts dieses „Vorspiels“ ist es also kein Wunder, dass die Feiertage dann mit einer besonders großen Fiesta gefeiert werden.

Info: Wenn ihr euch das Spektakel direkt vor Ort anschauen wollt, findet ihr bei uns die passenden Angebote für euren Mexiko Urlaub.

4. Spanien: Weihnachtliches Lotto-Fieber

Spanien feiert nicht nur alljährlich Weihnachten, sondern auch „El Gordo“, den Dicken… Nein, die Rede ist nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom Hauptpreis der Weihnachtslotterie, die für ihre außergewöhnlich „dicke“ Gewinnsumme bekannt ist und jedes Jahr zwei Tage vor Weihnachten stattfindet.

Im nationalen Bewusstsein der Spanier gilt die im TV übertragene Ziehung (die gefühlt eine Ewigkeit dauert) als das Ereignis, das die Festtage einläutet. Nicht selten werden dabei Einschaltquoten von über 50 Prozent erzielt.

Weihnachtsbaum aus LED-Lichtern in Madrid
Für die festliche Beleuchtung an Madrids Puerta del Sol wird kein Baum gefällt

An Weihnachten geht es bei den Spaniern sehr familiär zu. Nicht selten kommt die gesamte Familie zusammen, um den traditionellen Weihnachtsfisch zu verspeisen. Einen Weihnachtsbaum werdet ihr auf der Iberischen Halbinsel allerdings vergeblich suchen, Spanier sorgen mittels unzähliger Lichterketten für weihnachtliche Stimmung im Haus.

Info: Das passende Angebot, um dem Wintergrau bei uns zu entfliehen, haben wir natürlich auch für euch.

5. Polen: Kommt noch jemand?

In Polen genießt der Heilige Abend einen herausragenden Stellenwert – wenig verwunderlich in einem der katholischsten Länder Europas. Der Abend ist bei unseren Nachbarn auch als „Wigilia“ (vom lateinischen Wort für „wachen“) bekannt, was zum Ausdruck bringen soll, dass die Familie wie eine Kirchengemeinschaft über Christus wacht.

weihnachtsbaum im Garten
Auch in Polen sieht man überall Weihnachtsbäume mit Lichtern

Die Familienköche des Landes dürften an diesem Tag schon sehr früh aufstehen, schließlich gilt es bis zum Abend ein 12-Gerichte-Buffett (die Zahl steht sowohl für die Apostel Christi als auch für die Monate des Jahres) zu zaubern. Das Essen beginnt erst, wenn die ersten Sterne am Himmel zu sehen sind.

Zwei typisch polnische Weihnachtsbräuche stehen symbolisch für die Nächstenliebe: Jeder Anwesende bekommt eine Oblate, die mit den anderen Familienmitgliedern als Symbol der Verbundenheit geteilt wird. Außerdem stellen die Polen immer einen Teller für unerwartete Besucher auf dem Tisch bereit – egal ob dieser erscheint oder nicht …

Info: In vielen polnischen Städten gibt es auch bezaubernde Weihnachtsmärkte. Das passenden Hotel dafür findet ihr auf unserer Angebotsseite.

6. Japan: Feiern mit Colonel Sanders

Als nicht christlich geprägte Gesellschaft haben die Japaner mit Heiligabend eher nicht so viel am Hut, auch der 25. und 26.12. sind keine Feiertage. Das hält allerdings niemanden davon ab, eine bizarre Weihnachtstradition zu pflegen. Denn am Heiligen Abend bilden sich vor den KFC-Filialen des Landes lange Schlangen und Sitzplätze sind seit Anfang Dezember komplett reserviert – ja, ihr habt richtig gelesen: Die Rede ist tatsächlich vom international agierenden „Hähnchenbrater“ aus den USA.

verschneites dorf in Japan
Weihnachtliche Deko gibt es nicht in Japan. Dafür aber Orte mit viel Schnee.

In den KFC-Stores, die stilecht dekoriert sind (Figuren des Firmengründers „Colonel“ Harald David Sanders in Weihnachtsmann-Optik), bekommt man an Weihnachten für circa 20 Euro ein Menü bestehend aus einem Cesar-Salad, einem Eimer mit sogenannten Hühnchen-Teilen und einem Schokokuchen.

Der Ursprung dieser Tradition reicht übrigens in die 70er Jahre zurück, als sich eine Werbekampagne mit dem Slogan „An Weihnachten KFC“ die Kombination aus Fast-Food und Weihnachten in den Köpfen der japanischen Bevölkerung festsetzte. Der damaligen Auffassung nach glichen die Menüs einem typischen Festtagsessen in den USA. Nun ja…

Info: Ihr wollt die Festtage ohne den ganzen Stress verbringen? Dann schaut doch mal unsere Japan Angebote an.

7. Vereinigtes Königreich: Cracker und Fußball

Euch dürfte sicher schon bekannt sein, dass der Weihnachtsabend im angelsächsischen Sprachraum nicht so wichtig ist wie der Morgen des 25. Dezember. Dann heißt es „Morgenstund hat Weihnacht im Mund“ und die Familie tauscht Geschenke aus. Die Briten haben darüber hinaus noch Rituale die sich von den USA und Australien unterscheiden.

 

An Weihnachtsmorgen hält der König eine Ansprache ehe die gemeinsamen Vorbereitungen für das Abendessen beginnen. Die Briten, die ja nicht unbedingt für ihre brillante Küche bekannt sind, lassen sich am Weihnachtstag nicht lumpen und zaubern Truthahn oder Roastbeef mit verschiedenen Beilagen auf den Tisch. Nach dem Essen tauscht man traditionell Christmas Cracker aus, bei denen es sich nicht wie der Name vermuten lässt um Gebäck handelt, sondern um kleine Knallbonbons. Diese sind mit Geschenken gefüllt.

Eine typisch englische Tradition ist der sogenannte „Boxing Day“ (Geschenkschachteltag) am 26. Dezember, an dem Angestellte früher die Geschenke von ihren Arbeitgebern erhielten. Da die englische Fußballliga keine Winterpause hat, ist alljährlich an diesem Tag ein Spieltag terminiert. Oftmals finden am „Boxing Day“ besonders prestigeträchtige Spiele oder Lokalderbys statt, sodass die Fans nur so in die Stadien strömen – an diesen Tag herrscht im wahrsten Sinne Festtagsatmosphäre.

Info: Ein englisches Weihnachtsmenü mit Plumpudding gefällig? Wir haben das passende Angebot für Euch.

Häufig gestellte Fragen zu Weihnachtstraditionen

Weihnachten ist ein Familienfest, das von seinen Traditionen lebt. Jedes Jahr, wenn wir uns um den geschmückten Baum versammeln und die Geschenke verteilen, kommen Erinnerungen an die eigene Kindheit hoch. Vielleicht habt ihr euch ja schon mal gefragt, ob Weihnachten überall gleich gefiert wird. Wir haben ein paar Antworten.

Wie feiert man Weihnachten in anderen Ländern?

Jedes Land hat so seine eigenen Traditionen und auch wenn der Anlass der gleiche ist, so schaut die Feier doch überall etwas anders aus. Während wir die Geschenke am Heiligabend verteilen, werden in den meisten anderen Ländern am Weihnachtsmorgen die Geschenke ausgepackt. Schließlich muss Santa in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember durch die Kamine ins die Wohnzimmer klettern und die Geschenke dort ablegen. Als Dankeschön erhält er dafür in den USA ein Glas Milch und Cookies, die neben dem Kamin bereit stehen. Dieser “Glaube” kommt aus den USA und hat unser Christkind verdrängt. Aber eines hat das Weihnachtsfest überall gemeinsam: Die Familie trifft sich, es gibt viel zu viel leckere Dinge zum Essen und für ein paar Tage kehrt Ruhe ins unser Leben ein.

festlich beleuchteter weihnachtsmarkt in erfurt
Die deutsche Tradition der Weihnachtsmärkte, hier in Erfurt, wird von immer mehr Städten weltweit übernommen

Welche Weihnachtsbräuche gibt es in Europa?

In Großbritannien und Irland spielt der berühmte Mistelzweig eine große Rolle. Ein Pärchen, das sich darunter küsst, wird bald heiraten. Die Franzosen, wie könnte es anders sein, sitzen am Heiligabend mit der ganzen Familie am Tisch und gönnen sich ein ausgedehntes Weihnachtsmenü mit erlesenen Speisen. Zur Vorspeise müssen es dann frische Austern sein. Italienische Kinder müssen bis zum sechsten Januar warten, bis die gute Hexe La Befana die Geschenke verteilt, während in den Niederlanden schon am Abend des fünften Dezember Sinterklaas zur Bescherung erscheint. Eines ist aber überall gleich: Wenn die Geschenke ausgepackt werden gibt es leuchtende Kinderaugen.

In welchen Ländern wird vor allem Weihnachten gefeiert?

Wenn ihr euch den Grund des Weihnachtsfestes in Erinnerung ruft, wird euch schnell klar werden, dass Weihnachten ein Christliches Fest ist. Die Christen glauben, dass an diesem Tag Jesus der Erlöser geboren wurde. Dass für manche orthodoxe Kirchen Weihnachten auf den sechsten Januar fällt, liegt daran, dass diese Kirchen einen anderen Kalender zu Grunde legen. Somit erklärt sich auch, dass Weihnachten hauptsächlich in christlich geprägten Ländern gefeiert wird. Allerdings feiern inzwischen auch viele Nicht-Christen Weihnachten. Dann meistens als Fest, an dem man sich beschenkt. eine Krippe findet ihr nur in christlichen Ländern, aber schön geschmückte Bäume und künstliche Winterlandschaften gibt es inzwischen überall.

Fazit

Auch wenn ihr nicht zu den gläubigen Christen gehört, könnt ihr die Weihnachtszeit dazu nutzen, einen Gang runter zu schalten und mal wieder etwas Ruhe und Besinnung in euer Leben einkehren zu lassen. Die weihnachtlichen Traditionen in aller Welt, haben oft genau dies zum Ziel. Das Gute an solchen althergebrachten Bräuchen ist, dass ihr damit die schönsten Kindheitserinnerungen weckt und diese auch euren Kindern bescheren könnt. In unserer schnelllebigen Zeit werden Momente des Innehaltens immer wichtiger und da passt Weihnachten eben perfekt dazu. Genießt also die schönen Momente mit eurer Familie beim Backen für Weihnachten oder einem gemütlichen Adventskaffee. Wir wünschen euch ein wunderschönes und friedliches Fest!

Info: Ihr wollt Weihnachten mal nicht zu Hause in der Kälte verbringen? Wir haben ein paar Angebote für Weihnachtsurlaub unter Palmen.

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